Donnerstag, 22.08.2019: Bald geht es los!

Guten Abend, ihr Lieben!

Was für ein Tag heute!
Nachdem Jörn die Kinder zur Schule und Kindergarten gebracht hatte, fuhren wir beide um 09:15 Uhr pünktlich in die Strahlenklinik der Celler Straße. Wir gingen zur Anmeldung, wo wir erfuhren, dass wir eine Überweisung hätten mitbringen müssen. Seufz. Laut der netten Sekretärin sei dies aber häufig so, dass die Ärzte diese Informationen nicht weiterleiten und es sei kein Problem, diese nachzureichen.
„Donnerstag, 22.08.2019: Bald geht es los!“ weiterlesen

Werbeanzeigen

Mittwoch, 21.08.2019: Die steigende Angst vor morgen…

Guten Tag ihr Hasen!

Da komme ich mal wieder aus meinem Depri-Loch gekrochen. Na ja, ganz so schlimm ist es nicht, ich muss der Kinder wegen ja meine Fassade aufrecht erhalten.

Morgen um 09:15 Uhr habe ich nun den „lang ersehnten“ Kliniktermin in der Celler Straße. Hier heißt es in meinem letzten Entlassungsbrief, erfolgt dann das Gespräch zur Bestrahlung – und ich hoffe ja fast, dass wir dann auch gleich diese ominöse Maske anfertigen, die ich dafür dringend benötige.
Um 13:00 Uhr dann habe ich dann das Gespräch und mir wird dann der „Fahrplan“ für die kommenden Monate mitgeteilt. Am Montag, den 19.08.2019, war die Tumorkonferenz und mein Fall wurde dort u. a. vorgestellt. Und viele Ärzte aus allen möglichen Fachbereichen treffen dort zusammen und jeder bringt seine Erfahrungen, Ideen und Therapieansätze ein. Dieser Gedanke ist eigentlich ganz tröstlich, dass eben nicht nur EIN Arzt über mein weiteres Leben entscheidet, sondern eben diverse Ärzte ihr langjähriges Fachwissen teilen können.
„Mittwoch, 21.08.2019: Die steigende Angst vor morgen…“ weiterlesen

Samstag, 17.08.2019: Wieder zuhause – und dennoch so traurig

Hallo ihr Lieben!

Ich hatte mich den ganzen Morgen so auf den heutigen Tag gefreut. Na ja, so gut, wie man sich eben bei meiner Diagnose freuen kann. Aber ich bin ja ein Dickkopp und ich mache es dem Krebs nicht so leicht.

Jörn war mit den Kindern in der Schule, da Romy heute als frische Zweitklässlerin heute „Patin“ für einen neuen Erstklässler war, sie gingen alle gesammelt zur Kirche usw. Anschließend kamen die Drei zu mir ins Krankenhaus, während ich schon wieder von der Allgemeinchirurgie 4 zurück auf die Lungenstation (Medizinische Klinik 2.6) gezogen war. Dort wartete ich auf die Visite, die Entlassungsschreiben und meine Medikation fürs Wochenende. Die Zeit verstrich, die Kinder bekamen ein Eis von der Krankenschwester und ich um kurz nach 12:00 Uhr sogar noch mein Mittagessen.

Da ich immer noch nicht wusste, wie lange ich noch Unacid (Antibiotikum) einnehmen soll, öffnete ich den Entlassungsbrief (ein Exemplar ist ja für mich, das andere für meinen Hausarzt) vor Ort im Krankenhaus. Um dann Dinge zu lesen, die mir vorher noch niemand gesagt hat…

Auszug aus dem Schreiben:

  • 5×4 cm Metastase rechts frontal (operiert)
  • Lymphknotenmetastasen links zervikal im Level IV, im linken Hilus und paratracheal im mittleren Mediastinum. Ossäre Metastasen im BWK 7, fraglich BWK 12 (DD Osteochondrose), im linken Os ilium, im Sacrum/SWK 1 und rechten Tuber ischiadicum.

Das nur ein Auszug von meinem Arztbrief. Einen Termin für die Celler Straße habe ich erst Donnerstag. Dazu kommt noch, dass alle meine Unterlagen weg zu sein scheinen.

Am 08.08.2019 wurde ich ja aus der Neurochirurgie entlassen, am 09.08.2019 holte mich der Rettungswagen ab. Denen gab ich alle Unterlagen, die ich bei Entlassung erhalten hatte (MRT Kopf, Entlassungsbrief an meinen früheren Hausarzt, Blutbilder usw.) und zwei Anrufe in der Klinik brachten bisher keinen Erfolg. Nun soll ich morgen nochmals anrufen, evtl. seien die Unterlagen im Arztzimmer der zuletzt behandelnden Station (ML 2.6). Wenn nicht, habe ich das große Glück, die medizinische Schreibkraft der Klinik zu kennen, die mir alle Unterlagen erneut ausdrucken würde (das ist übrigens legal, falls ihr euch das gerade fragt…).

Ansonsten fühle ich mich hier zuhause seit dem Entlassungsbrief richtig krank. Mein „Port-Arm“ tut noch ziemlich weh, wobei die Ärztin gestern Morgen von der Allgemeinchirurgie meinte, der Port säße direkt auf dem Muskel, das könne mal zwicken. Aber ich habe wieder diese große Angst vor einem erneuten Pneumothorax. Meine Bitte nach einem Kontroll-Röntgen wurde abgewiesen, dazu sei es noch zu früh, da hätte man gestern noch gar nichts erkennen können. Also liege ich nun daheim auf der Couch, versuche die ganze Zeit in mich hinein zu hören, habe dauernd „Atemgeräusche“, es knistert und britzelt ab und an in der Lunge und ich ahne sofort das schlimmste. Oder ist es nur meine Psyche, die mich veräppelt und mir vortäuscht, ich hätte nun was? Mein Körpergefühl ist total kaputt, ich habe keinerlei Vertrauen mehr in mich, meinen Körper, meine Gesundheit, und das Krankenhaus hilft mir auch nicht. WENN meine Beschwerden stärker werden, würde ich eh im Fall der Fälle wieder an der Buelau-Drainage landen, Bettruhe, Schlauch zwischen die Rippen usw…

Ich bin mit meiner Kraft aktuell SO am Ende. Hier zuhause fühle ich mich wie ein todkranker Mensch, der den Alltag seiner Familie zerstört, nichts tun kann, sich krank und kaputt fühlt. Und erst am Donnerstag werde ich meine lange Liste von Fragen stellen können. Im Brief ist jedenfalls von Chemo die Rede, dass ich deswegen einen Port erhalten habe.

Ich gehe davon aus, nicht mehr geheilt werden zu können, aber vielleicht noch ein wenig Zeit zu gewinnen. Aber für genaue Antworten muss ich mich noch gedulden. Geduld, wo mein Körper dringend Hilfe bräuchte, mein Kopf Bestrahlung. Und wieder ist man alleine. Und belästigt alle anderen.

Liebe Leute, ich brauche euch nicht zu sagen, dass Krebs so unglaublich heimtückisch und gemein ist.

Bis bald.

Mittwoch, 14.08.2019: Und noch ein Stück mehr in die Sch… gegriffen…

Hallo ihr Lieben!

Da bin ich wieder. Heute wirklich nur kurz.

Heute Vormittag kam der Stationsarzt und erklärte mir, dass die Chirurgen nichts gegen eine Portanlage hätten, aber ein Blutbild brauchen. Zwei erfolglose Blutabnahme-Versuche später hieß es dann: Leiste.
Dieser Eingriff wird invasiv gemacht, also übersetzt „ein Organ betreffend, eingreifend“ – und das beschreibt es gut. Die Arterie bzw. Vene in der Leiste wurde punktiert. Mehr erspare ich euch an dieser Stelle. P.S.: Mein Bettlaken hat auch was abbekommen und: AUA!

Heute Nachmittag hat dann mein Zugang im rechten Handrücken auch seinen Dienst quittiert und der Arzt stimmte zu, dass wir diesen entfernen und weglassen. Nun bekomme ich morgens und abends je zwei Tabletten Unacid. Verhaltene Freude meinerseits.

Der Tag plätscherte dahin, denn der gestrige Tag war schon – pardon – beschissen. „Mittwoch, 14.08.2019: Und noch ein Stück mehr in die Sch… gegriffen…“ weiterlesen

Montag, 12.08.2019 – Der Tag X?

Hallo und guten Abend ihr Lieben!

Tut mir leid, dass ich mich jetzt erst melde, aber ich hatte in der linken Hand bzw. am linken Daumenballen einen Zugang, was das Schreiben komplett unmöglich machte, zumal ich diese Hand eben möglichst nicht bewegen sollte, damit die Vene nicht reißt. „Hochgegangen“ ist der Zugang leider trotzdem. Aber der Arzt heute – bei der Bronchoskopie – fand auf Anhieb einen neuen – im rechten Handrücken.

Aber von vorne:
„Montag, 12.08.2019 – Der Tag X?“ weiterlesen

Samstag, 09.08.2019: Aua-Samstag!

Hallo ihr Möhren!

Heute war Samstag. War, weil ich nun im Bett liege und demnächst einschlafen möchte, wenn meine Antibiose gegen 22:00 Uhr gelaufen ist.

Der Morgen startete ganz angenehm, meine beiden Bettnachbarinnen und ich kamen ins Gespräch und es war ein sehr netter Tag. Eigentlich.

Und dann kamen diverse Schwestern, Ärztinnen und versuchten verzweifelt, irgendwo aus mir Blut heraus zu bekommen.

Insgesamt haben wir am linken Arm neun Anläufe gebraucht und rechts (was ja eigentlich nach Brustkrebs tabu sein sollte, wir aber abwägen mussten – vergeblich) zwei Versuche.

Dann hatten wir zwei Röhrchen halb voll und das reichte dann.

Also meine Leukozyten waren sehr, sehr niedrig, wie nach einer Chemo. Sind nun aber wieder im Aufstieg.

Montag soll ich eine Bronchoskopie bekommen (weiß man hier schon mehr als ich? Stichwort PET-CT). Ich bin gedanklich schon alle Eventualitäten durchgegangen. Aber 1. allein Tumor in Brust UND Kopf gehabt zu haben ist schon suboptimal, aber dann noch ggf. Lunge…?

Ja, ich höre schon auf. 1. bringen Spekulationen nichts, 2. kann es auch ohne Befund sein (ich habe nicht mal im Ansatz Husten oder so), 3. müssen wir eh alles nehmen wie es kommt. Ich merke auch selbst, dass ich hier am Rande der Depression kratze.

Nachmittags (ich bekomme 3x täglich Antibiose, also Antibiotikum intravenös) wollte Pfleger M. Mir eben jene anhängen, aber plötzlich brannte mein Arm höllisch. Er stöpselte sofort ab und spritzte Kochsalzlösung – aber auch das brannte wie die Hölle. Also musste er meinen Zugang ziehen. Fuuuu…! Uns gehen langsam die Stellen aus, man versuchte mich schon zu einem neuen ZVK zu überreden (niemals ohne Narkose!), die Ärztin später sprach vom Port. Weiß man hier doch schon mehr?

Danach kam zeitig die andere Ärztin und brauchte weitere drei Anläufe, um mir eine Vigo, also einen venösen Zugang zu legen. Nun habe ich einen direkt im Daumenballen. AUA!

Ich sehe aus wie eine alte Pinnwand, überall kleine Stipper.

So, nun versuche ich bald zu schlafen, habe aber tierisch Angst, dass mir der neue Zugang auch wieder so wehtut bei der AB-Gabe (sprich, dass das Zeug daneben läuft).

Den Nachmittag über war mir auch irgendwie leicht übel und ich hatte das Gefühl von Herzrasen. Ob Pfleger M. den Durchlauf zu schnell eingestellt hat oder ob das daneben gelaufene Zeug damit zu tun hat? Keine Ahnung. Ich bitte nachher um langsames Laufen und frage, ob es da einen Zusammenhang gibt.

So, gute Nacht, ihr Lieben!