Lebenszeichen

Hallo, meine lieben Leser!

Es tut mir leid, dass ich mich jetzt erst melde. Und zu allererst möchte ich euch allen ein vor allem gesundes neues Jahr wünschen! Dazu eine Ladung Glück, Freude und Erfolg in allen Lebenslagen.
Will ich meine letzte Woche noch etwas beschreiben:

30.12.16: Ich bekam kurz vor 18:00 Uhr mein Zimmer. Ich genoss die Ruhe, mein Fieber war weiterhin recht hoch. Antibiotika wurden alle abgesetzt und ich brauchte keine Umkehrisolation, bekam dennoch mein Einzelzimmer. Welch Erholung, welch Luxus! Ich bekam noch Brot und Marmelade, dazu Tee und damit war der Tag auch schon zu Ende. Ich schlief relativ schlecht, klar, neue Umgebungsgeräusche, und bei Fieber schlafe ich eh immer schlecht. Zudem lief auf dem Gang immer ein Patient herum, der sich laut mit der Schwester unterhielt, die ihn immer dazu animierte ins Bett zu gehen. Nix zu machen, der ältere Herr war der festen Überzeugung, es sei Tag. Und wenn er nicht auf dem Gang umherirrte, brüllte er ungelogen alle drei Sekunden „Aua!“, klingelte dauernd, um der Schwester dann zu sagen „Bringen Sie mir ein Glas Leitungswasser – jetzt!“ Öhm, ja gut…

31.12.16: Nach einer Nacht mit zig Unterbrechungen (in den ersten Nächten guckt der Nachtdienst ja ohnehin ständig nach einem, misst Fieber usw.) kam die Ärztin schließlich  gegen 10:30 Uhr zu mir, man würde die Antibiose nun doch fortsetzen bzw. neu starten. Hrmpf, also sollte sich die Diagnose der Ärztin bei der Aufnahme doch nicht bestätigen? Na ja, ich hatte wieder knapp 39° Fieber, mir war es eigentlich ganz lieb, denn ich merkte, dass mich das ständig hohe Fieber langsam aber sicher schwächte und ich mich begann wirklich krank zu fühlen. Die Entzündungswerte seien zwar nicht hoch, aber man wolle die Therapie lieber fortsetzen. Nachmittags besuchten mich meine drei Lieblingsmenschen und eine Schwester drückte Romy eine Rolle Luftschlangen in die Hand, damit diese mein Zimmer zu Silvester schmücken konnte. Argh, ich hatte ja gehofft, diesem Driss zu entkommen. Aber Romy quietschte bei jeder gepusteten Luftschlangenkette wie ein kleiner Lachsack, das war zu süß und allein dafür hätte ich ihr am liebsten eine ganze Packung gegeben. Aber nach einer kompletten Rolle sah mein Zimmer schon echt bunt genug aus. Gegen Abend ging es mir merklich schlechter, ich bekam Kopfschmerzen und fühlte mich sehr krank. Ich bat die Schwester um eine Ibu, um die Schmerzen loszuwerden. Zur Fiebersenkung bekam ich noch regelmäßig Paracetamol i.v. und war sehr dankbar für dieses Zeug. Etwas später ging es mir dann auch merklich besser und so konnte ich zumindest noch ein paar Runden stricken, ehe ich mich gegen 23:00 Uhr hinlegte, um kurz nach Mitternacht erwachte, einen Raketen-Silvester-Sternenschauer am Himmel sah, auf die Uhr guckte, und leise murmelte „kann nur besser werden“, drehte mich um und schlief weiter.
Essen: Kartoffelpüree, Brokkoli, Fleischklößchen (die waren ungenießbar, brr)

01.01.17: Ich wurde um kurz vor 6:00 Uhr wach, mir fiel auf, wie viel besser es mir ging. Mir wurde bewusst, dass ich das komplette Silvester verschlafen hatte. Juchuh! Ich fühlte, trotz dass es mir gut ging, dass ich nicht fieberfrei zu sein schien. Kurz darauf kam die Schwester und das Fieberthermometer zeigte 38,2°. Gegen 9:00 Uhr kam eine Ärztin, sie wolle mir Blut abnehmen. Jedoch legte sie mir eine rosa Braunüle in die linke Hand und erwähnte so mal eben nebenbei, dass sie mir jetzt den Zugang lege, denn es könne sein, dass ich heute noch eine Tüte Blut bekäme. Mir wurde ganz heiß. Wie bitte? Wieso denn das? Ich hätte Anämie. Aha, Blutarmut. Na toll. Sie verschwand so schnell wie sie gekommen war und ich saß da, immer noch ganz baff, verdattert und ziemlich ängstlich. Ich starrte auf meinen blöden Zugang, der ziemlich weh tat, immer noch blutete und dahin war der Plan, noch etwas zu stricken. Der restliche Tag wollte kaum rum gehen, ich wartete geradezu darauf, dass die Tür aufgeht und man mir eine Bluttransfusion verabreichen würde. Aber es sollte niemand kommen. Der Zugang an der Hand war zu der Zeit übrigens bereits die achte Einstichstelle an meinem linken Arm, seit ich im Krankenhaus lag (und ich meine seit 30., nicht die beiden Horror-Kliniken vom 28./29.). Wovon leider nicht alle Stiche erfolgreich waren. Später besuchten mich meine drei Süßen wieder und Romy weinte beim Abschied so bitterlich. „Mami, ich möchte bei dir bleiben, bitte, bitte! Ich vermiss dich so!“ Da weinte ich mit und das tat gut. Abends wollte ich Micks Pulli noch weiter stricken, aber so dünne Nadeln (Nadelstärke 2,75) festhalten tat mit dem dummen Zugang echt zu sehr weh. Also nadelte ich meine Strickjacke mit Nadelstärke 5,5 an. Man gut, dass ich so viel Strickzeug eingepackt hatte! Nachdem Romy noch am Zugang hängen geblieben war (kreisch!), machte mir die Schwester abends noch einen Verband um, da tat es auch schon nicht mehr ganz so enorm weh. Das Thermometer zeigte mittags noch 37,9 und abends 37,5, die Antibiose (übrigens Pip/Taz, also Piperacillin/Tazobactam-Actavis), die ich 3x täglich bekam, schien also langsam zu wirken.
Essen: Schweinebraten, Blumenkohl, Kartoffeln, Nachtisch war ein Pudding, leicht zitronig/vanillig, alles mjaaaamm!

02.01.17: Ich wurde um kurz vor 6:00 Uhr wach und mir fiel auf, dass der Himmel ganz schön hell war, stand auf und sah etwas Schnee liegen. Wie schön! Ich liebe Schnee. Ja, hasst mich. Aber ich liebe ihn. Ja, es ist glatt mit dem Auto, ja, es ist doof, wenn man arbeiten muss, aber ich mag es dennoch. Ich mag diese Stille, die der Schnee mit sich bringt, diese friedliche Stimmung, als wäre die Zeit stehen geblieben. Schneebedeckte Dächer, Zweige, Wiesen. Ich mag es einfach sehr. In der Nacht zuvor hatte ich noch ein nettes und sehr interessantes Gespräch mit der Nachtschwester. Nachts seien sie auf Station immer alleine, maximal mit einer Schülerin. Es seien 25 Betten, die Station halb palliativ. Ihre letzte Nachtschicht sei schlimm gewesen, da seien zwei Patienten verstorben und eine weitere sei aus dem Bett gestürzt. Beim Versuch sie aufzuheben, sei die Schwester über die Beine der Patientin gefallen und hätte nach Feierabend noch selbst ins Krankenhaus gemusst, Arbeitsunfall. Das seien Tage, die man nur schwer verdauen könne. Dann berichtete sie mir noch, dass jedes Krankenhaus immer abwechselnd Dienst habe (den genauen Namen, wie sich das nennt, habe ich vergessen, sorry). Also das Marienstift, in dem ich nun lag, habe immer dienstags Schicht. Bedeutet, wenn ein Notfall eintritt, würde das Marienstift von den Rettungswagen immer angefahren. Montags habe bisher das St. Vinzenz in Braunschweig immer diesen Dienst gehabt. Dies hat aber nun seit 01.01.17 für immer geschlossen und diesen Dienst übernimmt nun künftig auch das Marienstift. Heißt also, sie hätten nun generell montags und dienstags enorm viel zu tun. Und: oooh ja! Ich kam ja nun am 30.12. dort hin, es war so ruhig, gemütlich, besinnlich. Aber ab Montag, den 02.01., ging es merklich anders herum. Vorbei die Urlaubsstimmung, Ruhe, Gelassenheit. Es klingelte hier, da, dort, es wuselten viel mehr Menschen auf den Gängen hin und her und ich konnte in meinem Zimmer alles hören. Von „Na Herr xy, wo genau haben Sie denn hin gebrochen?“ (mein Gesicht… O__O) bis hin zu „Ah, Anja, kommst du mal bitte? Ich brauche deine Hilfe. Ach herrje… Ist schon wieder alles daneben, vielleicht sollten wir ihm mal eine Panties anziehen. Der Durchfall ist aber auch ziemlich dünn…“ (mein Gesicht… O___O). Ihr glaubt nicht, wie froh und glücklich ich über mein Einzelzimmer war. Man sagte mir übrigens bei Entlassung, dass ich mir keine Sorgen machen brauche, in meinem Fall bekäme ich sicher immer ein Einzelzimmer, mit der Diagnose sei man ja doch vielleicht lieber alleine. DANKE, dass es noch Krankenhäuser gibt, die mitdenken, die meine Phobie ernst nehmen und die sich so hervorragend, empathisch und liebevoll um einen kümmern! Die sich auch mal zwei Minuten Zeit nehmen, was fragen, trösten, einem den Rücken eincremen oder einen Tee bringen wollen. Ihr macht einen SO großartigen Job und ich bin so dankbar, dass es Menschen gibt, die so eine Arbeit erledigen können. Größtes, dickstes Chapeau!
Der Morgen verging und ich wartete brav aufs Frühstück, nachdem ich duschen war. Aber nichts kam. Am Vormittag bekam ich dann die Info, dass ich zum Ultraschall solle, um organische Ursachen auszuschließen. Aha, darum bekam ich nix zu essen. Leider bewirken solche Informationen im ersten Moment inzwischen bei mir eine relative Angst und Panik, da ich sofort das Schlimmste  vermute. Gedanke: „Oh Gott, sie befürchten den Krebs jetzt sicher woanders“ und solche doofen Sachen. Keine Ahnung, wie ich das abschalten kann.
Gegen halb zehn war ich vom US zurück, es war alles in Ordnung. Puh! Kurz darauf kam die Putzfrau, und war so fasziniert von meinem Strickzeug, dass sie es, ohne zu fragen, ausgiebig befummelte – leider mit ihren blauen Gummihandschuhen, mit denen sie Sekunden zuvor noch meine Toilette gereinigt hatte. Also nee, nicht mit ihren Handschuhen, aber ihr versteht schon… Und da ich leider durch mein schwaches Immunsystem inzwischen halb hypochondrisch veranlagt bin, ertappte ich mich wenig später, als ich wieder allein auf dem Zimmer war, dabei, wie ich das Desinfektionsmittel, das auf meinem Tisch stand, auf mein Strickzeug sprühte. Jaa, ja, lacht ihr nur…
Wenig später betraten zwei Damen von der Essensbestellung mein Zimmer. Die eine sah auf meine Decke, die meine Schwester mir ja gehäkelt hatte (siehe Herzensdinge) und die ich mit im KH hatte, und fing sofort freudig an zu quietschen. Dann entdeckte sie meine angenadelte Strickjacke und quietschte noch mehr. Als ich ihr dann Micks halb fertigen Pulli zeigte, erklärte sie ihrer Kollegin gleich, dass das ein RVO sei (und ich musste sie leider gnadenlos korrigieren, hatte das Modell aber ursprünglich auch für eins gehalten. Stricker/innen wissen gerade, von was ich schreibe). Und dann schwärmten wir kurz über Lanade, ravelry und diverse Wollsorten. Dann rissen wir uns zusammen, damit ihre Kollegin mir endlich vorbeten konnte, was der Essensplan für die kommenden Tage hergibt. Also wählte ich mir feinste Speisen aus und die beiden verließen mich wieder. Es war inzwischen kurz vor 11:00 Uhr und mein leerer Magen hin inzwischen in den Kniekehlen. Um 11:15 Uhr kam ein Pfleger herein und bot mir an, ich könne jetzt frühstücken. Aber es gab um 12:00 Uhr bereits Mittag und so verneinte ich – und schlich an meinen Schrank und stopfte mir ein Twix rein, als ich endlich wieder mal alleine war. Gegen 11:30 Uhr wurde mir erneut Blut abgenommen, das Thema Bluttransfusion sei leider noch nicht vom Tisch. Hrmpf. Gegen 13:00 Uhr kam die Ärztin zu mir, mein Hb (Hämoglobin) sei konstant, sie möchte mir nur ungern eine Bluttransfusion geben, ich sei noch jung und mein Körper sollte es eigentlich alleine schaffen und es gebe immer ein gewisses Infektionsrisiko, wenn auch nur gering. Der Nachmittag dümpelte dann so vor sich hin, ich strickte und sah fernsehen. Gegen 17:00 Uhr entdeckte ich dann in meinem Strickzeug mehrere Fehler und hätte am liebsten Rockstar gespielt: Zimmer randaliert. Aber ich riss mich zusammen und ribbelte alles auf. Ärgerte mich ein wenig und nadelte neu an. Denn Micks Pulli weiterstricken ging mit dem dummen Zugang immer noch nicht schmerzfrei. Meine drei Süßen haben mich an diesem Tag nicht besucht, so konnte Jörn mal durchatmen, einkaufen, Wohnung machen usw. Sie fehlten mir alle furchtbar, aber es ging mir inzwischen wesentlich besser, ich war fieberfrei und fühlte mich eigentlich viel zu gut für jemanden mit Anämie.
Essen: Gemüseauflauf (Brokkoli, Blumenkohl, Karotten), dazu frischer Salat mit Honig-Senf-Dressing (zum reinlegen, mhhh!)

03.01. – 06.01.17: Die Tage plätscherten vor sich hin. Am 03.01. hatte ich noch einen Herz-Ultraschall, um auch dort eine mögliche Ursache fürs Fieber auszuschließen, Bakterien könnten vom Port Richtung Herz wandern. Zudem sei eh eine Kontrolluntersuchung fällig, ob die Chemos irgendwelche Schäden angerichtet hätten. Aber das Gegenteil ist glücklicherweise der Fall. Mein Herz ist wohl so schön, dass die Ärztin, die tags zuvor meinen Organ-US durchgeführt hatte, zu mir kam und mich nett fragte, ob sie auch noch mal gucken dürfe. Der Arzt, der den Herz-US durchgeführt hatte, lobte meine Anatomie auch in den höchsten Tönen, so ein gesundes und kräftiges Herz sähe man nicht oft.
Meine drei Liebsten besuchten mich an diesen Tagen regelmäßig, die Schwestern kümmerten sich rührend, mein Fieber blieb fern, das Essen war toll, und am 06.01.17 war es dann soweit: ich durfte endlich heim. Die Ärztin erklärte mir kurz vor Entlassung noch, dass ich nicht noch mal wiederkommen müsse (wir hatten einige Tage zuvor erst vereinbart, dass ich am 09.01.17 zur erneuten Blutkontrolle zu ihr kommen sollte und bei entsprechend schlechtem Hb-Wert doch noch eine Bluttransfusion erhalten würde).
Essen: 03.01. Gemüsespätzle, Nachtisch Kirschpudding,
04.01. vergessen, hmm,
05.01. Hähnchenschnitzel, Kartoffel-/Karotten-/Kohlrabigemüse, Tomatensalat Caprese,
06.01. Gemüsebratling, Blumenkohl/grüne Bohnen/Karotten in Bechamelsoße, dazu Kirschpudding (leider ungenießbar, weil VIEL zu süß, und wenn ich das schreibe, will das echt was heißen…).

Einen einzigen doofen „Vorfall“ gab es leider dann doch noch:
Am 04.01. bekam ich abends meine letzte Antibiose. Die Flüssigkeit war fertig durchgelaufen und ich klingelte wie immer, damit man mich von der Infusion befreien würde. Schwester kam und stöpselte mich ab und schraube einen frischen kleinen gelben Deckel aufs Ende vom Schlauch. Nach ein paar Minuten dachte ich, hm, irgendwas war anders als sonst. Moment, sie hatte gar nicht gespült. Ich grübelte, hm, was mach ich jetzt? Noch mal fragen? Hm. Peinlich. Will ja hier den Job von niemandem in Frage stellen. Aber was, wenn es wirklich falsch war? Hmmm. Dann hab ich mir aber ein Herz gefasst und bin raus. Da kam mir die „Verursacherin“ entgegen, ich entschuldigte mich und fragte, ob das seine Richtigkeit habe, dass eben nicht gespült wurde. Ja, manche machen das vorher, manche nachher, sie mache das immer so. Aber sie könne gerne ihre Kollegin gleich fragen. Diese war gerade fertig mit dem telefonieren und sie ging zu ihr, sagte, dass ich mich wundere, ob nach dem abstöpseln gespült werden müsse. Die Schwester guckte sie an, lächelte – ja, muss. Ich entschuldigte mich nochmals, dass ich hier niemandem was böses will. Ja, kein Problem, Tschüss (sie hat gerade Feierabend, den ich ihr etwas versaut haben dürfte bei ihrem Blick und ihrer Reaktion, die sie von Anfang an hatte). Dann ging die Schwester mit mir aufs Zimmer, raunte mir zu, dass die „Verursacherin“ eigentlich gar nicht an Ports dürfe, weil noch Schülerin (nehme an Umschülerin? Ich schätze sie auf Mitte 40), und das das richtig sei, dass ich was gesagt habe. Im schlimmsten Fall hätte mir das nämlich einen neuen Port (Implantation) eingehandelt, weil er so verstopfen kann (der Schlauch innen, der direkt in die Herzarterie führt). Ich bin wahrlich nicht pingelig, aber ein „Ach herrje, Entschuldigung“ wäre angebrachter gewesen als ein gelangweiltes Schulterzucken. Sie fühlte sich dennoch im Recht. Ich hab mich ja bei ihr noch entschuldigt und mir hat das den ganzen Abend versaut, weil ich mich über ihre Reaktion so geärgert habe und mir echt bewusst wurde, wie blöd das hätte ausgehen können. Denn ehe das nächste Mal was durch den Port geht, kann es noch einige Tage dauern. Nämlich erst zur nächsten Chemo.
Ich hatte echt für einen Moment überlegt gehabt, das Ding selbst zu spülen, stand ja alles auf dem Tisch in meinem Zimmer. Aber es geht direkt zu meinem Herzen und auch wenn ich schon zig Mal zugesehen habe, nein, nein, nein. Hab ich zu viel Respekt vor. Und den sollten andere auch haben.

So ihr Lieben. Zum Schluss seht ihr unten noch eine kleine Tabelle mit ein paar Daten, just for fun zum Vergleich. Wer sich medizinisch dafür interessiert, kann mal meine Werte vergleichen.

Mir geht es inzwischen sehr gut, Montag Vormittag habe ich Termin bei Dr. Lorenz, mal schauen wann es mit der Chemo weitergehen darf, was er zu allem sagt. Insgesamt wurden es übrigens 12 Einstichstellen zur Blutabnahme. Handrücken, Unterarminnenseite, Armbeuge etliche Male, Handgelenkinnenseite und Daumenballen – das tat richtig weh, urgh. Für mich ist es dennoch eine absolut erholsame Zeit gewesen und ich weiß, dass ich dorthin jederzeit zurückkehren kann, sollte das Fieber wiederkommen. Das ist so viel wert und nimmt mir sehr viel Angst vor den nächsten beiden Chemos. Wenn die Probleme mit dem WLAN nicht gewesen wären (es gibt wohl Probleme mit der Passwortvergabe, normalerweise ist es dort nämlich sogar kostenlos! Nicht wie Celler Str. 3,- pro Tag…), wäre wirklich alles perfekt gewesen. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Aber ich als alter Internetsuchti…

Und was ich noch gelernt habe: Männer scheinen wirklich wehleidiger zu sein. Ich habe so viele Patienten gehört, die alle paar Sekunden „aua“ stöhnten. PatientINNEN habe ich nie gehört. Jörn kommentierte meine Beobachtung mit einem „Das kommt daher, dass Frauen noch nie solche Schmerzen wie Männer gehabt haben“, musste aber wenige Sekunden später selbst laut lachen 😀

Bis bald – eure Chemonica!

06.01.17 05.01.17 04.01.17 03.01.17 02.01.17 31.12.16 30.12.16
Leukozyten 1,7 1,5 1,7 2,3 3,? 3,6 5,9
Erythrozyten 3,09 2,88 2,71 2,93 2,8? 2,83 3,03
Hämoglobin 9,7 9,3 8,6 9,2 8,8 8,9 9,7
Hämatokrit 28 26 24 26 2? 25 27

Zur Erklärung: Der Ausdruck wurde von der Klinik ungenau angefertigt, daher „?“ (Seitenrand).

So durfte ich wohnen:2017-01-02 23.00.05.jpg
Mein Zimmer. Decke und Kissen sind von mir 😉

2017-01-02 23.00.36.jpg
Tür links führt zum Badezimmer. Das hab ich gar nicht geknipst, ups. Muss ich noch mal schnell hin 😀

2017-01-02 08.24.37.jpg
Mein Ausblick.

2017-01-01-08-53-51
Aua. Vor allem, wenn man damit hängen bleibt. DAS kann bluten…!

2017-01-02-23-00-51
Dieser Engel stand auf meinem Tisch. Ich habe mich hoffnungslos in ihn verliebt. Ich weiß, dass er von der Fa. Leonardo ist und die Serie hieß Julika. Leider ist diese Serie von 2014/15, Leonardo hat keine mehr vorrätig, Amazon und Ebay geben auch nix her und so ist es mir leider nicht möglich, mir diesen kleinen (na ja, 40 cm), nachdenklichen, aber dennoch optimistisch wirkenden Engel zu mir nach Hause zu holen 😦 Ich hab alles versucht, nix zu machen.

2017-01-03-12-16-16
Leider unscharf. Gefiel mir irgendwie.

Advertisements

Autor:

Monica L., alias Chemonica, geboren und wohnend seit 30.11.1982 in Braunschweig. Glücklich verliebt seit 2001 und verheiratet seit 2010 mit Jörn (lordlaui), zudem fast vor Stolz platzende Mami von Romy (*19.09.2012) und Mick (*12.07.2016). Am 11.07.2016 warf mir die Diagnose Brustkrebs gehörig einen Knüppel zwischen die Beine (G3, triple negativ, 2,5 cm, 4/10 befallene Lymphknoten etc.) und aktuell setze ich - hoffentlich - alles Machbare ein, um wieder krebsfrei zu werden.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s