30.07.2019: Alles Gute zum Kennenlern- und Hochzeitstag, mein Bärchi!

Lieber Jörn,

wir kennen uns (online) seit 1999, fanden uns beim Fotoaustausch beide extrem doof, aber lustig. Und beließen es zwei Jahre dabei, uns auch nicht kennenzulernen. Bis zu dem Abend, an dem ich den Männern bereits abgeschworen hatte, weil alle saudoof sind. Und du hattest nichts Besseres zu tun, als mir mitten in der Nacht, ca. 1:30 Uhr, eine SMS zu schicken mit „Na, was machst du schönes?“. Ich saß derweil bei einem Kumpel, dem gerade eingefallen war, dass er mich doch nicht heimbringen könne, da er am kommenden Morgen bei einem Umzug helfen müsse. Ich schrieb dir das mit einem „kannst mich ja abholen :-D“, und du fragtest nach der Adresse – ohne Smiley.

Der Rest ist Geschichte, als keine halbe Stunde später ein taubenblauer Audi mit rostiger Motorhaube unter der Laterne parkte, du saßst auf der Motorhaube. Ich sah dich und mir schossen die Herzchen aus den Augen. Du sahst mich und auch dir sprühten Funkelglitzerflitzerherzen aus deinen großen, wunderschönen braunen Augen und du begannst zu lachen. Und auch heute noch, 18 Partnerjahre und 9 Hochzeitsjahre später, verzaubert mich dieses Lachen jeden einzelnen neuen Tag. Deine Lachfältchen sind inzwischen richtig schöne, volle, zufriedene Lachfalten geworden, die mein Herz jedesmal Purzelbäume schlagen lassen. Ich sehe dich so unglaublich gerne lachen, höre dich gerne lachen, es ist für mich jedes einzelne Mal ansteckend.
Dein Haupthaar wurde über die Jahre immer dünner, ich vermeide es (meist), dich darauf anzusprechen. Und dein Bart – er wurde jährlich ein wenig grauer. Seit ich hier im Krankenhaus bin, kommt es mir so vor, als sei er nochmals extrem nachgegraut. Ich mag das – aber all den vielen Kummer mit mir hätte ich dir so wahnsinnig gern erspart.

Jörn, ich habe so viele Jahre an mir gezweifelt. Fühlte mich immer zu dick, zu rund, zu viel Bauch, zu viel bla, zu wenig Brust, mimimimimimi. Und du warst da. Und ich zweifelte immer, ob du mich auch wirklich liebst, so wie ich aussehe…
Dann bekamen wir zwei fantastische Kinder, und ich bekam zeitgleich mit Mick den Brustkrebs. Und ich zweifelte, ob du mich wirklich liebst, so wie ich aussehe…
Und wir zogen uns gegenseitig durch diese Hölle und es hat uns, finde ich, mehr zusammengeschweißt.
Und dann wurde ich noch kränker – ohne dass ICH auch nur annähernd etwas ahnen konnte. Wenn einem das eigene Hirn das auch nicht vermitteln kann, wird es schwer, das zu merken. Nein, sogar unmöglich. JETZT passt alles zusammen, mein Verhalten, meine Launen, meine Müdigkeit, meine Kopfschmerzen, meine Ungeduld, meine Ablehnung euch allen gegenüber. Und ich kann dir nicht beschreiben, wie leid es mir tut. Für mich, aber am meisten für euch alle! Und auch jetzt, direkt hier im Krankenhaus, kommen manchmal leise Zweifel auf, ob ich wirklich schön genug für dich bin. ABER es gibt einen ganz großen Faktor, der mich auf der Stelle aufhören lassen sollte, an deiner Liebe zu mir zu zweifeln: Du bist nach ALL dem ganzen Scheiß hier immer noch bei mir. Und deine großen, schönen braunen Augen funkeln und glänzen jedes Mal, wenn du mich siehst. Dieses Gefühl ist großartig und so viel mehr wert, als anzuzweifeln, ob du meinen Bauch nicht zu dick findest – und das wirst du vielleicht sogar. Aber du bist da. Danke! ❤

Ich weiß nicht, wie diese Story hier endet, wann sie endet. Aber ich verspreche euch, dass ich für euch da sein werde, so gut und so lange ich kann. Und ihr müsst mir versprechen, dass ihr tapfer seid, nicht traurig, sondern stolz! Wir sind die Lauis und eine großartige Familie! Wir halten zusammen, wir sind füreinander da und einer hilft dem anderen. Und das schaffen wir gemeinsam!

Jörn – ich danke dir für ein weiteres tolles Jahr mit dir. Nun kann ich behaupten, mein halbes Leben bereits mit dir verbracht zu haben. Eigentlich eine lange Zeit, 18 Jahre, aber doch soooo wenig Zeit. Meinetwegen dürfen es gerne noch viele, viele weitere Jahre werden. Mal sehen, ob uns die gegönnt sind.

Ich liebe dich über alles, mein Jörn!

Deine Moni

dav

Autor:

Monica L., alias Chemonica, geboren und wohnend seit 30.11.1982 in Braunschweig. Glücklich verliebt seit 2001 und verheiratet seit 2010 mit Jörn (lordlaui), zudem fast vor Stolz platzende Mami von Romy (*19.09.2012) und Mick (*12.07.2016).

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