24.02.2020: Der Alltag kehrt zurück!

Hallo ihr Lieben!

Die Tage flossen hier zuhause nur so dahin, währen der arme Jörn sein Dasein im Krankenhaus fristete. Dafür hatte ich hier allerhand zu tun und kam zu… ÜBERHAUPT NICHTS!

Jörn bekam letztlich fünf Tage Privigen (Immunglobuline) intravenös verabreicht. Nach einem Tag tat ihm der Arm weh und er ließ den Zugang (auf mein Anraten) abends noch ziehen. Und wie ich befürchtet hatte, hat er eine Phlebitis, also eine Venenentzündung entwickelt. Eine sehr merkwürdige Schwester schmiss(!) ihm abends ein Töpfchen mit Voltaren aufs Bett, damit er sich selbst einscremen kann, nur leider ging der Deckel etwas auf und so bekam Jörns Handy auch eine Portion Salbe ab.
Jörn erhielt dann am anderen Arm einen Zugang, dieser ging ihm aber beim MRT am Freitag hoch, als sie ihm das Kontrastmittel spritzen wollten. Also bekam er seinen dritten Zugang und dieser hielt schließlich auch bis heute.

Derweil habe ich versucht, die Tage seit Mittwoch nett zu gestalten. An diesem Tag erhielt ich ja meine Immuntherapie, die auch wieder völlig nebenwirkungsfrei verlief. Dafür hatte Romy große Probleme, denn sobald sie abends zur Ruhe kam, fing es bei ihr an mit Bauchweh, Übelkeit und vielen, viiieeelen Tränen, weil sie ihren Papi so vermisst hat… Also entschloss ich mich schweren Herzens, sie vorerst nicht zur Schule zu schicken. Und als Mick mitbekam, dass Romy daheim bleiben darf, wollte er natürlich auch. Also fuhren wir Papi besuchen, malten viele Bine-Brändle-Vorlagen, fuhren einkaufen, oder einmalig nach Papis Besuch noch in den Brawo-Park, wo ich mir im dm einige schöne Kleinigkeiten gönnte und sich die Kinder jeweils ein kleines Stofftier aussuchen durften. Jaa ja, da habe ich mal wieder gegen jeden Erziehungsratgeber der Welt verstoßen, was? Ist mir aber egal 😀

Die Tage jedenfalls vergingen wie im Flug, gestern waren Romy, Mick und ich dann beim Braunschweiger Schoduvel, also Karnevalsumzug.

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Eine Polizistin, ein Super-Mario und ein überdimensionales Glücksbärchi… Aber erkennt ihr mein Halstuch? Das ist über und über mit Prinzessin Peach, Mario, Toad, Bowser (…) bedruckt 😀 Aber es war tatsächlich die pure Enttäuschung: Wir haben kaum Süßigkeiten gefangen und alles, was auf dem pitschnassen Regenboden landete, war unbrauchbar. Zudem war es sehr nass, kalt und stürmisch. Aber was tut man nicht alles für seine Kinder? Anschließend fuhren wir noch kurz zu Papi ins KH, das tröstete uns über diesen blöden Nachmittag hinweg. Den Abend über bereiteten meine Mami (tausend Dank nochmals, ohne dich wäre ich untergegangen!) und ich noch insgesamt 45 Pfannkuchen/Eierkuchen/Crepés/was auch immer zu, 20 für Romys Buffet ihrer Klasse und 25 für Micks Kindergarten-Buffet. Sie scheinen nicht sooo schlecht gewesen zu sein, denn gesehen habe ich keinen Pfannkuchen mehr.

Heute Morgen brachte ich dann die Polizistin zur Schule, Mario zum Kindergarten, brachte noch ein Paket weg und fuhr Jörn neue Klamotten in die Klinik. Etwa eine Stunde nach meiner Abfahrt schrieb Jörn mich an, dass er heute entlassen wird. Juchuuuh! Ich kaufte schnell ein paar Dinge im real,- ein, holte Romy im Anschluss von der Schule ab und wir fuhren heim. Doof war es dann nur, als Jörn sich genau DANN bei mir meldete, dass ich ihn nun abholen könne, als das Mittagessen auf dem Tisch stand. Also rief ich schnell meine Mami runter, sie leistete Romy beim Essen Gesellschaft und ich düste los. Ich sackte ihn direkt am Klinikeingang ein, danach holten wir Mick vom Kindergarten ab (es war inzwischen auch schon nach 14:30 Uhr, also was solls) und ich schmiss Jörn bei unserer Neurologin kurz raus, damit er sich zeitnah einen Termin holen kann. Aber die tolle Ärztin sprach kurz mit ihm, verordnete ihm noch eine Krankmeldung und dass er sich melden soll, falls eine erneute Einweisung notwendig werde (ein Arzt im Klinikum meinte auch schon, dass es durchaus sein kann, dass eine erneute Infusion nötig werden könnte).

DANN endlich fuhren wir nach Hause und so langsam aber sicher kehrt nun wieder Ruhe ein bei uns – so HOFFEN wir es zumindest. Jörn ist noch bis Ende der Woche krankgeschrieben, fällt nun vermutlich ins Krankengeld, aber was soll er tun? Krankheit sucht man sich wahrlich nicht aus. ICH weiß, wovon ich rede…

So, als Schlusswort für heute:
Liebe „vriesl“ alias Mia, wir haben uns nie persönlich kennengelernt, uns eint jedoch die Diagnose metastasierter Brustkrebs. Einige Zeit war ich dir damals gefolgt und als ich meine Diagnose CUP-Syndrom erhielt, bin ich dir entfolgt, weil ich dachte, ich habe ja nun keinen aktiven Brustkrebs, sondern eine andere Form. Bis zum Januar… Als ich da erfuhr, dass es doch mein BK war, der nun metastasiert ist, erlaubte ich mir, dir erneut eine Insta-Anfrage zu stellen, die du auch angenommen hast. Und dann las ich über deinen dramatischen Gesundheitszustand… Metastasen im Kopf, Lunge, Leber, Lymphknoten, Tumor in der Brust war weiter gewachsen…
Gestern bis du friedlich eingeschlafen, und auch wenn du diese Zeilen vermutlich nie lesen wirst – vielleicht wird dein Mann sie eines Tages lesen, oder dein Levi. Ich weiß, dass die beiden gegenseitig auf sich aufpassen und ja, ich glaube auch daran, dass du sie bewachen wirst. Du bist nun ihr Schutzengel.
Liebe Mia, eines Tages lernen wir uns persönlich kennen, okay? Aber wenn es geht, so würde ich gerne noch hier auf der Welt bleiben. Gut, das wolltest du sicherlich auch. Aber man kann sich das Schicksal leider nicht aussuchen, und diese Erkenntnis tut so scheiße weh.

Bis bald – Eure Moni

Autor:

Monica L., alias Chemonica, geboren und wohnend seit 30.11.1982 in Braunschweig. Glücklich verliebt seit 2001 und verheiratet seit 2010 mit Jörn (lordlaui), zudem fast vor Stolz platzende Mami von Romy (*19.09.2012) und Mick (*12.07.2016).

Ein Kommentar zu „24.02.2020: Der Alltag kehrt zurück!

  1. Chic seht ihr 3 aus! Schade, dass das Erlebnis nicht so toll war. Umso mehr hoffe ich, dass die beiden dann in Schule und Kindergarten ordentlich abfeiern konnten!

    Hoffentlich kehrt nun die wohlverdiente Ruhe beich euch ein. Ihr habt auch dieses Jahr schon so viel mitnehmen müssen: Euer „Jahreskonto 2020“ ist schon hervorragend und abschließend gefüllt. Nun möge bitte Ruhe einkehren, sodass ihr auch ein bisschen auftanken könnt.

    Alles Liebe

    Katja

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