Freitag, der 13.09.2019 – Chemo 1 von 4

Hallo ihr Lieben!

Nachdem WordPress mich heute mal enorm ärgern will und mein halb fertiger Blogeintrag nun mal eben verschwunden war, fange ich eben von vorne an, grr!

Am Abend des 12.09.2019 hatte ich meinen Weekender bereits mit allerlei Kram vollgestopft (siehe unten) und so weckte mich der Wecker am 13.09.2019 um 06:20 Uhr und ich stand mit einem unwohlen Gefühl auf. Es ist ja nun nicht meine erste Chemo, aber die Aufregung/Angst ist bei mir am Chemo-Tag einfach immer da. Ich schmiss meine übliche Medikation ein plus der zuvor erhaltenen Akynzeo, eine Tablette gegen Übelkeit, ein, zusätzlich meine Pantoprazol, Euthyrox und 1/2 Tablette Dexamethason (siehe „Medikamentenplan & Nebenwirkungen„).

Da Jörn seit 11.09.2019 wieder arbeiten muss – glücklicherweise ja im Home Office – konnte er mir helfen und die Kinder mitversorgen, sodass ich schließlich noch duschen konnte. Um halb Acht klingelte dann der Taxifahrer, wir kamen wider Erwarten super durch den Straßenverkehr und wer glaubt, dass das MVZ Celler Straße vor 8 Uhr die Therapietür aufschließt, der irrt gewaltig und so harrte ich 24 Minuten vor verschlossener Tür aus. Egal. Jörn fuhr in dieser Zeit die Kinder in ihre Einrichtungen.

Um acht Uhr machte es schließlich „Klack“ im Türschloss, alle anderen inzwischen eingetroffenen und auch wartenden Patientinnen und Patienten ließen mich ungefragt vor (wie nett!, sonst drängelt doch immer jeder, ob man nun zuerst da war oder nicht) und ich konnte mich anmelden. Ich zeigte meine TK-Zuzahlungsbefreiungskarte (wenigstens eine Sorge weniger!) vor und erhielt dann meinen Laufzettel, auf dem auch die Therapiezimmernummer vermerkt war – in meinem Fall war es Behandlungsraum 25.
Ich ging den Flur hinunter, warf diesen Laufzettel in einen kleinen silbernen Kasten, damit die Therapieschwestern sehen können, dass ich da bin, und nahm im Therapieraum 25 Platz. Ich war die erste von Vieren und der Raum sollte sich nach kurzer Zeit noch mit drei anderen Damen füllen. Diese mussten im Laufe ihrer Behandlungen, genau wie ich, ihr Geburtsdatum nennen (zwecks Datenabgleich) und so erfuhr ich, dass sie Baujahr 1953, 1956 und 1935 waren. Die beiden jüngeren Damen hätte ich peinlicherweise für mindestens zehn Jahre älter gehalten – Entschuldigung!

davTherapiestühle… (der ganz links im Bild hat nicht mehr aufs Bild gepasst).

Ich hatte ja nun am Vorabend meinen Weekender gepackt: Ich hatte zwei Tea-to-go-Cups dabei, Knoppers, einen Apfel, Fertigkuchen, Strickzeug, Laptop, OTG-Kabel fürs Handy (damit kann ich Serien vom USB-Stick direkt auf dem Handy gucken, Luxus wa? ^^), ja, und sogar meine Switch, selbst mein Hotsplots-Krankenhaus-WLAN-Guthaben habe ich mit 6,00 €, also für 48 Stunden, aufgeladen… Volles Vergnügungsprogramm, sechs Stunden können sonst soooo lange sein!

Weekender Krankenhaus
Ein Weekender voll mit Entertainment!

Aber soll ich euch was verraten? Diese sechs Stunden, na ja, es waren siebeneinhalb, vergingen SO schnell – ich hatte vielleicht zweimal auf die Uhr geguckt in all der Zeit.Weil ich durch meinen Therapieplan, der an meinem Platz lag, die genauen Durchlaufzeiten einsehen konnte (siehe „Medikamentenplan & Nebenwirkungen“) und bereits bei Terminvergabe hatte ich mich nach der Laufzeit erkundigt, hatte also einige Tage Zeit, mir gedanklich sechs Stunden zu versüßen. Und ich habe die meiste Zeit nur gestrickt – diese superschönen Pastell-Einhornpups-Chemo-dank-Krebs-2.0-hoffentlich-Glückssocken:

dav
https://www.ravelry.com/patterns/library/bootswalksocks (für die Ravelry-Anhänger unter euch!)

Jetzt „muss“ es nur noch etwas kühler werden, damit ich sie tragen kann. Superbequem und gemütlich – und farblich passend zu meinen DOGO-Koala-Stiefeln aus dem Jahr 2016, die Jörn mir geschenkt hatte und die ich auch diesmal wieder trug, damit ich die Koalas wieder bei mir habe und nicht alleine bin („Take me wherever you go“ steht ja drauf).

Zwischendrin kam mal eine Minute Langeweile auf, ich wurde soooo müde und kam dann auf die saudumme Idee, ein Selfie zu machen – na ja, Ergebnis sieht man deutlich ^^

dav
Es sollte ein Selfie werden, es sieht aus wie der Gesichtsausdruck meiner eigenen Beerdigung – ich war mittendrin soooo müde!

Und hier noch eine weitere Impression:

dav
Die Klingel und ein Teil der Zytostatika

An meinem Infusionsständer entdeckte ich dann nach kurzer Zeit eine Neuheit, die ich bei meinen früheren Chemos nie hatte: Filter. Diese hängen zwischen den Infusionen und meiner Zuleitung. Ich fragte eine Schwester, wofür diese denn gut seien. Da lachte sie so, als wäre ich strunzendoof und meinte leicht höhnisch „tja, na, das ist eben ein Filter!“ Ja, danke für gar nichts. Bin ich Mrs. Allwissend? Also laut Google werden diese Filter benutzt:

1,2 µm Infusionsfilter für Fettemulsionen und Mischlösungen

  • Retention von Partikeln, Pilzen und Sporen
  • Lageunabhängige Luftabscheidung
  • Hohe Durchflussrate
  • 1,2 µm Supor® Membran:
    • Filterfläche 10 cm²
    • Füllvolumen (Gehäuse) 2,4 ml
    • Durchflussrate (Aqua dest.) > 100 ml/min
  • Druckbeständig bis 2 bar (Berstdruck Filtergehäuse 3,1 bar)
  • Luer-Lock-Ansätze

So, das hätte sie mir doch einfach erklären können… 😛

dav
Hatte ich bisher auch noch nie: An den Leitungen meiner Infusionen werden immer sog. Filter zwischengehangen, das reinigt wohl noch zusätzlich.

So, als ich dann fertig war, ging ich erneut vorne zur Anmeldung, erhielt dort meinen neuen Beförderungsschein ab 01.10.2019, den Jörn nochmals bei der TK bescheinigen lassen muss, zudem noch ein Rezept für 8 mg Dexamethason und Akynzeo, die ich wieder am nächsten Chemo-Tag einnehmen muss, kurz bevor das Taxi kommt.
Bzw. Ausnahmefall: Vor jeder Chemo habe ich wenige Tage zuvor Blutbildkontrollen. Wenn diese Werte „auf der Kippe stehen“, also noch nicht sicher ist, ob ich die Chemo antreten kann, erst DANN nehme ich zum Chemo-Tag die Akynzeo direkt mit zur Therapie. Wenn sie dann stattfinden kann, nehme ich sie vor Ort ein, wenn nicht, fahre ich unverrichteter Dinge wieder heim und habe die einzelne Akynzeo (starkes Mittel gegen Übelkeit) nicht grundlos eingenommen.

Um kurz nach 16 Uhr traf ich dann zuhause ein, fühlte mich, als hätte ich ein Glas Sekt getrunken, aber ansonsten ging es. Ich war dann sehr müde und schlief ab 20 Uhr auch dauernd ein, aber nur ein paar Minuten, wurde wieder wach – hey, es ist Freitag, da kommt seichte Comedy auf RTL PLUS und das wollte ich sehen. Also trug es sich auch zu, dass ich Jörn mächtig anschiss, als er mir irgendwann meinen Laptop vom Schoß klauen wollte – ich schreckte hoch und untersagte ihm die Wegnahme, ich würde ja gar nicht schlafen ^^

Aber ich schlief dann doch ein. Immer wieder und nur ein bisschen. Und um 2 Uhr morgens hatte ich dann wieder ausgeschlafen. Und zwischendrin aß ich immer wieder. Meine Mami hatte morgens nämlich den halben Steinecke-Laden im Netto nebenan leergekauft, ich wollte von den Köstlichkeiten aber nichts mitnehmen. Und so zog ich mir das Zeug zwischendurch rein. Ich könnte aktuell ja NUR essen. Kortison hat bei mir diesen netten Effekt. Aber lieber so, als wenn mir schlecht wäre, dieser Umstand folgt vielleicht noch (neeheein, bitte nicht…!). Auch könnten krankenhauspflichtige Diarrhoen folgen, das steht auf meinem Chemo-Zettel, aber zumindest ist mein schöner HAUPTSTADT-Koffer in magenta ja schon fix und fertig gepackt. Kluge Frau sorgt vor (war sie ja in der Vergangenheit schon überrumpelt genug, hrhr). Das ist er, habe ihn mir am 04.09.2019 bestellt:

Hauptstadtkoffer
Da passt genug rein!

Wollen wir hoffen, dass er wie der Eimer neben dem Bett ist: Solange der da steht, „passiert nix“, also ich muss dann nicht spucken. Merkwürdiger Gedanke für euch? Ihr seid eben keine Emetophobiker 😉

So, nun genug Roman für heute. Ich habe immer noch Bauchschmerzen, aber auch Hunger. Aber null Elan mehr für eine Wrap-Bratfleisch-Orgie, also gibt es nun einen großen Teller Frosties mit Kakaopulver. Und dann suche ich mir was von Festplatte, vermutlich „Mord mit Aussicht“ oder so. Da denkt man, hey, es ist Samstag – und dann kommt nur Müll im TV.

Einen schönen Abend euch!
Eure Meta-Moni

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Autor:

Monica L., alias Chemonica, geboren und wohnend seit 30.11.1982 in Braunschweig. Glücklich verliebt seit 2001 und verheiratet seit 2010 mit Jörn (lordlaui), zudem fast vor Stolz platzende Mami von Romy (*19.09.2012) und Mick (*12.07.2016).

Ein Kommentar zu „Freitag, der 13.09.2019 – Chemo 1 von 4

  1. Wie schön, dass die Chemo-Zeit schnell verging. Die Schwester wusste vielleicht nicht, was es mit dem Filter auf sich hat und hat von daher so patzig geantwortet. Geht ja aber dennoch netter.

    Alles Liebe

    Katja

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