29.07.2019: Der Rest des Montags

Guten Abend ihr Mäuse!

So, der Nachmittag und Abend waren irgendwie schon wieder zum abgewöhnen.

Natürlich habe ich den ganzen Tag auf die Schilddrüsen-Sono gewartet. Vergeblich. Natürlich. Wie immer. Es hätte ja mal was funktionieren können. Ich war auf 180 und verfluchte alles und jeden – Jörn war inzwischen zu Besuch gekommen und es wurde 15:05 Uhr und auf einmal betrat Herr Dr. K. das Zimmer. Meine Mutter habe ja solchen Alarm gemacht (ähem) und ob es in Ordnung sei, wenn wir im Zimmer reden. Klar. Und so stellten wir unsere Fragen. Man merkte ihm aber gleich eine gewisse Unlust an und er stellte auch schnell klar, dass sie gar nicht die richtigen Ansprechpartner seien in der Neurochirurgie 1B. Er sei mein Operateur gewesen, ja, aber nun wolle man für mich, dass es mit der Bestrahlung vom Kopf schnellstmöglich losgehe, ich läge ja auch schon so lange hier (ach… tatsächlich?).

Ich erzählte ihm, dass wenige Tage zuvor meine Frage nach Kopf-Bestrahlung von Herrn Dr. N. noch mit einem „na na, erst einmal muss die Narbe verheilen, sonst öffnet sich das wieder“ abgetan wurde. Natürlich quittierte Herr Dr. K. das mit keiner Mimik oder Gestik. Arzt halt. Aber er meinte, die Radioonkologen seien da die kompetenten Ansprechpartner und die Sonographie der Schilddrüse könne man auch in der Celler Straße vollführen. OB und WANN ich also nun verlegt werde, da man erst die Celler Straße anrufen und erfragen muss, ob überhaupt ein Bett für mich frei sei – tjaaaa, DAS muss ich morgen Früh bei der Visite erfragen. Es kann nun also theoretisch ganz schnell gehen, dass ich entweder sehr zeitnah in die Celler Straße komme, oder aber sogar erst einmal heim, wenn die Celler kein Bett frei hat (an diesen Gedanken mag ich gar nicht denken – aus purer Angst, dass dieser Traum dann wieder wie eine Seifenblase zerplatzt!). Ich habe schon sehr große Angst vor der Kopf-Bestrahlung, das gebe ich zu. Mindestens genauso viel Angst wie, mit wem ich in ein Zimmer komme, ob derjenigen übel wird, sie spucken muss, sich unwohl fühlt, oder ne Oberziege ist, oder lande ich mit einer Krebspatientin in einem Zimmer? Oder wem genau? Ich mag eben langsam nicht mehr im Krankenhaus sein 😦

Schwester H. sagte heute Morgen (oder gestern? Herrje, zu viele Tage, zu viele Infos…) schon, dass Kopf-Patienten in der Regel zwei Wochen stationär bleiben würden, bis die Maske (die man zur Bestrahlung brauche) angepasst sei usw. Zwei WOCHEN? WOCHEN? Och neee…! Na ja, nicht darüber nachdenken.

Auf jeden Fall war Herr Dr. K. recht kurz angebunden und beendete auch zügig das Gespräch. Zumindest stellte er, wie gesagt, recht schnell dar, dass ich einfach falsch liege. Wer wo was noch bei mir untersuchen wird – tja, ich weiß es nicht. Aber ich erhoffe mir einfach kompetentere Hilfe von der Celler Straße. Es wird ggf. noch eine Tumorkonferenz stattfinden und ggf. weitere Diagnostik (gerade Schilddrüse), den Rest erfahre ich vielleicht eines Tages noch.

Herr Dr. K. verschwand dann auch zügig und selbst Jörn fiel auf „schön, dass ER das Gespräch nun beendet hat.“ Wenig später kam dann Schwester Ank. herein und kündigte mein Röntgen vom Thorax an, ob ich „runtertrippeln“ könne. Klar kann ich! Ich griff mir Jörn und wir trafen Dr. „Shakira“ auf dem Flur, sie erklärte mir, dass sie mich zum Röntgen angemeldet habe, ich bestätigte dies und sie meinte, es käme gleich jemand, um mich abzuholen. Ich meinte, dass Schwester Ank. meinte, ich könne zu Fuß gehen, und „Shakira“ rief Schwester Ank. zu, dass sie einen Sitzendtransport bestellt habe. Aber zu Fuß war es mir lieber, da es auch schneller ginge, und ich hatte ja Jörn im Schlepptau.
Also stratzen wir zur Radiologie und wenig später wurden Aufnahmen in zwei Ebenen (von hinten und von der Seite) gemacht. Die Dame war sehr nett, wünschte mir alles Gute und wir gingen wieder hoch.

Es ist nun 20:10 Uhr und Schwester Ank. meinte schon, keine Neuigkeiten seien immer gute Neuigkeiten, die Radiologen hätten sonst schon Alarm geschlagen. Heißt also: Ich habe wohl keinen erneuten Pneumothorax. Und darüber freue ich mich nun einfach mal etwas verhalten.

Nun werde ich noch ein wenig stricken, TV gucken und gegen 22:00 Uhr werde ich mich mit einer Tavor in den Schlaf schießen – wenn ich es denn bis zu dieser Uhrzeit schaffe. Ich bin durch die wieder mal extrem kurze Nacht (21:00 – 23:30 Uhr) extrem müde und kaputt.

Es geht langsam voran. Zumindest will man mich plötzlich umgehend rauswerfen. Ich bin dennoch sehr traurig über diesen „abrupten“ Rauswurf, ich habe mir den ganzen Scheiß nicht ausgesucht. Aber eine Zweitmeinung werde ich mir wohl eh noch einholen, außer man findet den Primärtumor noch in der Schilddrüse. Aber Hoffnung habe ich da sehr wenig.

P.S.: Und zu allem Überfluss bekam ich vorhin noch eine Mail von DHL, mein Name stehe gar nicht an der Tür und so konnte das Paket nicht zugestellt werden. Sind denn alle nur noch bescheuert? Jörn hat per Chat Stunk gemacht und es wurde nun eine Beschwerde weitergeleitet (ja, na klar, die landet direkt im Aktenvernichter!). Ich brauche die bestellten Lidl-Klamotten für Mick dringend, der kleine Mops hat am 31.07. (nicht wie ursprünglich mal vereinbart am 01.08.) seinen Kindergartenstart, seuuufffzzz…

Meine lieben Freunde – schlaft gut, ich versuche es auch wieder mal.
Bis morgen!

Autor:

Monica L., alias Chemonica, geboren und wohnend seit 30.11.1982 in Braunschweig. Glücklich verliebt seit 2001 und verheiratet seit 2010 mit Jörn (lordlaui), zudem fast vor Stolz platzende Mami von Romy (*19.09.2012) und Mick (*12.07.2016).

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