29.07.2019: Der Rest des Montags

Guten Abend ihr Mäuse!

So, der Nachmittag und Abend waren irgendwie schon wieder zum abgewöhnen.

Natürlich habe ich den ganzen Tag auf die Schilddrüsen-Sono gewartet. Vergeblich. Natürlich. Wie immer. Es hätte ja mal was funktionieren können. Ich war auf 180 und verfluchte alles und jeden – Jörn war inzwischen zu Besuch gekommen und es wurde 15:05 Uhr und auf einmal betrat Herr Dr. K. das Zimmer. Meine Mutter habe ja solchen Alarm gemacht (ähem) und ob es in Ordnung sei, wenn wir im Zimmer reden. Klar. Und so stellten wir unsere Fragen. Man merkte ihm aber gleich eine gewisse Unlust an und er stellte auch schnell klar, dass sie gar nicht die richtigen Ansprechpartner seien in der Neurochirurgie 1B. Er sei mein Operateur gewesen, ja, aber nun wolle man für mich, dass es mit der Bestrahlung vom Kopf schnellstmöglich losgehe, ich läge ja auch schon so lange hier (ach… tatsächlich?).

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Montag, 29.07.2019: Was passiert heute denn mal?

Guten Morgen ihr Lieben!

Uff, es ist schon wieder so viel passiert irgendwie, ich versuche mich – wie immer – kurz zu fassen, das ist aber echt nicht einfach, weil eben hier immer was passiert.
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Montag, 29.07.2019: Paranoia

Guten Morgen ihr Zuckerhäschen!

Ich bin gestern Abend um 21:00 Uhr eingeschlafen – und habe seit 23:30 Uhr ausgeschlafen. Mir tut mein Rücken wahnsinnig weh, ich weiß nicht mehr, wie ich liegen soll. Dazu bin ich wieder bzw. immer noch im totalen „habe ich erneut einen Pneumothorax?“-Wahn gefangen. Ich habe ja nun seit gestern Nachmittag das extreme Gefühl, irgendwie kurzatmig zu sein, meine schneller Luft holen zu müssen, mein ZVK tut zudem weh, hatte ja nachgeblutet (glücklicherweise nicht NOCH mehr, wie ein abendlicher Pflaster-Check ergab), aber dieses leichte Zwacken im linken Lungenflügel mag nicht verschwinden. Ich weiß inzwischen überhaupt nicht mehr, wem ich glauben soll. Am 12.07. dachte ich schon einmal, dass doch etwas nicht stimme, und wurde von mehreren Seiten beruhigt, dass alles in Ordnung sei. Und das Wochenende verging. Um dann am 15.07. beim CCT durch Zufall zu sehen, dass sich seit Freitag Luft in meinem linken Lungenflügel sammelt. Ich hatte es also DOCH bemerkt. Und nun habe ich wieder das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Der Gedanke, dass sich das gerade alles wiederholen könnte (was genau bedeutet, dass ich WIEDER ins IMC ziehen müsste, WIEDER einen Schlauch zwischen die Rippen links bekommen würde, dass ich WIEDER mindestens 24 Stunden nur auf dem Rücken liegen und mich kaum bewegen dürfte, dass ich absolute Bettruhe hätte, dass ich wieder auf den Schieber machen müsste, unerträgliche Rückenschmerzen aushalten müsste…

Ich weiß langsam nicht mehr, wie viel ein einzelner Mensch ertragen muss. Aushalten muss. Akzeptieren muss. Sich gefallen lassen muss. Ich weiß nur, dass ich langsam echt am Ende bin. Und ich weiß langsam nicht mal mehr, ob ich noch freundlich bleiben oder mal auf den Tisch hauen sollte. Es KANN nicht immer einen halben Schritt vorwärts und 20 Schritte rückwärts gehen! Ich möchte doch einfach nur stinknormal behandelt werden! Ich habe saumäßige Angst vor dem Ergebnis, wenn sie sagen sollten „jepp, erneuter Pneu“ (laut Google liegt ein Rezidiv bei 30 bis 40 % und der Patient solle daher schonen…). Aber ÄNDERN kann ich eh schon nichts mehr. Ich weiß auch nicht, ob die Ärzte mich nicht direkt einweisen lassen, wenn ich bei der Visite auf ein erneutes Röntgen vom Thorax bestehe. Aber ich brauche ein Bild. Jemand, der zu mir kommt und sagt: „So Frau Lauenstein, wir haben eben die Aufnahme gemacht, schauen Sie – da ist nichts!“ DANN bin ich bereit, das zu glauben. Anders leider nicht mehr. Es ist viel zu viel passiert und ich will kein „wird schon nix sein, Frau Lauenstein“-Weichspülgelaber. Aber wie schnell kann ein Röntgen Thorax angemeldet werden? Wo hier eh schon IMMER (bis auf wenige Aufnahmen… Oder gar nur eine Ausnahme?) alles falsch angemeldet und wortlos storniert wurde, damit man mich nochmals erneut anmeldet, damit eine Untersuchung mindestens drei Tage Zeit braucht, bis was passiert? Wie gesagt, heute ist Tag 25…

Leute, ich habe es inzwischen SO satt hier. Ich verlange nachher ein Röntgen der Lunge, und heute Nachmittag Punkt 15:00 Uhr werde ich – sollte ich nicht erneut an der Buelau-Drainage hängen und damit mein Vorhaben wie ein Lungenflügel platzen, hrhr – zusammen mit Jörn an der Tür vom Arztzimmer klopfen und dann verlange ich Antworten. Möglichst von Dr. K. und nicht jemand anderem. Und wehe es wagt jemand, zur gleichen Zeit vor der Tür zu stehen, dem beiße ich auf direktem Weg den Kopp ab, ohne Witz. Langsam reicht es. Nein, es reicht. Schon lange. Viel zu lange! Ich will jetzt endlich mal Hilfe, Fakten, Antworten, Befunde, Klarheit, einen direkten Plan, wie was die weitergeht und keine Brötchen fürs Personal fischen, Rollstühle schieben oder, ach, lassen wir das…

Ich gehöre echt in die Klappse! Ich habe kein Problem damit, Heidis Tablett wegzubringen. Ich habe auch kein Problem damit, den Rollstuhl hinter ihr her zu schieben, wenn die Physiotherapeuten kommen und mich um Hilfe bitten (auch wenn ein kleiner Teil in mir immer denkt „und wenn ich nun Nein sagen würde?“ oder denke „ich hätte mich jetzt auch gerne mal hingelegt“). Aber nein, ich mache es. So wie ich immer alles mache. Weil ich, warum auch immer, dieses Bedürfnis habe, hier drinnen allen gefallen zu müssen. Dabei wissen manche von euch, dass ich in der normalen Welt so gar nicht bin, oder eben extrem gedrosselt und mir draußen weitaus weniger gefallen lasse. Manches winke ich im Leben durch und nicke, lächele und denke „leck mich doch am Fuß“, aber ich meine für mich einen gesunden Mittelweg gefunden zu haben. Aber seit ich hier bin, drehe ich irgendwie ab – zum großen Nachteil für mich selbst. Erfülle hier Wünsche aller Art, helfe Heidi damit nicht wirklich, die Schwestern schieben die Verantwortung gerne auf mich ab und ich bin mir sicher, dass man mich wegen genau diesem Umstand vermissen wird.

Klar, jemand, der SO idiotisch ist, findet man wohl nur extrem selten da draußen…

Ich fürchte, ich kann und muss meiner Mutter an dieser Stelle danken. Die im normalen Leben da draußen IMMER so ist. Und wie oft habe ich sie deswegen angemeckert, dass sie sich nicht alles gefallen lassen soll? Den Mund aufmachen soll? Zeigen soll, dass man SO nicht mit ihr umzugehen hat? Und hier drin? Mime Ich ihr gebürtiges Ebenbild. Verprügeln sollte man mich!

Sollte ich hier je heile rauskommen, muss ich dringend Hilfe suchen. Bei meiner lieben Frau H., meiner Psychologin, und ich muss mir dringend wieder ein dickes Fell wachsen lassen. Keine Ahnung, was mich hier so scheiße klein hat werden lassen. Könnte es vielleicht dieser scheiß Krebs sein, der sich daraus einen absoluten Schenkelklopfer macht und mich damit mürbe machen will? Danke du Pfeife, kannst deinen Kram einpacken!

Ich werde jetzt noch etwas Musik hören, warte eine anständige Uhrzeit ab, bis ich unter die Dusche hüpfen kann.

Bis später, ihr Gürkchen!