Der Sidecut

Zeit für Veränderungen:

2016-07-24 15.45.03

Wann sonst hat man den Mut, den Langhaarschneider anzusetzen, als nach dieser Diagnose? Also ab damit. Und damit es die Tochter nicht allzu sehr verstört, fangen wir milde an.

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Wie alles begann…

Achtung – sehr lange Geschichte!

Nachdem ich Mitte Juli einen Knoten am Brustansatz unter der Achselhöhle gefühlt hatte und daraufhin zur FÄ bin – meinem Mann habe ich hier wohl mein Leben zu verdanken, denn ich hatte es als Milchdrüse oder Lymphdrüsen abgetan – wurde am 07.07. eine Stanzbiopsie beim Radiologen durchgeführt. Auch da war ich noch optimistisch, was mir als elenden Pessimisten gar nicht ähnlich sieht.
Das Wochenende verging und ich rief Montag, den 11.07. In der Praxis an. Nein, man habe noch kein Ergebnis, ich solle nachmittags mal bei meiner Gynäkologin anrufen.
Also erledigte ich einige Einkäufe mit Romy, meiner im September vier Jahre alt werdenden Tochter, und rief gegen Mittag bei der FÄ an. Nein, man habe eben einen Bericht bekommen, Histologie sei noch ausstehend. Na gut, rufe ich morgen an. Immerhin hatte ich für den Mittwoch, den 13.07.2016, einen nicht unwichtigen Termin, nämlich an diesem Tag sollte mein Sohn per Kaiserschnitt auf die Welt kommen. Ja, ein Wunsch-Kaiserschnitt, nachdem meine Tochter damals ein Not-KS war dank Missverhältnis und man mir sagte, es könne sein, dass mein Sohn ähnliche Maße habe. Zumindest hieß es Mitte Juni noch, er sei etwas überdurchschnittlich groß.
Am Tag davor, den 12.07., sollte ich vorab in die Klinik zu diversen Voruntersuchungen, CTG, Blutabnahme, Aufnahme, Papierkram, und sollte dann am 13.07. um 7 Uhr wiederkommen zum KS.

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code black – Der schwärzeste Tag…

11.07.2016. Kurz nach dem Mittag klingelte das Telefon. Ich sah auf das Display und las den Namen meiner Frauenärztin und dachte „oh, na wie nett, rufen sie mich an, haben das Ergebnis also doch noch heute bekommen“. Und dachte mir tatsächlich immer noch nix schlimmes dabei. Bis ich ran ging…
Am Telefon war meine FÄ persönlich. Sie sprach ganz langsam, andächtig, und schon als sie sagte „Hallo Frau L., hier ist Frau Dr. Sch.“, wurde mein Gehör schon wie Watte und ich setzte mich auf die Couch… Es ist dieser Ton, den man von keinem Arzt je hören will. Sie hätte das Ergebnis, es sähe nicht gut aus. Wir sollten bitte am gleichen Abend in die Praxis kommen, sie würde es gerne mit uns persönlich besprechen. Ich versuchte verzweifelt noch, mich, vor dem Abgrund stehen sehend, zu retten und erwiderte „oh, das klingt ja nicht gut, also bösartig“ – in dem Moment in dieser Hoffnung, sie würde sagen „ne, ach so schlimm nicht Frau L., keine Sorge“, aber diese so ersehnte Beschwichtigung blieb einfach aus…

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Stanzbiopsie

Am 04.07.2016 ging ich zu meiner FÄ, um den von mir ertasteten Knoten, der zwischen Brustansatz und Achselhöhle (axillär) saß, genauer untersuchen zu lassen. Sie konnte sehen, dass dies keine Flüssigkeitsansammlung war und war sich nicht sicher, ob dies eine Lymphdrüse sein könnte. Darum überwies sie mich vorsichtshalber zum MVZ zur Stanzbiopsie.

Wieder daheim angekommen, konnte ich es natürlich wieder nicht lassen und googelte nach diesem Begriff, hatte ich vorher noch nie gehört, aber das Wort -Biopsie- machte mir schon Angst und klang nach mächtig Aua.

Hätte ich lieber nicht tun sollen, denn dann bekam ich noch mehr Angst. Aber ich riss mich zusammen, wird schon alles gut sein.

Heute war also die Stanzbiopsie. Ich hatte kaum Wartezeit, musste mich dann obenrum freimachen und die Ärztin machte einen US. Auch sie konnte leider eine Flüssigkeitsansammlung nicht ausschließen und auch die Lymphdrüse sitzt neben dem Knoten. Also führte sie eine Stanzbiopsie durch. Als erstes bekam ich eine Betäubungsspritze (autschi) und dann spürte ich letztlich nur noch einen Druck, als das Gerät drei Mal in mein Gewebe rein schoss. Und es klang wie so eine Ohrloch-Schusspistole. Danach wurde ich stramm abgebunden (tschüss Brust!) und schon waren wir fertig. Na ja, man will es lieber abgeklärt wissen.