Mittwoch, 21.08.2019: Die steigende Angst vor morgen…

Guten Tag ihr Hasen!

Da komme ich mal wieder aus meinem Depri-Loch gekrochen. Na ja, ganz so schlimm ist es nicht, ich muss der Kinder wegen ja meine Fassade aufrecht erhalten.

Morgen um 09:15 Uhr habe ich nun den „lang ersehnten“ Kliniktermin in der Celler Straße. Hier heißt es in meinem letzten Entlassungsbrief, erfolgt dann das Gespräch zur Bestrahlung – und ich hoffe ja fast, dass wir dann auch gleich diese ominöse Maske anfertigen, die ich dafür dringend benötige.
Um 13:00 Uhr dann habe ich dann das Gespräch und mir wird dann der „Fahrplan“ für die kommenden Monate mitgeteilt. Am Montag, den 19.08.2019, war die Tumorkonferenz und mein Fall wurde dort u. a. vorgestellt. Und viele Ärzte aus allen möglichen Fachbereichen treffen dort zusammen und jeder bringt seine Erfahrungen, Ideen und Therapieansätze ein. Dieser Gedanke ist eigentlich ganz tröstlich, dass eben nicht nur EIN Arzt über mein weiteres Leben entscheidet, sondern eben diverse Ärzte ihr langjähriges Fachwissen teilen können.

Zwischendrin muss ich noch jemanden in der Klinik suchen, der mir (über meinen neuen Power Port) Blut abnimmt – ich hoffe sooo, dass der auch Blut abgibt, sonst habe ich ein riesiges Problem. Ich habe auch den genauen Grund vergessen, warum ein Labor gemacht werden soll. Die Ärztin der Allgemeinchirurgie meinte noch, zwischen Tag 5 und Tag 7, ja… irgendwas mit Blutplättchen-Abfall oder so. Ich hoffe im KH Celler Straße weiß man, was zu tun ist. Ich spritze bis dahin allabendlich meine Clexane in den Bauch und versuche nicht auszuflippen. Aber anhand meines ewig knurrenden Magens, aber null Appetits, meiner heutigen leichten Übelkeit und meiner Unlust, überhaupt auch nur aus meinem Schlafzeug zu steigen, muss ich einsehen, dass ich ziemlich große Angst vor morgen habe. Und ich bin sehr froh, dass Jörn mich begleiten kann!
Kim wird morgen Mittag erst Romy aus der Schule abholen und wenig später dann Mick aus dem Kindergarten. Ja, dass Kim nicht unsere künftige Haushaltshilfe sein kann, tut mir sehr leid, aber sie hat einen tollen Job gefunden und den gönne ich ihr von Herzen, zumal sie da sicherlich um einiges mehr verdient als mit einem doofen Aushilfs-Job bei uns.

Apropos: Ich bin ja nunmal ein Kontrollfreak und habe gerne alles zeitnah erledigt. Also suchte ich vorgestern Abend im Internet nach diversen Firmen, die Haushaltshilfe bzw. Kinder-Bring- und Abhol-Service anbieten. Denn letztlich ist Jörn und mir nur wichtig, dass unsere Kinder ihrem geregelten Alltag nachgehen können. Gerade mal eine Firma habe ich auf Anhieb gefunden und angeschrieben. Antwort? Nein, deren Mitarbeiterinnen hätten zu 80 % selbst alle Kinder und können diese große Leistung (Romy zu 8:00 Uhr zur Schule, danach direkt Mick in den Kindergarten, zu 12:45 Uhr Romy und zu ca. 15:00 Uhr Mick wieder abholen) nicht leisten, außerdem dürften sie keine Kinder mit dem AUto transportieren. Hm, toll. Mal hoffen, dass nicht alle weiteren Firmen so agieren, sonst wird Jörn seine Arbeitszeit SO drastisch reduzieren müssen, dass wir ein großes (finanzielles) Problem bekommen. Und das ja eh schon, denn auch eine Haushaltshilfe kostet täglich Zuzahlung.

Ich sag euch Leute, Krebs ist eine Luxuskrankheit! Und ich kann mich noch glüklich schätzen, dass ich Hashimoto thyreoiditis habe und somit müssen wir „nur“ 1 % von Jörns Einkommen zahlen bis zur Zuzahlungsbefreiung, aber das ist trotzdem ein ganz schönes Sümmchen. Ja klar, unser Pech, dass er so viel verdient 😉 Aber allein die 280,- Euro Krankenhaustagegeld hauen das für dieses Jahr schon weg. Zähle ich noch meine 3x Lymphdrainage pro Woche dazu (die seit Ende Juni pausiert auf wohl unbestimmte Zeit), haben wir den Beitrag schon erreicht. Und trotzdem werde ich für die Chemo wieder jedes Medikament zuzahlen müssen, mindestens 5,- und maximal 10,- Euro. Zusätzlich für JEDE Taxifahrt zu den Bestrahlungen mindestens 5,- und maximal 10,- Euro… Wirklich klasse, was sich die Krankenkassen haben einfallen lassen. Nicht.

So liebe Leute, ich habe den Vormittag mit Amazon-Bestellungen kleingekriegt, immerhin wird unsere Romymaus nächsten Monat schon sieben Jahre alt und da tummeln sich hier und da kleinere und größere Wünsche, die bestellt werden wollten. Denn ich werde unter Garantie in naher Zukunft keinen Laden betreten.

Bis bald und drückt mir für morgen bitte die Daumen, mir geht ganz schön die Muffe!

P.S.: Passend zu meinem jammerigen Verhalten habe ich mir vorgestern den Jammerlappen bestellt – und ein Stricklicht (nachdem meine bei Lidl bestellte Leuchte DREI Mal defekt geliefert wurde und das noch zu einem überteuerten Preis, online war sie nämlich schon weiter reduziert…).

Autor:

Monica L., alias Chemonica, geboren und wohnend seit 30.11.1982 in Braunschweig. Glücklich verliebt seit 2001 und verheiratet seit 2010 mit Jörn (lordlaui), zudem fast vor Stolz platzende Mami von Romy (*19.09.2012) und Mick (*12.07.2016).

3 Kommentare zu „Mittwoch, 21.08.2019: Die steigende Angst vor morgen…

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