Mittwoch, 07.08.2019: Morgen kommt das PET-CT…!

Guten Tag, liebe Leser!

Die Nacht war… uff, ich will gar nicht darüber reden. Wobei Kerstin sich in meiner Gegenwart glücklicherweise nicht übergeben musste. Sie fragte – nein, halt, ICH fragte abends für sie nach einem Mittel gegen Übelkeit, denn darüber klagte sie und zudem über Kreislaufbeschwerden, sie wollte eigentlich selbst aufstehen und auf Toilette gehen, und die Schwester meinte: „Ich hole Ihnen eine MCP-Tablette.“ und verschwand wieder. Eine halbe Stunde später klagte Kerstin über stärkere Übelkeit und ich klingelte für sie. Aber es kam niemand. Also ging ich – im Nachtshirt – auf den Flur und fing die Schwester ab. Dann bequemte sie sich langsam und brachte ihr eine Tablette und brachte ihr noch den Toilettenstuhl, aber Kerstin lehnte diesen vehement ab. Und ich? Ich stand weiterhin im Nachtshirt auf dem Flur und bekam wirklich große Angst, weil ich, wie ich gestern schon schrieb, langsam nicht mehr sehen möchte, wie hier und da jemand spuckt.
Irgendwann ging ich dann wieder ins Zimmer, mit ziemlich großer Angst, und legte mich ins Bett, machte meinen Fernseher aus, schmiss mir eine Tavor ein und versuchte ganz schnell zu schlafen. Was aber nicht wirklich gut gelang. Ich wurde wegen jedem kleinsten Geräusch oder gar Spucktüten-Geraschel wach (ja, bescheuert von mir, ich weiß…), Schwester D. kam nachts herein, machte Kerstins Fernseher aus und schaute nach, wie es ihr ging. Etwas später kam noch ein Arzt herein, leuchtete Kerstin mit seiner kleinen Stift-Lampe ins Gesicht und fragte nur „Hallo! Wie geht es Ihnen?“ – „Besser.“ – „Okay, dann lassen wir das so.“ und ging wieder.

Die Nacht war – für MICH – reines Chaos und wieder eine enorme psychische Belastung. Kerstin sagte mir am Morgen, sie habe schmerzfrei und gut geschlafen. Toll, habe ich mir mal wieder umsonst Sorgen gemacht und hatte so große Angst. Allein mein Kiefer tut heute wieder mal extrem weh – mir fehlt ja immer noch meine neue Knirschschiene, aber meine Zahnärztin ist erst ab 13.08. wieder da. Nun gut, hrhr, ich könnte vorher ja eh nicht hin.
Aber mich freut es für Kerstin, dass sie endlich mal in Ruhe schlafen konnte!

Ich wachte um 06:00 Uhr auf, blieb aber noch eine halbe Stunde liegen, weil ich wusste, dass Kerstin wach wird, wenn ich mich auch nur aufsetze. Sie hat einen extrem leichten und schlechten Schlaf – klar, bei ihren ewigen Schmerzen. Dann klaubte ich mich aus dem Bett und suchte mir leise Kleidung heraus und ging duschen.

Als ich fertig war, war Kerstin auch schon wach und wir wünschten uns einen guten Morgen. Dann stand sie auf und ging vorsichtig ins Bad, ich fragte sie noch, ob ich nicht lieber eine Schwester holen sollte – nee, gehe schon. Wenig später kam sie dann wieder und meinte, ihr Kreislauf sei leider noch nicht soooo gut, aber es gehe schon. Ein wenig übel sei ihr noch, aber es gehe schon.

Heute Früh gegen halb Acht kam die Visite zur Tür herein. Herr Dr. P. und Herr Dr. S. waren die heutigen Ärzte und meine erste Frage war: Termin PET-CT? Nein, leider nicht. Gnaaaaahhhhhh! Herr Dr. S. versprach aber, nochmals nachzufragen, Dr. P. meinte auch, dass das ja nicht sein könne, dass ich sooo lange warten muss (oh mein Gott, fällt ihm das JETZT auch auf?!). Ähem, schon gut. Herr Dr. Sch. war ja gestern bereits direkt unten gewesen und hatte die Dringlichkeit nochmals erhöht.

Meine nächste Frage: Port legen? Da schaute Dr. P. etwas missgestimmt. Kann ich irgendwo ja verstehen, geht mir ähnlich. Wenn das PET-CT morgen sei, könne der ZVK bis morgen bleiben, nachmittags gezogen werden und dann Entlassung (wobei er, nehme ich an, eher die Verlegung in die Celler Straße meint?). Wenn der PET-CT-Termin aber nun doch erst nächste Woche sei, könnte man über einen Port nachdenken, aber man wisse ja gar nicht, ob die Celler Straße den Port je brauchen wird. Je nach Ergebnis vom PET-CT… Wenn PET-CT morgen stattfindet und man finde einen Befund, könne die Celler Straße problemlos einen neuen Port legen.

Ich ging nach der Visite in den Aufenthaltsraum und ließ Kerstin in Ruhe. Hier aß ich auch zum Frühstück (ich bekomme täglich weniger Hunger, der Kummer und die Sorgen nehmen mir jeglichen Appetit) und wollte die Ruhe genießen – denkste. Bisher (und es ist inzwischen 14:11 Uhr!) hatte ich noch nicht eine einzige Sekunde „Ruhe“. Na ja, klar, es ist ja nicht nur MEIN Raum. Aber man möchte seine Gedanken ordnen, sortieren, sich konzentrieren, Blog schreiben…

Irgendwann hörte ich meinen Namen aus dem Dienstzimmer – hm? Was ist mit mir? Wenig später kam Schwester H. zu mir in den Raum, um sich Wasser aus dem Spender zu holen. „Also Frau Lauenstein, Sie sind ja IMMER noch hier?! Langsam werde ich aber sauer, Sie nicht?“ – „Doohooch, es fehlt nicht mehr viel, dann explodiere ich und werde zum rosa Nebel“ und wir beide lachten. Kurze Zeit später hörte ich Schwester H. plötzlich: „Frau Lauenstein, haben Sie gehört? Morgen! PET-CT, 08:45 Uhr!“

Yeeeeeeeeeeees, ENDLICH! Hm, bejubele ich gerade eine langwierige Untersuchung, bei der ich Kontrastmittel gespritzt bekomme, absolut still liegen muss, anschließend leuchte wie ein Weihnachtsbaum und wo man eventuell doch noch einen Krebs findet? Verdammt, ja, das tue ich! Lieber EINEN Krebs finden als „hm, wir wissen nicht, was in Ihrem Körper die Metastase in Ihrem Kopf ausgelöst hat!“ Ich habe einfach horrende Angst vor dem CUP-Syndrom, aber auch, weil ich darüber Ü-BER-HAUPT nichts weiß. Und ich werde garantiert nichts googlen, das habe ich vor einigen Wochen mal kurz getan und damit meinem Mann und mir die größte Todesangst ausgelöst. Nein! Ich liege hier nicht so viele Tage, damit wir gar nix finden. Also liebes PET-CT, bitte zeige mir morgen etwas (einigermaßen?) gut Behandelbares, das man operieren, mit Chemo und Bestrahlung beheben oder vielleicht sogar gut behandeln kann. Beim Brustkrebs (Luxus-Krebs dagegen, ich weiß) ging es ja auch.

Ich war gerade beim Frühstück und hatte meiner Mutter, Schwester und Jörn meinen PET-CT-Termin per Facebook geschrieben – da wirbelten Jörn und Romy herein. Welch Freude! Sie kamen gegen 09:00 Uhr und mussten ca. 11:00 Uhr dann auch wieder los. Jörn hatte meinen nagelneuen Laptop mit, er hatte am Vorabend mit Installationen verbracht und so kann ich gerade an einem schmucken neuen Gerät tippen. Nochmals vielen Dank Bärchi, für deine ewige Geduld allein würde ich dich glatt nochmals heiraten (hahaha, du mich aber nicht, ne? Ich weiß ^^).

Zwischenzeitlich ging Jens („Zwirbelbart-Jens“) am Aufenthaltsraum vorbei und winkte mir zu, später kam er noch kurz zu mir (als Jörn und Romy leider schon wieder weg waren), er habe seinen ehemaligen Bettnachbarn W. nochmals besucht, der Montag seine OP hatte. Wir unterhielten uns ein wenig und wünschten uns zum Abschied alles Gute. Mal sehen, ob sich hier unsere Wege nochmals kreuzen werden? Nach meinem langen Weg hier muss ich mir ein „NEIN!“ wünschen.

Dann vertrieb ich mir meine Freizeit weiterhin am Laptop, unterhielt mich hier mit diversen Patienten, die auf Aufnahme oder Entlassung warteten, zwischendurch kam sich Kerstin mal einen Kaffee holen, ihr geht es aktuell etwas besser. Der Arzt habe ihr inzwischen eine ganze Packung MCP-Tabletten da gelassen, nun kann sie ihre drei Tabletten täglich selbst nach Bedarf einnehmen. Später kam sie nochmals kurz hierher und trank eine Tasse (lauwarmen, örghs) Kaffee an meinem Tisch.

Vorhin traf ich Schwester L. noch auf dem Flur, als ich meine beiden Süßen zum Ausgang gebracht hatte (humpelnd, aber mir doch egal), die mir freudig zuwinkte, ich hätte morgen um 07:45 Uhr PET-CT-Termin! „Hm, ich denke 08:45 Uhr? – „Oh, äh, alles gut, ja. Ach, Sie wissen das schon?“ Ich fragte sie, ob ich denn Abendbrot essen dürfe, das bejahte sie, eben nur kein Frühstück. Ob ich morgen Früh denn zumindest etwas Wasser trinken dürfe oder Tee? Hmm, ich erklärte mir die Frage selbst, dass ich nochmals in den Aufklärungsbogen gucken würde. Ich meine mich aber zu erinnern, dass das da drin stand. Ich schaue heute Abend nochmals rein.
Später fragte ich sie auch noch, wie denn das theoretisch laufen könne: Wenn morgen Früh PET-CT, dann sicherlich nachmittags ZVK ziehen (mir graut davor, aua…), dann Freitag zur Celler Straße – aber ob das sinnvoll sei, da doch am Wochenende sicherlich niemand meine Maske zur Bestrahlung anfertigen würde? Sie stimmte zu und meinte, das solle ich auf jeden Fall morgen bei der Visite erfragen, vielleicht könne ich zumindest übers Wochenende heim. Schwester L., bitte keine Hoffnung machen! Das wäre ZU schön, um wahr zu sein! Aber natürlich frage ich das. Aber bitte – nach soooo vielen Tagen EIN Wochenende nach Hause – das wäre SO fantastisch!

Aber ich freue mich nicht zu früh und warte ab.

So, inzwischen ist es 14:39 Uhr, ich recke und strecke mich hier dauernd wie doof, weil ich mir irgendwie einen Nerv unter dem rechten Schulterblatt eingeklemmt habe. AUA! Wäre es die linke Seite gewesen, hätte ich gerade wieder einen Anfall von „Oh Gott, ist das wieder ein Pneumothorax?“. Aber alles plüschig.

So liebe Freunde, dieser Eintrag ist schon wieder extrem lang geworden – verzeiht mir.

Bis später!

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Autor:

Monica L., alias Chemonica, geboren und wohnend seit 30.11.1982 in Braunschweig. Glücklich verliebt seit 2001 und verheiratet seit 2010 mit Jörn (lordlaui), zudem fast vor Stolz platzende Mami von Romy (*19.09.2012) und Mick (*12.07.2016).

5 Kommentare zu „Mittwoch, 07.08.2019: Morgen kommt das PET-CT…!

  1. Liebe Monica, na eeeendliiiich!!! Ich wünsche dir für Morgen ALLES GUTE und ein hoffentlich für dich zufriedenstellendes Ergebnis! Halt schön still 😉 und nun eine ruhige Nacht voller schöner Träume!!!

    Gruß,
    Agnes

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  2. Liebe Moni. Morgen früh denk ich ganz fest an dich. Hoffentlich kannst du da noch stille liegen *hehe
    Endlich wird mal was gemacht!
    Ich drücke dir die Daumen.
    LG Franzi

    Gefällt 1 Person

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