Mittwoch, 14.08.2019: Und noch ein Stück mehr in die Sch… gegriffen…

Hallo ihr Lieben!

Da bin ich wieder. Heute wirklich nur kurz.

Heute Vormittag kam der Stationsarzt und erklärte mir, dass die Chirurgen nichts gegen eine Portanlage hätten, aber ein Blutbild brauchen. Zwei erfolglose Blutabnahme-Versuche später hieß es dann: Leiste.
Dieser Eingriff wird invasiv gemacht, also übersetzt „ein Organ betreffend, eingreifend“ – und das beschreibt es gut. Die Arterie bzw. Vene in der Leiste wurde punktiert. Mehr erspare ich euch an dieser Stelle. P.S.: Mein Bettlaken hat auch was abbekommen und: AUA!

Heute Nachmittag hat dann mein Zugang im rechten Handrücken auch seinen Dienst quittiert und der Arzt stimmte zu, dass wir diesen entfernen und weglassen. Nun bekomme ich morgens und abends je zwei Tabletten Unacid. Verhaltene Freude meinerseits.

Der Tag plätscherte dahin, denn der gestrige Tag war schon – pardon – beschissen.

Fazit:
Ich hatte eine Metastase im Kopf,
ich habe hochwahrscheinlich eine Metastase am siebten Brustwirbel,
bei der Bronchoskopie wurde eine Probe von den Lymphknoten am Brustbeinbereich entnommen und kurz nach dem Abendbrot stürmte der diensthabende Arzt herein und teilte mir mal eben mit, dass die Histologie da sei und es sei auch Krebs, aber nicht der Primärtumor. Fragte mich nach einem Gyn-Konsil und ich sagte ihm, dass das schon stattgefunden habe vor wenigen Wochen – hier direkt aus dem Hause zur Celler. Er nahm dies zur Kenntnis und erzählte mir, er habe ein HNO-Konsil beantragt.

Ich dachte wirklich, mich trifft der Schlag. Ich bin erst einmal auf den Flur, schrieb Jörn, meiner Mutter und meiner Schwester. Er hatte mir binnen Sekunden so viel um die Ohren gehauen. Nach kurzer Zeit kam er wieder über den Flur gelaufen und ich bat ihn um nochmalige Erklärung. Er erklärte alles nochmals und ich meinte schließlich nur: „Mal unter uns, ganz ehrlich, wie lange soll ich DANN noch haben?“ und er meinte gleich „ich bin nur der diensthabende Arzt“. Nee, soo meinte ich das auch nicht, das war mehr rhetorisch gemeint. Die Frage war im Nachhinein gesehen Schrott, weiß ich.

Ich bin komplett im Eimer, weil ich so dringend Fragen auf meine Antworten brauche, die mir nur die Radioonkologen und Onkologen  in der Klinik Celler Straße geben können, aber es klang heute nicht so, als dass man vorhabe, mich zeitnah hier zu entlassen. Warum mache ich das alles überhaupt noch?

Wegen meiner, nein, unserer beiden Kinder. Sonst hätte ich vermutlich schon längst meine Sachen gepackt. Ich weiß es nicht.

Gute Nacht Freunde!

Autor:

Monica L., alias Chemonica, geboren und wohnend seit 30.11.1982 in Braunschweig. Glücklich verliebt seit 2001 und verheiratet seit 2010 mit Jörn (lordlaui), zudem fast vor Stolz platzende Mami von Romy (*19.09.2012) und Mick (*12.07.2016).

2 Kommentare zu „Mittwoch, 14.08.2019: Und noch ein Stück mehr in die Sch… gegriffen…

  1. Liebe Monica,
    ich bin über das Bri-Forum hier ,gelandet‘ und lese mit.
    Ich finde dich sehr tapfer und wünsche dir von Herzen alles nur erdenklich Gute.
    Ich habe selber Kinder im ungefähren Alter deiner Kinder und war vor eineinhalb Jahren ebenfalls schwer erkrankt, wenngleich nicht an Krebs. Einerseits haben mich meine Kinder dazu motiviert durchzuhalten, andererseits bedeuteten sie gelegentlich auch eine (enorme) zusätzliche Belastung, da sie die Lage als noch bedrückender und aussichtsloser erscheinen ließen.
    Ich hoffe, du findest zwischendurch Erleichterung und Trost.
    Liebe Grüße,
    Carolin

    Gefällt 1 Person

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