15.02.2020: Langeweile? In unserem Haus garantiert nie!

Hallo ihr Lieben!

Heute nur ein recht kurzes Lebenszeichen von mir – viel zu tun, wenig Zeit
Am Montag war ich ja beim „Knochentropf“ (Zoledronsäure). Das ist eigentlich auch nicht weiter erwähnenswert. Die Infusion geht ja immer eine Stunde und nennenswerte Nebenwirkungen habe ich glücklicherweise nicht. Oder kriege sie zumindest nicht als solche mit.

Am Donnerstag waren Jörn und ich vormittags mit Mick bei der Sprachdiagnostik – ja, Mick braucht leider künftig auch Logopädie, genau wie Romy einst – und ich noch nachmittags bei meiner Psychologin. Gestern dann beim Kontroll-CT. Beim letzten Mal im Dezember hatten wir ja das Problem, dass der an diesem Tag zuständige Arzt mir einen Zugang am Handrücken verpassen wollte, aber meine Vene platzte sofort. Auaaa, außerdem war er nicht gerade sehr einfühlsam *ramm*.Die Röntgenabteilung hat natürlich auch Portnadeln, aber nur bis 25 mm Nadellänge. Ich brauche aber 27 mm. Also vereinbarten wir, dass ich mich künftig erst im CT anmelde, zum MVZ gehe und mir eine Portnadel legen lasse und anschließend wieder zum CT komme. So machen wir es also gestern. Leider schien das MVZ einen längeren medizinischen Vorfall im Labor zu haben, und so verzögerte sich meine Wartezeit und ich kam wiederum zu spät zum CT. Wo ich mir erst einmal anhören durfte, dass man mich ja viel früher erwartet habe (wir reden hier von 13 Minuten Verspätung, für die ich aber ja nun nichts konnte, ich war nämlich bereits 30 Minuten vor dem CT-Termin da). Auf dem Weg aus dem MVZ traf ich noch meine behandelnde Onkologin, die mich fragte, wie es mir gehe. Ich sagte ihr, dass ich mir eben nur die Portnadel habe legen lassen und Angst vor Montag habe. Sie schaute irritiert: „Die Nadel? Für Montag?“ – „Nein, die Nadel ist für das CT, das ich gleich habe.“ Sie atmete erleichtert auf und meinte dann „Angst vor Montag? Ach so, wegen der Befundbesprechung? Oh je… soll ich nachher anrufen, wenn es ganz schlimm ist?“ Aber ich lehnte schnell ab und meinte, dass ich zwei gut ablenkende Kinder habe. Da lachte sie und meinte, dass ich dann mit meinen beiden Ablenkern etwas unternehmen soll. Auf jeden Fall! Aber ich fand ihre Fürsorge in dem Moment irgendwie sehr nett, auch wenn sie mir große Angst macht, dass wirklich etwas schlimm sein könnte. Aber Hand aufs Herz – geht es denn noch viel schlimmer? Also metastasiert ist mein Brustkrebs doch eh schon. Und es ist zu erwarten, dass es langfristig(?) gesehen immer mehr wird. Heilung? Bei Metastasen? Keine Ahnung. Ich lese NICHTS über dieses Thema und habe daher auch null Fachwissen. Aber Google befrage ich nicht und Ärzten will ich mit dem Mist auch nicht nerven. Also lasse ich es.

Wie dem auch sei. Nachdem die Portnadel lag, kam ich ins CT und musste diesmal 52 Sekunden die Luft anhalten. Man sagte mir aber schon vorher, dass ich, falls ich das nicht so lange schaffe, langsam ausatmen und flach wieder einatmen könne – was ich tatsächlich in Anspruch nehmen musste, zumindest das langsame Ausatmen. Ich kann das einfach nicht. Ich schwimme ja nicht mal, tauche nie, also wie soll ich die Luft lange anhalten können? Geht nicht.

Anschließend musste ich die üblichen 30 Minuten im Wartebereich sitzen, falls das Kontrastmittel doch noch Nebenwirkungen erzeugt. Aber alles war in Ordnung und so wurde ich kurz vor 11 Uhr von der Portnadel befreit. Anschließend holte ich Mick vom Kindergarten ab. Einerseits hat dieser neuerdings – bis auf Weiteres – nur noch von 8 – 14 Uhr geöffnet, weil eine Erzieherin längerfristig ausfällt, andererseits bestand Mick darauf, gestern zuhause Mittag zu essen. Es gab nämlich grobe Bratwurst, Nudeln, Blumenkohl, Böhnchen und „weiße Soße“ (ich kenne es als „holländische Soße“, es ist eine Soße auf Mehlschwitzen-Basis, gewürzt mit Pfeffer, Salz und Muskatnuss). Jörn holte Romy pünktlich von der Schule ab und wir aßen zusammen.
Danach legte ich mich noch zehn Minuten hin, merkte nämlich mal wieder meinen Rücken und dass der Vormittag echt anstrengend war – zumindest emotional schon wieder – und schließlich fuhren wir zum IKEA. Dort kauften wir nach ewigem Überlegen vor Ort einen schönen neuen Küchentisch und vier Stühle (und versucht mal, alles passend zu kaufen – nicht immer einfach beim Möbelschweden!). Knapp 460 Euro und entnervtes Aufbauen später ziert unsere abbruchreife Küche zumindest ein schöner neuer Essplatz. Entnervt, weil wir scheinbar echt aus dem Möbelaufbau-Alter raus sind. Früher haben Jörn und ich uns um jedes einzelne Möbelstück gestritten, jeder wollte was aufbauen und überhaupt. Aber neuerdings? „Nee, bau du auf, ich nutze es lieber.“ – „Nee, mach du mal ruhig“…
Die Zeiten unseres alten weißen Küchentisches, den beiden abgeranzten Kinderstühlen und den beiden Klappstühlen von Jörn und mir, die uns ursprünglich nur eine sehr kurze Zeit begleiten sollten, aber dann doch knapp 8 Jahre blieben und unseren schönen PVC-Boden in der Küche mit ihren winzigen Plastiknöppifüßen zerstörten, sind vorbei!

Nun müssen wir aber endlich bald unsere künftige Küche weiterplanen. Damit unser neuer Essplatz mehr Platz hat. Denn der neue Tisch ist viel größer als der alte. Mir wäre inzwischen eine Küche vom Küchenstudio lieber und dazu Fachleute, die diese auch aufbauen. Aber Jörn möchte das selbst machen – warum auch immer. Er unterschätzt die ganze Arbeit sicher! Vor allem erzählte er mir vor einigen Tagen, dass er seit seiner von Mick vererbten Magen-Darm-Erkrankung wieder beginnende Probleme mit dem Sehen hat. So wie im Dezember, was ihn letztlich ins Krankenhaus brachte und – vermutlich – das Miller-Fisher-Syndrom war. Und heute berichtet er, dass er ein Voranschreiten merkt, wenn er sehr stark nach links oder rechts mit den Augen sieht, spürt er wieder eine Veränderung. In Form von Doppeltsehen oder so, dem Mann muss man ja alles aus der Nase ziehen.
Jedenfalls muss Jörn Montag Früh unsere Neurologin anrufen und hoffen, dass diese ihn nicht wieder gleich ins Krankenhaus einweist, sondern dass es noch andere Therapiemöglichkeiten gibt als stundenlange Infusionen mit Immunglobulinen. Denn das hieße, dass er zeitnah wieder für ca. zwei Wochen im Krankenhaus landet. Klar, dann könnte man es nicht ändern. Aber was, wenn ich dann auch zeitnah wieder eine weitere Chemo kriegen sollte? Unsere Kinder kriegen doch alles mit und gerade Romy fällt aktuell sehr durch ihre Ängste auf (Angst, dass sie etwas im Auge hat, das nie wieder rauskommt, Angst, auf einem Federkopfkissen zu schlafen, weil Federn in ihr Ohr kommen und nie wieder rauskommen könnten, also Panik vor Fremdkörpern im Körper)… Das spricht doch alles Bände. Zumindest hier gab es aber heute mal wieder ein freudiges Ereignis: Romy hat einen weiteren Wackelzahn verloren 🙂

Soooooo ihr Lieben. Dafür, dass ich wieder nur KURZ berichten wollte…
Jetzt gehe ich duschen, um 12 Uhr bin ich bei meiner ehemaligen Arbeit zum Essen eingeladen, es geht zum Italiener. Dort treffe ich auch meine beiden ehemaligen Chefinnen und hoffe, nicht allzu viel über meinen Krebs erzählen zu müssen. Die mitleidigen Blicke reichen mir immer schon. Ich weiß ja, dass alle besorgt sind und es gut mit mir meinen, aber ich gehe dahin, um ein wenig Ablenkung zu haben, mal wieder Leute zu treffen und mir ganz banale Arbeitsgeschichten anzuhören. Und die Wartezeit bis zum Montag zu verkürzen. Und ab heute Abend hat meine allerliebste (und davon abgesehen auch einzige) Illustratorin eine neue Malvorlage im Shop – Luftballons in allen Variationen. Die kaufe ich mir dann zeitnah und coloriere drauflos. Und meine wunderschöne Majuga-Jacke muss ich weiterstricken – sind die Wollfarben nicht fantastisch? (Malabrigo Rios in Arco Iris). Wobei die Farben in Natura viel schöner sind!

2020-02-15 10.43.41

So ihr Lieben, bis bald und habt ein tolles WE und einen guten Start in die neue Woche!

Eure Moni

Autor:

Monica L., alias Chemonica, geboren und wohnend seit 30.11.1982 in Braunschweig. Glücklich verliebt seit 2001 und verheiratet seit 2010 mit Jörn (lordlaui), zudem fast vor Stolz platzende Mami von Romy (*19.09.2012) und Mick (*12.07.2016).

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