26.07.2019: Der Freitag…

Ahoi ihr Hasen,

schon wieder ich!

Um 06:30 Uhr bin ich unter die Dusche gesprungen, habe mich zurecht gemacht und anschließend mein Laken gewechselt – nein, ich bin immer noch im Krankenhaus ^^

Und dann habe ich etwas getan, was ich zuhause nie tun würde und hier auch nur mit großem Widerwillen tue: Ich habe meinen Armstrumpf angezogen. Wi-der-lich. Es tat weh und inzwischen habe ich – in Absprache mit Frau J., meiner geliebten Physiotherapeutin – beschlossen, dass ich ihn wieder ausziehe. Das Ding tut mehr weh als gut und ich hätte den Arm sicherlich inzwischen mal neu vermessen lassen müssen, aber ich fand die Kompression schon immer unangenehm und so ging damals daheim die Schublade auf, Armstrumpf und Handschuh rein, Schublade zu, Brustkrebs vergessen, hrhr. Ging bisher auch gut, aber der Physiotherapeut Herr B. winkte gestern mit dem Zaunpfahl, dass Jörn mir die Bestrumpfung mitbringen möge. Denn so könne ich zumindest die Manuelle Lymphdrainage hinauszögern, während ich hier bin.

Gegen halb Acht war Visite und Herr Dr. O., Herr Dr. S. und Oberarzt Herr Dr. K. (mein Operateur) standen höchstpersönlich vor mir. Ich schoss mit meinen Fragen los:

  • Frage: Ändert sich meine Sehstärke noch? Wenn ja, in welchem Zeitraum?
    Antwort: Sehr unterschiedlich, beobachten.
  • Frage: Meine ehemalige Chefin meinte zu Jörn, ein PET-CT müsse bei der Krankenkasse angefragt werden (Kostenübernahme), macht die Klinik das oder ich?
    Antwort: Das muss man nur ambulant, stationär wäre das nicht die Frage. Aber man hätte nun mit den Onkologen Kontakt, die sollen schauen, ob ich überhaupt für ein PET-CT infrage käme… (Anmerkung: Danke, nun darf ich auf die Onkos hoffen, wenn die das verneinen, dann habe ich einfach Pech gehabt? Das sei eine seeeehr teure und aufwändige Untersuchung, fände auch nur 1x pro Woche statt…)Ich ging vorhin mit Frau J. zum Krankenhaus-Kiosk, um für meine beiden Süßmäuse ein Wimmelbuch zu kaufen, habe mir extra noch Geld von Heidi geliehen, damit ich es heute schon kaufen konnte, und ich habe den Kauf wirklich zelebriert (geht man mal eben drei Wochen nicht einkaufen…), und sie meinte „Frau Lauenstein, WENN jemand Anspruch auf ein PET-CT hat, dann SIE und nicht der 76-jährige Opi von nebenan“. Schön, dass sie so denkt, ich hoffe, die Onkologen denken genauso!)
  • Frage: Gibt es schon einen Termin zur Schilddrüsen-Szintigraphie?
    Antwort: Neee, Termin gibt es noch nicht, und das sei ja nur ein Ultraschall (wow, und daher warte ich schon drei Tage, plus Wochenende, also mindestens fünf Tage? Toll…).

Fazit: Nichts neues, alles beim alten, nun ist Wochenende und hier tut sich NICHTS.

Frau J. und ich jedenfalls sprachen wieder über Gott und die Welt, während wir durchs Krankenhaus bummelten. Und so erfuhr ich wieder Dinge, wo ich dachte „ach, SO wird ein Schuh draus, wieso redet niemand mit uns – also Heidi und mir?“

Frau J. fragte mich, ob ich R. kenne, und ich musste verneinen. R. sei eine, ja, ich habe den genauen Wortlaut vergessen. Aber auf jeden Fall eine Assistentin. Im Grunde füllt diese Dame täglich die Regale in den Zimmern auf Station auf, organisiert Pflaster, Vorlagen, Trainer, füllt Kaffeekannen, besorgt Getränke, Suppen und Co. für die Patienten. Aber eben jene R. ist krank, sie sei mit dem Mittelfuß gegen das Tischbein daheim gelaufen und dieser sei nun gebrochen. Und DA wusste ich, wer sie ist!Sie war ganz zu Anfang im IMC-Zimmer und klagte nämlich Schwester Do. ihr Leid. Während ich noch halb beduselt und mit geschwollenem Auge da lag (ich MUSS aber auch ausgesehen haben…).
Wie ich darauf kam? Weil ich mich bei Frau J. ausgelassen hatte, dass einem jeder was anderes erzählt. Aber eben diese Assistentin ist nun krank, wohl auch noch länger, und niemand kann ihre Arbeit auffangen – was ich total gut nachvollziehen kann. Aber wieso SAGT mir das niemand? Ich hatte einen Hirntumor, aber ich bin nicht doof. Jedenfalls nicht dümmer als früher. Seitdem rennen hier alle wie aufgescheucht herum, ich muss immer nach Kaffeetassen fragen, wenn ich Heidi ein Käffchen mitbringen will, und meinen Apfelsaft musste Jörn an meinem „Abführabend“ aus dem Kiosk hier besorgen, weil es „keinen gab“, genau wie er die klare Brühe selbst holen musste, weil es „hier nur welche mit Nudeln gibt“ (und ich JETZT weiß, dass es das alles nur nicht gab bzw. gibt, weil R. krank ist). Dass man solche internen Dinge erst von einer (wirklich sehr fähigen) Frau J. erfahren muss, kapiere ich nicht.

Ich überlege gerade, ob und was wir noch besprochen hatten, falls mir noch was einfällt, trage ich es nach.

Dann kam mein geliebter Jörn auch schon zu Besuch, heute mal früher, weil Romy und Mick heute mit Kim und Lina (auch eine ehemalige Praktikantin aus dem Kindergarten unserer Kinder) im Zoo Stöckheim waren. UND später waren sie sogar noch bei Kims Ex-Freund, er ist bei der Freiwilligen Feuerwehr in Leiferde, und so ging für Romy, aber vor allem für Mick, heute wohl ein großer Traum in Erfüllung: Er wurde zum Feuerwehrmann! Ich erhielt Fotos von einem über beide Backen strahlenden Mick, wie er auf dem Schoß von Kims Ex sitzt und sich freut wie Bolle. Und diverse andere Bilder, und mir ging das Herz auf. Da haben Kim und Lina (und natürlich der Ex-Freund Sven) meinen beiden Kindern einen großartigen, wenn nicht sogar den größten Traum von Mick erfüllt – tausend Dank euch!

Und mein Mann? Er brachte mir mein bestelltes Wunschzeug (z. B. Handtücher) und plötzlich überreichte er mir Bärchi. Wer Bärchi ist, fragt ihr? Das hier:

dav

Ist er nicht unglaublich süß? Ich habe mich SOOOOO über ihn gefreut, er ist perfekt! Ja, er heißt Bärchi, so, wie ich Jörn immer nenne (so, nun isses raus). Also habe ich immer einen Bärchi an meiner Seite ❤ Natürlich zusätzlich zu Jocko, Micks Äffchen (den ich wohl mehr liebe als er selbst) und, äh, öh, oh weia, Namen vergessen… Bella? Ne, das wäre der große Labrador. Mir ist der Name vom kleinen Hund entfallen… Ha, ich glaube Wauwi!
So, ich glaube, das war es fürs erste. Ich melde mich sonst später noch einmal. Jetzt will ich erst einmal die Füße hochlegen.

Und wenn man denkt, es passiert nix Spannendes mehr, kommt Dr. O. um die Ecke und verkündet, dass ich um 16:30 Uhr ein Kontroll-MRT habe. Gleich darauf brachte man mir den Aufklärungsbogen und eine blaue Mappe. Ich füllte schnell alles aus, warf meinen Schmuck ab, zog eine andere Hose an, Gürtel ab, Schmuck ab…
Ich bin dann zu Fuß runter (alleine), habe mich noch einmal halbwegs verlaufen, bis ich Doofi das richtige Schild gesehen habe 😀 Von Heidi erfuhr ich, dass während meiner Abwesenheit zwei Transportdienste hier waren, die mich abholen wollten. Die Sekretärin hatte mich aber nunmal alleine runtergeschickt, pff. Aber wieso wundert mich das bis heute immer noch, dass jemand kommt, obwohl ich gar nicht mehr hier war?

So, nun brummt mir der Kopf, das MRT war echt laut (trotz Ohrschutz) und man muss sich wirklich stark konzentrieren, um ruhig liegen zu bleiben. ca. 20 – 25 Minuten war ich im MRT. Nun hoffe ich, dass das Kontroll-MRT unauffällig ist. Wobei: Beeinflussen kann ich ja eh nix.

Ach so, bei meiner Mami hab ich schon diverses Fresszeug für Sonntag bestellt (wenn Jörn mit den Kindern zu Besuch kommt), und ich habe ihn gebeten, den Langhaarschneider mitzubringen. Ja, richtig gelesen. Frau Lauenstein wird sich den Kopf wieder mal rasieren 😉 Bestrahlung Kopf wird eh kommen, vermutlich wird das Haar eh wieder fliegen lernen, es wächst irgendwann wieder nach und außerdem sehen kurze Haare an mir eh besser aus (findet mein Mann zumindest auch). Außerdem kann ne schöne Frau eh nix entstellen ^^

P.S.: Eben fand ich im Aufenthaltsraum keine Plastikkanne für meinen geliebten Früchtetee. Ich fragte die liebe Schwester A., die mir eine Thermoskanne anbot. Ich sah sie an „man sagte mir vor einigen Tagen schon, es gäbe keine 38 Thermoskannen“, sie winkte nur ab und meinte, die kann ich nutzen, so lange ich denn mag.

Danke, liebe Schwester A.! Danke für nix, Sister B.

Ich sage einfach mal: Bis später!

Autor:

Monica L., alias Chemonica, geboren und wohnend seit 30.11.1982 in Braunschweig. Glücklich verliebt seit 2001 und verheiratet seit 2010 mit Jörn (lordlaui), zudem fast vor Stolz platzende Mami von Romy (*19.09.2012) und Mick (*12.07.2016).

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