Irgendwas ist ja immer

Hallo und guten Tag, meine lieben Leser!

Gestern also wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen, fieberfrei und mit wohl gutem Blutbild.


Meine fiesen Pickel am Hinterkopf könnten eventuell Herpes sein, ein Abstrich wurde gestern noch entnommen. Mich sprachen zwei Schwestern darauf an, dass sie das für Herpes halten, die Ärzte sahen sich das an, aber zuckten nur mit den Schultern, jooaaa, sei ja schon vor der Chemo aufgetreten. Damit war die Sache für sie erledigt. Aber die Schwestern blieben glücklicherweise echt hartnäckig. Mir selbst wäre nie in den Sinn gekommen, dass DAS Herpes sein könnte. Aber umso besser zu wissen, hätte es ja gern behandelt und weg, es juckt nämlich zeitweise echt höllisch, tut weh und sieht zudem auch noch, äh, sagen wir mal unschön aus.

Mein Schnupfen, der sich während des Krankenhausaufenthaltes bildete und den ich noch auf die Klimaanlage schob, entfaltete sich gestern Abend dann in voller Schönheit. Fieber von 38,0°, Husten, Schnupfen, starkes Krankheitsgefühl und einen Verbrauch an Taschentüchern, dass Tempo sich ein goldenes Schnupfnäschen an mir verdient. Ja, danke, irgendwas ist ja immer.

Als Jörn und Mick mich gestern Vormittag aus dem Krankenhaus abholten, war das ein so schönes Gefühl (Romy wollte in den Kindergarten, wir kuschelten dann nachmittags ausgiebig). Endlich wieder diesen kleinen Babykörper knuddeln, streicheln, liebhaben, riechen (na ja, dank Rotzen jetzt nicht mehr wirklich möglich). Anschließend fuhren wir noch auf meinen Wunsch hin in den Aldi (endlich mal wieder was einkaufen, wuiiih!), und nach dem Mittagessen musste ich auch schon wieder zur Praxis Dr. Lorenz (ich habe mich nun bewusst dafür entschieden, diese Praxis beim Namen zu nennen), Blutbildkontrolle. Werte waren gut, bis aufs Eisen, da muss ich etwas mit Tabletten nachhelfen. Der dumme Taxifahrer (es war nicht „mein“ Marius) machte mir noch so blöde Angst, tja ja, anfangs bei der Chemo seien immer noch alle voller Euphorie und je näher es dem Ende der Therapie zugeht, desto schlimmer fühle man sich. So habe er schon Kunden gehabt, die nach der Fahrt erst einmal ausstiegen und kotzten. Danke, Mister. Du weißt nichts von meiner Emetophobie, aber diese Worte spuken seitdem leider in meinem dummen Kopf 😦

Nach dem Labor musste ich zu Frau D. Kreiss-Sender ins Sprechzimmer, sie sah sich meinen Kopf an, vermutete auch Herpes und nun warten wir das Ergebnis vom Abstrich ab, der im Krankenhaus entnommen wurde. Ein Medikament nehme ich jedoch schon zur Prophylaxe ein und muss bei Diagnosebestätigung die Dosis nur erhöhen. Anschließend führte sie noch einen Ultraschall zur Follikelzählung durch (im Rahmen der Studie). Und abschließend entschied sie sich dafür, dass die geplante Chemo am 19.10. ausfallen wird, da mein Körper von den letzten Tagen einfach strapaziert genug sei. Die kommende Chemo-Runde 3 startet also am 26.10. um 11:00 Uhr.

So, zum Schluss möchte ich noch kurz auf die Kommentarfunktion verweisen. Mehrere Leute fragten mich, warum sie nichts kommentieren könnten. Doch, dies ist möglich! Leider nur SO doof eingerichtet, dass man es echt übersieht. Ihr müsst gaaaanz nach unten scrollen, dann kommt ein Kommentarfeld. Also nur zu, ich freue mich über jedes Zeilchen 🙂

Jetzt wird es wohl etwas ruhig um mich, in den kommenden Tagen genieße ich einfach mal die chemofreie Zeit, versuche schnell wieder fit zu werden, die Freizeit mit meinen Kindern zu verbringen und bald liege ich wieder auf der Chemo-Nase und jammere euch wieder genüsslich und voller Hingabe die Öhrchen voll, versprochen!

Bis dahin – bleibt gesund oder gute Besserung!

Eure Chemonica 🙂

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Autor:

Monica L., alias Chemonica, geboren und wohnend seit 30.11.1982 in Braunschweig. Glücklich verliebt seit 2001 und verheiratet seit 2010 mit Jörn (lordlaui), zudem fast vor Stolz platzende Mami von Romy (*19.09.2012) und Mick (*12.07.2016). Am 11.07.2016 warf mir die Diagnose Brustkrebs gehörig einen Knüppel zwischen die Beine (G3, triple negativ, 2,5 cm, 4/10 befallene Lymphknoten etc.) und aktuell setze ich - hoffentlich - alles Machbare ein, um wieder krebsfrei zu werden.

2 Kommentare zu „Irgendwas ist ja immer

  1. Hallo liebes;
    Endlich komme ich mal wieder zum Lesen. Gedacht habe ich öfter an Dich und deine Lieben.
    Du bist so tapfer – der Taxifahrer war ja wirklich taktvoll 😦
    Aber du schaffst das!
    Viele Grüße
    Svenja

    Gefällt 1 Person

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