Um den 07.07.2019 herum: Diagnose: Hirntumor rechtsfrontal!

Die Zeit zog ins Land, ich wurde fitter. Was echt gelinde gesagt gar nichts heißt, weil ich nichts, aber auch nichts konnte. Ich konnte alles bewegen. Arme, Beine, hatte zwar etwas Kopfschmerzen, aber alles gut soweit. Ich bekam irgendwann Zäpfchen zum Abführen, konnte dann aber glücklicherweise schon auf Toilette. Hatte aber einen Urinbeutel, Lätzchen zum Essen. Aber ich hatte für mich generell das Gefühl, alles erstaunlich gut zu meistern.

Was ich bisher noch gar nicht erzählt hatte: Ich hatte eine Kraniotomie rechtsfrontal. Die Tage nach der OP, in denen ich mich langsam ins Leben zurückkämpfte, dachte ich immer wieder daran „aaaah, endlich ist dieser dumme Zahndruck weg“. Dazu sei gesagt, dass ich im September 2018 eine Wurzelspitzenresektion am Zahn 2.4 (das ist der vierte Zahn oben links, gezählt vom Frontzahn und dann nach links zählen sozusagen) hatte. Ich hatte nach dem Eingriff irgendwie lange Probleme. Keine direkten Schmerzen, aber immer so ein komisches Gefühl. Als wäre etwas drin geblieben…? Ich ging etwas später sogar zur HNO-Ärztin, wurde untersucht, mir wurde noch gesagt, meine Stirn- und Nebenhöhlen seien auch sehr eng und letztlich wurde ich befundlos wieder nach Hause geschickt.

Als ich akut erkrankte, also auf der Couch lag, es soooo heiß war, als die Sommerferien begannen, als ich kaum aß und trank, als ich noch arbeiten wollte und nicht mehr konnte – da bin ich noch mit Jörn und Mick zu meinem (bald-Ex-Hausarzt), der mir ein Antibiotikum verschrieb und ich meine mich zu erinnern, dass er vermutete, dass das vermutlich vom Zahn komme.

Und ich dachte mir nichts weiter dabei – bis zu diesem Tag meiner Kraniotomie. Ich habe nie auch nur annähernd geahnt, dass ich SO krank bin. Ich dachte doch nur an eine versaute WSR, nicht mehr und nicht weniger. Zumal die Ärzte einen immer fröhlich bei der Visite anlachten, „alles super“. Na ja, ich war, nein, ich BIN so naiv und habe das einfach hingenommen. Und dachte immer an meine WSR. Denn die Schmerzen in diesem Bereich waren weg. Klasse!

Richtig. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen – ich hatte eine Operation am HIRN erhalten. Meine Diagnose. Bumm. Nimm das und schluck das, du Luder, hrhr. Aber – wohl meinem Drogenhirn geschuldet, es war halt so. IST halt so. Ich meine, es ist ja nun so gewesen und ich hätte diesen Umstand vermutlich nie verhindern können. Es war ein Tumor in meinem Kopf, der da nicht hingehörte. Diesen Umstand anzunehmen, fällt mir bis heute unglaublich schwer und ich bin sehr ungeduldig mit mir, habe hier einen Zettelblock von Jörn bekommen und notiere mir jeden Fitzel, damit ich nichts vergesse. Und wir reden hier von (möglichst allen) Namen der Schwestern, Ärzten, Patienten… Und es machen mich manche Dinge extrem fertig, zum Beispiel, dass ich gestern nicht genau wusste, wie man den Dalai Llama(?) schreibt? Ich weiß es immer noch nicht sicher, und es treibt mich schlichtweg in den Wahnsinn! Was soll ich meinem eigenen Hirn glauben? Was ist Hirn, was ist Verwirrung, weil im Krankenhaus alles so beschissen läuft? Ich schlafe seit zig Tagen nie mehr als vier Stunden, habe Alpträume, wälze mich herum. Bin ich vielleicht DOCH verrückt?

Autor:

Monica L., alias Chemonica, geboren und wohnend seit 30.11.1982 in Braunschweig. Glücklich verliebt seit 2001 und verheiratet seit 2010 mit Jörn (lordlaui), zudem fast vor Stolz platzende Mami von Romy (*19.09.2012) und Mick (*12.07.2016).

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