Sumsi mit Po

Guten Tag, liebe Leser!

Die Überschrift rückwärts gelesen beschreibt meinen bisherigen Tag. Gut, man soll diesen ja nie vor dem Abend loben, aber zumindest habe ich langsam wieder das Gefühl, als würde irgendwas aufwärts gehen. Mein Husten wirkt ein klein wenig besser, ich kann mal wieder länger als zehn Minuten sitzen, duschen gehen fällt auch einfacher und so langsam scheinen die Nebenwirkungen abzuschwächen. Auch die Übelkeit ist nur noch latent vorhanden, halleluja!

Ich habe Jörn schon gebeten, mich bitte direkt nach Runde 4 EC umzuhauen, aber irgendwie schien er abgeneigt (wahrscheinlich auch nur, weil er dann zu lange Urlaub nehmen müsste…). Mir graut es wahnsinnig vor dieser letzten EC-Runde, aber ich muss eben die Backen zusammenkneifen und da durch, immerhin habe ich ja schon drei Runden geschafft. Und ich hoffe ganz, ganz dolle, dass die weiteren vier Runden Docetaxel auch irgendwie zu schaffen sind. Gut, eine Wahl habe ich eh nicht. Aber war man anfangs noch etwas mit einer Art Euphorie gefüllt („Ach das ist also Chemotherapie? Hm, gut, geht aber“), so könnte ich mir für diese Gedanken ein bisschen auf den Schädel zimmern. Aber das würde auch nix bessern und meine Naivität gehörte wohl mal hart ausgebremst.

So, das war es vorerst auch schon wieder von mir, ich versuche jetzt wieder ein wenig aufzuleben und nachdem Mick-Babybär gerade sein Fläschen bekommen hat und genüsslich in seinem Dschungel liegt und seine Spielzeuge auslacht, gönne ich mir schnell eine Blitzdusche. Na ja, so schnell eine fast 34-jährige Frau mit merkwürdigen Gebrechen eben sein kann. Apropos, ich habe meinen Geburtstag ja noch nie groß gefeiert und werde es wieder nicht tun –  wobei dann so ein Gedanke in mir auftaucht „und was, wenn es dein letzter ist?“. Blödes Gedankenkarussell manchmal.

Zum Schluss habe ich noch einen merkwürdigen Wunsch an meinen Körper: Möge bitte das restliche Haupthaar auch endlich fallen wie die letzten Blätter der Bäume draußen. Skurriler Wunsch, oder? Aber so Reststoppeln auf dem Kopf sind nichts halbes und nichts ganzes. Und wenn, dann möchte ich bitte – passend zum Frühjahr – neu erstrahlen, mit komplett neuem Haar. Zum Rasierer will ich wegen den letzten Pickelnarben nicht (bisher kam nix wieder, toi toi toi).
Bis bald, meine lieben Leser – Eure Chemonica!

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Autor:

Monica L., alias Chemonica, geboren und wohnend seit 30.11.1982 in Braunschweig. Glücklich verliebt seit 2001 und verheiratet seit 2010 mit Jörn (lordlaui), zudem fast vor Stolz platzende Mami von Romy (*19.09.2012) und Mick (*12.07.2016). Am 11.07.2016 warf mir die Diagnose Brustkrebs gehörig einen Knüppel zwischen die Beine (G3, triple negativ, 2,5 cm, 4/10 befallene Lymphknoten etc.) und aktuell setze ich - hoffentlich - alles Machbare ein, um wieder krebsfrei zu werden.

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