17.04.2020: Bestrahlung 1/10 und CT-Befund

Hallo ihr Lieben!

Es war wieder so ein rappelvoller Tag und bevor ich nun an der Couch horche, wollte ich euch noch ein kleines Update liefern:

Heute früh, nach meinem üblichen Liter Wasser, ging es (leider mit etwas Verspätung) zum CT Kopf mit Kontrastmittel. Da meine Portnadel von gestern noch lag, konnte ich mir das erneute Port-Anzapfen sparen. Sehr angenehm!

Das CT ging zügig und brachte, wie ich kurze Zeit später von der Strahlenärztin Frau Dr. B.-Sch. erfuhr, die vier Metastasen zur Geltung. Wie groß sie sind, weiß ich noch nicht.

Ich wartete anschließend Switch-zockend (ohne Kopfweh ist alles so schön!) vor dem Linac 3 und wartete auf meine erste Bestrahlung. Zwischenzeitlich wurde ich reingerufen, dann aber doch wieder herausgebeten, weil meine Daten vom Physiker noch nicht berechnet hatten (obwohl Frau Dr. B.-Sch. dies vorher bejahte..)
Diese ging letztlich aber auch zügig über die Bühne, obwohl ich eben wirklich erst um etwa zehn nach Elf dran kam, so wie man mir das auch auf meinen Laufzettel geschrieben hatte. Anschließend wackelte ich ins MVZ zurück, um das CT-Thorax-Abdomen-Becken zu erfahren, und rechnete mit dem Schlimmsten.

Im MVZ erst bekam ich auch einen Mundschutz, denn meinen Einweg-Mundschutz hatte ich in meinem Handschuhfach gelassen, mein Auto wird ja die nächsten drei Monate wieder mal nur vor dem Haus stehen – Autofahren ist drei Monate nach Bestrahlung verboten. Und ich bin wohl die einzig blöde Kuh, die sich daran hält. Aber wo soll ich auch hin? Haha.

Dann rief mich Herr Dr. Sp. in sein Zimmer und ich erfuhr einige Neuigkeiten:
2020-04-17 12.54.01
Zu Punkt 2: Joa, scheiße, aber wohl jetzt auch nicht lebensbedrohlich.
Zu Punkt 3: Mein „Vertretungs-Onkologe“ erklärte mir dass Dyselektasen bedeuten, dass ich nicht richtig tief eingeatmet habe. Das habe ich sogar selbst gemerkt. Mir fiel es gestern richtig schwer und das Luft anhalten erhöhte meine Kopfschmerzen (Kopfdruck) noch mehr. Witzig nur, dass immer dieser dumme Perikarderguss genannt wird, obwohl mir mein Kardiologe sagte, ich hätte gar keinen.
Punkt 4 und 5: Fein!
Nebenbefund: Ich habe seit einiger Zeit immer mal Tage, an denen ich leichte Unterleibsschmerzen habe und dann nicht weiß, ob meine Periode jemals nochmals kommen mag oder nich, laut Dr. Sp. kann das auch ein Zeichen sein und ich solle erst handeln, wenn die Beschwerden stärker/schlimmer werden würden.

Also wie ihr seht, ist mein Krebs weiterhin am ehesten im Kopf. Mein Pembrolizumab (Immuntherapie) wird abgesetzt und durch ein Medikament, irgendwas mit E, was ich wieder vergessen habe, ersetzt, was eben „mehr ins Hirn geht“. Epirubicin war es nicht, das hatte ich ja schon. Er meinte aber, dass es eine Chemo sei. Ich fragte, wie viele Zyklen ich dann bekäme: „So lange, wie es wirkt“. Also eine Dauer-Chemo, wenn man so will :‘-( Na ja, ob Dauer-Immuntherapie oder Dauer-Chemo, beides kein schöner Gedanke. Hauptsache der Kram macht keine extremen Nebenwirkungen (wobei die Möglichkeiten vielseitig sind, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Fieber usw.). Ich mag nicht daran denken! Also ich erhalte jetzt noch neun Kopf-Bestrahlungen (vermutlich 29.04.2020) und am 30.04.2020 geht dann die Chemo los. Zwei Tage vorher, wie üblich, wieder Blutbildkontrolle und auf die Waage (buuuh!). Die Strahlenärztin meinte, dass ich auf jeden Fall zuerst Kopf-Bestrahlung erhalte und dann Chemo. Davon wusste mein Vertretungs-Onkologe nichts, wäre mir aber auch ganz lieb. Nur wenn nächsten Freitag mein LINAC gewartet wird, komme ich terminlich in die Quere. Na mal sehen. Die Chemo selbst ist immer an Tag 1, Tag 8 und Tag 22. Dann „von vorn“. Ganz schön oft. Die Therapie dauert etwa auch zwei Stunden, also eine halbe Stunde Vorlauf, ca. eine Stunde Chemo, eine halbe Stunde Nachlauf. Das MVZ wird also immer mehr zu meinem Zuhause. Nur die ewigen Taxifahrten mit je 5,- pro Fahrt nerven mich persönlich extrem. Die meisten Fahrer sagen gar nix oder wollen nett gemeinte Ratschläge geben… Das ist immer extrem schwer. Am liebsten würde ich immer Jörn bitten, aber der muss arbeiten – klar, soll er auch! Und ich hatte sooo gehofft, dass er bald wieder nach WOB fahren und dort arbeiten kann, er hat all diese Scheiße nicht verdient! Und auch meine vorhin weinende Romymaus, die mich knuddelte, hat das nicht verdient! Es ist alles so ungerecht. Aber wisst ihr was? Dennoch bin ich von meinen Lieben hier „gerne“ diejenige, die krank ist. Hilflos zusehen zu müssen fände ich viel schlimmer. So zeige ich meinem Körper weiterhin den Mittelfinger. Zwar mit Respekt, aber ich möchte ihm zeigen, dass ich noch nicht bereit bin abzutreten. Ich hoffe mein Krebs sieht das ähnlich…

So, das war mein Kurzbericht. Ich war alles in allem aber bis ca. 13 Uhr in der Klinik. Und nach der leckeren Lasagne meines Mannes versackte ich auch gute zwei Stunden schlafend auf der Couch. Die letzte Nacht war nur etwa fünf Stunden lang, die Gedanken und die Angst zu verschlafen ließen mich nicht los.

Ich wünsche euch eine gute Nacht!
Eure Moni

Autor:

Monica L., alias Chemonica, geboren und wohnend seit 30.11.1982 in Braunschweig. Glücklich verliebt seit 2001 und verheiratet seit 2010 mit Jörn (lordlaui), zudem fast vor Stolz platzende Mami von Romy (*19.09.2012) und Mick (*12.07.2016).

3 Kommentare zu „17.04.2020: Bestrahlung 1/10 und CT-Befund

  1. Liebe Moni,

    ich bewundere deine Power und deine Stärke und bin mir sicher, dass dein Körper deine positive Energie wahrnimmt. Dies wird sich bestimmt gut auf die anstehenden Behandlungen auswirken.
    Lass dich mal virtuell drücken, wenn du magst.

    Alles Liebe

    Katja

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  2. Liebe Moni, ich bewundere deine starke Haltung und werde ganz demütig dabei. Ich schicke dir alles an Energie, was du brauchst, um deinen Kampf weiter zu kämpfen. Es ist so beruhigend zu sehen,wie großartig ihr als Familie zusammenhaltet. Meine allerbesten Wünsche begleiten dich, Rita Jülicher 🥰

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  3. Ach Mensch Moni, da fehlen einem echt die Worte! Andererseits fallen mir etliche bewundernde für dich ein, dein Mut, deine Stärke, deine Kraft deine Power, deine unendliche Liebe für deine Familie. Monica, du lässt dich nicht unterkriegen, du schaffst das, du bietet diesen Fuck Cancer die Stirn.

    Ganz liebe Grüße

    Anja

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