12.12.2019: Schon wieder hallo, MHO1!

Guten Morgen ihr Lieben,

tja ja, ich bin mal wieder im Krankenhaus. Warum? Weil sich mein Körper wohl dachte, dass es zu Hause langweilig ist. Keine Ahnung. Auf jeden Fall hatte ich vorgestern Abend mal wieder Temperatur bis 38,2°, nahm dann eine Ibu und hatte bis gestern Mittag Ruhe. Und dann stieg die Temperatur wieder auf 37,6 bzw. 38,1. Und da ich letztes Mal von der Schwester im MVZ angemeckert wurde, weil ich so lange gewartet hatte, rief ich mittags also freiwillig dort an.

Ich hatte eine nette Schwester am Telefon, die meine Ärztin abpasste und ließ dann ausrichten, dass ich bitte vorbeikommen soll, um stationär aufgenommen zu werden. Jaaa na klaaaar, prima. Nicht. Aber ich gehorchte – mir bleibt ja eh nie etwas anderes übrig.

Jörn fuhr mich gegen 14:30 Uhr hin und ich kam direkt wieder auf die MHO1. Die Schwester schickte mich in Zimmer 129, wo Jörn und ich gleich mit den Worten „ich will keine Bettnachbarin!“ begrüßt wurden. Aber dies sollte nur der zuckersüße Anfang eines sehr anstrengenden und nervenaufreibenden Nachmittags sein. Inzwischen gehe ich davon aus, dass sie dement ist, sie schreit(!) jedenfalls unentwegt, wenn sie wach ist, nach „Hilfe“, „au, auaaaa“, „auuu, mein Bein/Arm/Kopf/Bauch“, später schrie sie nach „Mama“ und „Carola“. Ich habe bei „Hilfe“ für sie die Klingel gedrückt, denn obwohl diese direkt neben ihr liegt, hat sie diese nie gedrückt. Anfangs dachte ich, dass sie das alleine nicht kann, da die Schwestern schon meinten, dass sie sich überhaupt nicht bewege (was auch ihre Anti-Dekubitus-Matratze erklärt, die sich alle zehn Minuten mit lautem Zischen meldet). Aber falsch gedacht: Kaum war ich einmal draußen, um mir etwas zu trinken zu holen, konnte ich „Ruf: Zimmer 29“ lesen. Aha, geht ja doch…

Und haltet mich nicht für geduldig, ich bat eine Schwester schon etwa nach zehn Minuten um ein anderes Zimmer, völlig egal ob kostenpflichtiges Einzelzimmer oder ähnliches, ich wollte einfach nur nicht diese vergiftete Stimmung haben und jemand, der unentwegt schreit, jammert wimmert und um Hilfe fleht. Und wenn man schon so ablehnend empfangen wird, ist das – für mich nach all der langen Zeit – psychisch eine echt große Herausforderung. Aber laut Schwester, Arzt und Oberarzt sei NICHTS mehr frei, ich hätte das letzte Frauenbett bekommen. Was ich immer noch nicht ganz glauben mag, aber letztlich einfach glauben muss.

Auf jeden Fall zog sich das Schreien munter den halben Abend durch, und jedes Mal, wenn ich geklingelt hatte und die Schwester kam und die Frau fragte, was denn los sei, bekamen wir ein „weiß nicht. Lass mich in Ruhe“ zu hören. Die Schreierei wurde dann am späten Abend so gegen 23 Uhr etwa durch eine Spritze, gefüllt mit einem Schmerz- und Beruhigungsmittel, langsam beendet. Sie schlief dann auch bis acht Uhr durch, das war (einigermaßen) erholsam – ich habe eben den typischen Krankenhausschlaf, und ihre Matratze pfiff natürlich auch nachts munter.

Heute Früh waren meine Werte alle prima, recht niedriger Blutdruck, selbst mein eigentlich immer hoher Puls lag bei 80, Temperatur bei 36,7°. Dann wurde „der Schreihals“ geweckt und schon ging es los. „Auuuu, mein Arm! Aauuaaa, mein Bein! Ich hab Bauchweh! Mir ist schlecht…“ Sie schrie auch immer wieder laut auf, die Schwestern versuchten sie in Ruhe zu waschen und umzulagern, aber die Frau schrie und schrie.

Am Ende ihrer Tätigkeit kamen sie nochmals zu mir und lachten „und was sagen Sie dazu, Frau Lauenstein?“, worauf ich leider anfing zu heulen, dass die beiden nicht das Problem seien. Dass mich diese Situation mit der Bettnachbarin sehr belaste. Da mich die Schwestern noch vom letzten Aufenthalt kannten und anscheinend mögen, versprach mir die eine Schwester, dass sie sich erkundigt, ob ich heute nach Hause darf, ansonsten würde ich in ein anderes Zimmer verlegt werden.

Eben kam diese nette Schwester zu mir und bat mich, ins Erdgeschoss zum hämatologischen Labor zu gehen (Fingerpieks), sollten die Werte gut bzw. besser sein, könnte ich heute nach Hause.

Ich ging runter, wurde nach kurzer Zeit aufgerufen, erhielt meinen Piekser in den rechten Mittelfinger und die nette Dame dort, die mein kapillares Blut entnahm, versicherte mir ihr volles Mitleid bei dieser Bettnachbarin. Und nein, sie fing von sich aus damit an. Keine Ahnung, vielleicht laufen hier heimliche Wetten, so von wegen „guck mal, das ist die Lauenstein, die, die sich alles gefallen lässt“ oder so…? Egal.

Auf jeden Fall kamen eben zwei Ärzte zu mir, nun habe ich den Namen vom Oberarzt wieder vergessen… Wie dem auch sei, er erklärte mir, dass meine Fresszellen bei 990 seien, gestern bei 700. Wenn ich hohes Fieber bekäme, müsste ich wiederkommen, aber da ich morgen ja mein CT und dann sicher zeitnah noch ein Gespräch hätte, könne ich heute nach Hause, solle mich aber schonen. Haha, das tue ich seit September!

Wie dem auch sei, ich sitze nun weiterhin im Aufenthaltsraum, mit meinen Schlumpiklamotten von gestern (ja, ich bin direkt raus, als „Kreischie“ wieder loslegt, ich bin sogar aufs Besucher-WC!) und warte nun, bis ich meinen Entlassungsbrief erhalte. Dann flitze ich aufs Zimmer, schmeiße alles in meinen überdimensionalen Koffer, informiere Jörn und setze mich bis zur Abholung wieder in den Aufenthaltsraum. Wenn ich bisher dachte, dass es nicht schlimmer sein kann im Krankenhaus, so wurde ich diesmal eines Besseren belehrt. Und trotzdem bin ich zu rücksichtsvoll, ich habe nicht einmal den Fernseher angeschaltet, weil ich die Tante nicht stören wollte. Ich gehöre kräftig verprügelt… Und diesmal völlig nebensächlich war es für mich dann, dass das (pro Tag 3,- €) bezahlte Internet bzw. WLAN viel zu schwach war, um einen Livestream oder Joyn zu schauen. Dummerweise hatte ich Jörn kurz vorher seinen USB-Stick zurück gegeben, somit konnte ich nicht einmal „This is us“ schauen.

Ihr Lieben – ich sage bis bald!

P. S.: Ich brauche langsam echt mal Urlaub, haha.

Autor:

Monica L., alias Chemonica, geboren und wohnend seit 30.11.1982 in Braunschweig. Glücklich verliebt seit 2001 und verheiratet seit 2010 mit Jörn (lordlaui), zudem fast vor Stolz platzende Mami von Romy (*19.09.2012) und Mick (*12.07.2016).

Ein Kommentar zu „12.12.2019: Schon wieder hallo, MHO1!

  1. Mensch, Moni, du Tapfere. Welch Albtraum 😦 Selbst mit einem gebrochenen Bein wäre das ja nicht auszuhalten. Bloß gut, dass du nun wieder daheim bist. Aber das braucht kein Mensch.

    Nun tank gut auf, meine Liebe.

    Viele Drücker

    Katja

    Gefällt 1 Person

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