30.01.2020: Und es wird NOCH schlimmer…!

Hallo allerseits!

Es ist soweit: Jetzt hat Jörn auch Magen-Darm. Seit dem Mittag ist ihm (wohl ziemlich dolle) schlecht. Und was habe ich getan? Ich Riesenfeigling habe das Nötigste zusammengepackt und bin vorhin mit Romy mit dem Allernötigsten in den zweiten Stock zu meiner Mutter gezogen.

Wer mich kennt, der weiß, was mich das an Überwindung kostet! Ich bin nämlich ein absoluter Heimsch…, und hier oben sind „fremde Gerüche“ (und ich bin ja leider extrem(!) geruchsempfindlich, was für meine Emetophobie nicht förderlich ist). Ich kann mich normalerweise nicht mal in „fremde“ Bettwäsche legen. Auch wenn es meine eigene Mutter ist, so ist dies seit vielen Jahren nicht mehr mein Haushalt. Ich koche nie woanders, will niemandem zur Last fallen, möchte gar nix anfassen – neee, alles nicht meine Welt.

Aber ich bin physisch und vor allem psychisch am Ende. Seit vorgestern Abend läuft mein Körper nur noch auf Adrenalin. Nur wenn ich unterwegs war, Einkäufe erledigen, Romy zur Schule bringen usw., da merkte ich, wie die Anspannung ein wenig nachließ und ich auch mal an andere Dinge als Erbrechen denken konnte.

Ich fühle mich wie der größte Verräter – ich habe meine beiden Männer da unten sich selbst überlassen. Ich schäme mich so abgrundtief. Ich habe die Flucht angetreten. Ich habe Romy und mich in Sicherheit gebracht – sofern wir denn noch sicher sind? Jörn hatte aber als einziger Kontakt zu Mick. Er hat all seine Körperflüssigkeiten entfernt (ohne Handschuhe…), hat sich aufopfernd gekümmert und ihm geholfen. Und ich? Ich feige Sau habe meilenweit Abstand gehalten und den Raum – Romys Zimmer – wenn überhaupt nur mit Einweghandschuhen und Mundschutz betreten. Aber meist aus der Ferne gewunken.

Inzwischen ist es 21:48 Uhr, Jörn schrieb mir noch, dass es von der Übelkeit her etwas besser sei. Spucken musste er bisher nicht, war zweimal auf Toilette (aber kein Durchfall). Ich drücke ihm sooo die Daumen, dass es ihn nur in ganz „milder Form“ erwischt hat 😦

Ich weiß noch nicht wie, aber ich weiß, dass ich an meiner Phobie, meiner panischen Angst, dringend arbeiten muss. Aber meine Psyche ist durch meinen metastasierenden Brustkrebs schon so bis zum Anschlag ausgefüllt, dass ich mir nicht einmal sicher bin, ob ich das alles je verarbeiten kann.

Ich werde hier jetzt noch Serien vom Laptop schauen und versuchen zu schlafen. Vielleicht sogar im Sitzen? Es fällt mir extrem schwer, mich hier zu entspannen. Morgen Früh bringe ich Romy zur Schule, fahre danach zum Aldi und kaufe Dinge für die nächsten Tage ein und hole Romy um 10:50 Uhr auch schon wieder ab – dann hat sie ihr Zeugnis und Montag und Dienstag frei. Und ich hoffe weiterhin, dass uns nichts ereilt.

Die beiden schönsten Nachrichten zum Schluss:
Jörn darf offiziell wieder selbst Auto fahren und ich habe keinerlei Anfallspotential – ergab das heutige EEG 🙂

Gute Nachti!

Autor:

Monica L., alias Chemonica, geboren und wohnend seit 30.11.1982 in Braunschweig. Glücklich verliebt seit 2001 und verheiratet seit 2010 mit Jörn (lordlaui), zudem fast vor Stolz platzende Mami von Romy (*19.09.2012) und Mick (*12.07.2016).

Ein Kommentar zu „30.01.2020: Und es wird NOCH schlimmer…!

  1. Immerhin etwas Positives, liebe Moni!
    Du bist nicht feige. Überhaupt nicht. Im Gegenteil: ich fände es unverantwortlich, wenn du dich jetzt noch ins Virengetümmel stürzen würdest. Dein Körper hat genügend mit sich selbst zu tun. Neue Baustellen unerwünscht;)

    Auf dass bald Ruhe bei euch einkehrt.

    Lasst euch nicht unterkriegen.

    Alles Liebe

    Katja

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s