Suffer well

„Just hang on
Suffer well
Sometimes it’s hard
It’s hard to tell“
Suffer Well von Depeche Mode

Übersetzung:
„Ich halte durch
und leide schön
Manchmal ist es schwer
Es ist schwer zu erzählen“

Guten Morgen, liebe Leser!

So, Tag 1 wäre überstanden. Nachdem es mir gestern Abend noch echt elend ging (sehr starke Übelkeit), musste letztlich MCP nehmen. Aber das Zäpfchen half echt enorm schnell, ich bildete mir jedenfalls nach kurzer Zeit schon eine Besserung ein – und dann verfiel ich auch schon in einen komatösen Schlaf, auch wenn er nur drei Stunden andauerte, so ging es mir beim nächsten Erwachen schon deutlich besser.

Heute bin ich ein wenig im Jammermodus, die Nebenwirkungen scheinen doch von Therapie zu Therapie schlimmer zu werden, was natürlich eine gewisse Angst in mir hervorruft. Zumindest muss ich mich damit trösten, dass MCP gut half und so weiß ich für die kommende Runde Bescheid und nehme das Medikament gleich früher (ich bin ja der Typ, der immer erst abwartet, ob eine Besserung nicht von selbst eintritt. Leider ist das aber irgendwie nur selten der Fall, genau wie bei Kopfschmerzen – warte ich zu lange, hilft eine Schmerztablette schon gar nicht mehr). Ich muss mich auch trösten, dass ich ja nur noch eine Runde EC habe, was wohl stärkere Übelkeit auslöst als die kommende Docetaxel-Behandlung. Ich hoffe, die haben mich da nicht angelogen 😦 Mit Nebenwirkungen kann ich so leben, klar, muss ich ja auch. Aber Übelkeit ist immer nur schwer erträglich für mich und meine dumme Emetophobie.

Heute fühle ich mich jedenfalls wie ausgelutscht, der Akku ist leer, ich bin müde, kraftlos, der metallische Geschmack ist noch vorhanden. Schwer zu beschreiben, es ist der Geschmack vom Epirubicin, also dem roten Zeug, was mir bei der Chemo verabreicht wird. Von dem Geruch beim Wasserlassen wird mir schon immer übel (sorry, eklig, ich weiß, ist aber so). Der Urin ist ja auch ein, zwei Tage rötlich. Der ganze Mist muss ja wieder raus und eigentlich soll man viel trinken. Tja, ähäh, leichter gesagt als getan, börgh.
Der Husten ist gefühlt stärker, Schnupfen auch. Aber da hatte mich Frau Dr. Kreiss-Sender gestern schon  darauf vorbereitet, dass die Krankheitssymptome unter Umständen wieder aufflammen könnten. Gut zu wissen, muss ich mir heute zumindest keine Gedanken machen. Dazu habe ich leichte Kopfschmerzen, und meine Gedanken kreisen und kreisen, ich habe dieses blöde Gefühl der Rastlosigkeit, will mehr machen als ich soll und kann (Wäsche bügeln/waschen/wegräumen, staubsaugen, aufräumen…), dabei schaffe ich es mit Mühe und Not aufs Klo.

Ich sag euch, Krebs haben is echt nix. Und ich sehne den Frühling so sehr herbei, kann sich keiner vorstellen. Aber man muss geduldig sein. Und mir geht seit gestern Abend das Lied von Depeche Mode (Text siehe oben) nicht aus dem Kopf, diese paar Zeilen bringen es aktuell so gut auf den Punkt.

Ich halte durch und leide schön.

Bis bald – eure Chemonica!

Autor:

Monica L., alias Chemonica, geboren und wohnend seit 30.11.1982 in Braunschweig. Glücklich verliebt seit 2001 und verheiratet seit 2010 mit Jörn (lordlaui), zudem fast vor Stolz platzende Mami von Romy (*19.09.2012) und Mick (*12.07.2016).

Ein Kommentar zu „Suffer well

  1. Bleib optimistisch. Auch wenn es gerade schwer fällt. Natürlich fängt man mit der weniger gut verträglichen Therapie an. Dann hat man zum Glück das allerschlimmste hinter sich. Das nächste mal EC ist also schon das letzte :). Und ein bißchen Jammermodus ist doch völlig okay. Niemand erwartet von dir, daß du quietschvergnügt bist. Es ist nun mal, wie es ist. Und es geht vorüber. Ganz ganz sicher!!! Alles liebe !

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