09.01.2020: Kein Perikarderguss mehr?!

Hallo allerseits!

Sooo, einiges ist wieder passiert:

Am Montag Morgen war ich zuerst beim Kieferchirurgen, der mir eine normale Wundheilung bei meiner Wurzelspitzenresektion im März 2019 bestätigte. Im Juli machen wir eine „Rundherum-Röntgenaufnahme“, um uns dann wieder ein Bild über den gesamten Kiefer zu machen. Leider muckt mein WSR-Zahn oben links (der 1.4) immer mal wieder herum, aber auf Bildern ist nie etwas zu sehen, nur dass meine Nebenhöhlen generell sehr nah an den Zähnen liegen.

Anschließend fuhr ich bei der TK herum, ließ meinen Beförderungsschein (Taxi) fürs erste Quartal 2020 bewilligen und ließ mir einen neuen Antrag auf Zuzahlungsbefreiung ausdrucken. Ob wir diesen in diesem Jahr überhaupt in Anspruch nehmen, müssen wir noch einmal genauer durchrechnen, schließlich liegt unsere Befreiungsgrenze trotz nur 1 % bei mehreren hundert Euro (auch nun durch meine Berentung).

Endlich zu Hause angekommen musste ich dann in der Charité anrufen: Man teilte mir mit, dass ich am 16.01.2020 in die Sprechstunde kommen soll, und zwar in die Klinik in der Invalidenstraße, also Berlin Mitte. Anschließend telefonierte ich ewig lange mit meinem Schwesterherz, die so gut war und mir eine Bahnkarte bestellte. Ja, ich habe nämlich absolut NULL Ahnung davon! Nur Jörn hat bis auf Weiteres ein absolutes Fahrverbot bekommen, dabei wollte er mich nach Berlin fahren, wenn es soweit ist. Tja, Satz mit X… Und ich werde mich mit meinem kleinen Fox, Baujahr 2005, nunmal nicht auf die Autobahn kloppen, so zwischen LKWs und ohne Knautschzone, nee nee… Also schmiss ich der Deutschen Bahn 89,80 € in den Rachen, fahre aber dafür ICE im Ruhebereich und bin in gut 1,5 Stunden da. Erholsamer geht es dann wohl wirklich kaum. Aber unter uns: Ich habe ziemlich große Angst, dass sie mir mitteilen, mir nicht helfen zu können oder so. Die nette Dame am Telefon meinte schon, dass das nur eine Vorbesprechung ist und man dann darüber rede, wann ich ggf. stationär aufgenommen werde zur erneuten Bronchoskopie und Gewebeprobe-Entnahme, die Charité habe ein Masterprogramm für junge CUP-Syndrom-Patienten. Also lasse ich mal nichts unversucht, nicht wahr? Und immerhin ist Berlin wesentlich näher als Heidelberg und meine Schwester wird mich vom Bahnhof abholen und mit mir in die Klinik gehen – tausend Dank Nini!

Später am Tag erfuhr ich, dass Jörn am 07.01.2020 entlassen würde – Freude!
Und so fuhr ich am Dienstag erst zur Blutabnahme und anschließend in die Salzdahlumer Straße, wo wir aber leider noch über eine Stunde auf seinen Entlassungsbrief warten mussten, grr! Danke noch an die zickige Schwester, die meinen Mann mit: „Mein Freund! Wenn der Brief fertig ist, werden Sie ihn schon kriegen!“ anfuhr, als er höflich(!) fragte, ob dieser denn schon fertig sei. Anschließend fuhren wir zu unseren Hausärzten, bzw. ich ging in der Zeit zu Görge, weil Romy so gerne Erdbeer-Kaba wollte. Danach gönnten wir uns einen extrem ungesundesn McDonalds-Drive-In. Der letzte McD-Besuch ist, ach, keine Ahnung, schon so einige Jahre her. Und nachdem ich meinen Big Mac und Double Cheeseburger halb hinter hatte, wusste ich auch wieder, wieso ich dort so ungern esse: Wi-der-lich! Kalt, labberig, fettig. Nee danke, brauch ich echt nicht. Hinterher kriege ich noch Krebs, bwahahahah! 😉 Anschließend zog Jörn direkt auf die Couch und wohnt nun seitdem dort ^^ Er hat nach wie vor ziemlich starke Kopfschmerzen und nimmt zweimal täglich 1000 mg Paracetamol, wobei die Medikation nur bedingt hilft. Diese Symptome stammen wohl noch von der Lumbalpunktion und können schlimmstenfalls sogar wochenlang andauern.

Vorgestern dann hatte ich meine übliche Blutabnahme im MVZ und gestern die Immuntherapie (Pebrolizumab), ich hatte das ganz vergessen, im Termikalender hier zu vermerken. Ich hatte keine weiteren Nebenwirkungen von der Therapie, bin nur generell ziemlich platt jeden Abend, da Jörn den ganzen Tag auf der Couch (oder im Bett) liegt, viel schläft und ich somit alles versuche, am Laufen zu halten (Kinder, Einkäufe, Haushalt, Wäsche usw.). Mick ist weiterhin zu Hause, hustet auch zeitweise noch stark, aber da ja auch nur ich aktuell fahren darf und bis nächsten Donnerstag (Charité) auch unbedingt fit bleiben muss, wird Mick weiterhin lieber bei uns bleiben. Romy als „Gefahrenquelle“ in der Schule reicht schon.

Heute jedenfalls stand dann der Kardiologen-Termin an. Um 15:00 Uhr stand ich pünktlich in der Praxis, hatte die vorherigen CTs alle kopiert, damit der Arzt einige Vorbefunde vom Perikarderguss hat (letzter Stand waren ja 30 mm Flüssigkeitsansammlung an einer Herzseite).

Ich war sehr schnell dran, der Arzt sah sich kurz meine mitgebrachten Befunde an und führte das Herzecho durch – und meinte plötzlich: „Tut mir ja leid…“ – und lacht leicht auf – „aber da ist kein Perikarderguss mehr.“ Ich: „Hä?“ ^^ Etwas besseres fiel mir auf Anhieb und Überraschung nicht ein. Er schallte ordentlich, sehr lange und meinte, mit Mühe und Not könne er 0,5 mm erkennen, aber erwähnte dann etwas von irgendeiner Schmiere, das sei also normal. Er füllte mir schließlich einen Zettel aus, auf dem er mir auch ein kerngesundes Herz bescheinigte. JUCHUUUUH! Ich hatte den Perikarderguss ja kurz vor der ersten Chemo laut CT, damals noch 17 mm. SPäter dann 30 mm – und bekam große Angst, obwohl die Ärzte das ja immer schmunzelnd quittierten, das sei nicht sooo schlimm und ich würde schon merken, wenn der Perikarderguss Schwierigkeiten mache. Wenn man aber eine Hiobsbotschaft nach der anderen erhält, dann ist so ein vermeintlich simpler Perikarderguss noch das Sahnehäubchen auf dem riesigen Haufen Sch…!

Danach tänzelte ich fast beschwingt aus der Praxis und kam an der Boutique vorbei, in der ich mir damals schon meine geliebten grünen Grünbein-Schuhe gekauft hatte. Der perfekte Zeitpunkt für einen weiteren Spontan-Schuhkauf 😀

Blöderweise verliebte ich mich aber in zwei Paar… Und so ging ich 183,10 € ärmer, aber selig aus dem Laden mit meinen neuen Schmuckstücken:


Sie waren beide jeweils echt gut reduziert und ich konnte mich nicht entscheiden…

Anschließend fuhr ich noch in den real,- und kaufte ein paar Dinge ein. Danach sauste ich heim, wo Jörn immer noch auf der Couch lag (am Dienstag, den 07.01.2020) wurde er entlassen. All seine Symptome sprechen/sprachen für eine Enzephalitis. Leider war er so unklug und hat seinen Entlassungsbrief direkt seinem Hausarzt gegeben, ich als alte medizinische Schreibkraft-Tante hätte gerne mal einen Blick in den Brief geworfen, grummel!  Zumindest konnte er heute ohne Schmerztabletten auskommen. Aber er liegt weiterhin 95 % des Tages auf der Couch oder im Bett. Was für mich nicht ganz so einfach ist, weil ich ja auch fernab von Gesundheit bin. Aber was will ich? Keinen Perikarderguss mehr, yeah!

Sooo, hm, ich glaube, das waren die neusten Nachrichten – und, wie ich finde, ziemlich gute! Nun stricke ich noch ein, zwei Runden. Und soll ich euch was sagen? Dafür bin ich seit gestern tatsächlich ins Schlafzimmer gezogen. Jörn liegt mit den Kindern im Wohnzimmer und ich will nach den ganzen vollgestopften Stress-Tagen zumindest noch ein GANZ klein wenig Licht haben, um endlich mal voran zu kommen mit Micks Hausschuhen. Danach kriegt Romy endlich Cowl und Mütze und DANN endlich kommt die Maschenprobe für meine wunderschöne Jacke, die ich mir dann stricken will. Also, wachbleiben! *Streichhölzer in die Augen stopf*

Einen schönen Abend euch allen und bis bald!

Autor:

Monica L., alias Chemonica, geboren und wohnend seit 30.11.1982 in Braunschweig. Glücklich verliebt seit 2001 und verheiratet seit 2010 mit Jörn (lordlaui), zudem fast vor Stolz platzende Mami von Romy (*19.09.2012) und Mick (*12.07.2016).

4 Kommentare zu „09.01.2020: Kein Perikarderguss mehr?!

  1. Moni… Du in Berlin! Wie lange denn?
    Ansonsten klingt das doch alles verhalten optimistisch, wenn ich mich dann so ausdrücken darf 🙂
    Weiterhin gute Besserung auch für Jörn.
    LG
    Tina

    Gefällt 1 Person

    1. Huhu liebe Tina!
      Ich sag es dir… ICH bin Berlin! ICH in einem Zug! Uargh!
      Mein Zug kommt am 16.01. um ca. 12:30 Uhr an, meine Schwester holt mich vom Zug ab und dann watscheln wir in die Invalidenstraße (haha, wenn DAS mal nicht passt!) zum Termin. Und gegen halb fünf nachmittags stopft sie mich dann wieder in den Zug.

      Vermutlich komme ich dann zeitnah noch mal zur Gewebeprobe-Entnahme (Bronchoskopie) für ein oder zwei Nächte (mir graut jetzt schon davor…).

      Liken

  2. Huhu liebe Tina!
    Ich sag es dir… ICH in Berlin! ICH in einem Zug! Uargh!
    Mein Zug kommt am 16.01. um ca. 12:30 Uhr an, meine Schwester holt mich vom Bahnhof ab und dann watscheln wir in die Invalidenstraße (haha, wenn DAS mal nicht passt!) zum Termin. Und gegen halb fünf nachmittags stopft sie mich dann wieder in den Zug.

    Vermutlich komme ich dann zeitnah noch mal zur Gewebeprobe-Entnahme (Bronchoskopie) für ein oder zwei Nächte (mir graut jetzt schon davor…).

    Liken

  3. Liebe Moni, ich freu mich auch mit dir über die positiven Neuigkeiten:) Alles alles Gute für den Termin in Berlin. Ich denk an dich.

    Liebe Grüße

    Katja

    Liken

Schreibe eine Antwort zu Tina Grawert Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s