17.06./18.06.2020: Dem KH vorerst von der Schippe gesprungen!

Guten Abend ihr Lieben!

Mann war das ein Tag! Nachdem mich ja nun die letzten beiden Nächte das Fieber in Atem hielt, rief ich heute Morgen um kurz nach acht Uhr im MVZ an und fragte, ob es möglich sei, auch vor 10:50 Uhr zur Blutabnahme zu erscheinen. Die MTA versprach meine Onkologin zu fragen und dass sie oder Frau Doktor selbst sich zeitnah bei mir zurückmelden würden.


Tja, Pustekuchen… um halb Elf fuhr Jörn mich im MVZ rum, Mick hinten im Auto, Romy daddelnd allein daheim. Glücklicherweise ist die Klinik ja nicht sooo weit weg von uns und das ist eine gute Übung, sie mal eine kurze Zeit allein zuhause zu lassen.

Mit dabei hatte ich meinen riesigen Hauptstadtkoffer, die Leute müssen gedacht haben, dass ich nicht mehr alle Latten am Zaun habe. Aber es ist so: Hätte ich heute im Krankenhaus bleiben müssen, hätte ich ein großes Problem gehabt. Denn Jörn musste mittags mit Mick zur Logopädin, danach arbeiten, muss sogar diesen Samstag arbeiten und die Kinder dürfen beide nicht mit auf Station, da unter 10 Jahre alt. Also musste ich mein gesamtes Gepäck schon bei mir haben – für den Fall der Fälle.

Ich meldete mich an, ging direkt durch zur Blutabnahme, durfte meinen Koffer im Labor stehenlassen, wackelte rüber zum hämatologischen Labor, wo ich mir anhören durfte, dass ich ja nun kein lebensbedrohlicher Notfall sei und mein Ergebnis daher in frühestens 30 Minuten im MVZ sein werde. Die Blutabnahme selbst ging recht problemlos, mein Blutdruck mit 146/88 leicht erhöht, mein Puls war auf 118. Als sie mir dann noch die Temperatur im Ohr nahm und 38,7° sagte, plus dem Vermerk, dass ich dann wohl heute dort bliebe, entglitten meine Gesichtszüge schon.

Jedenfalls schlich ich nach dem Labor-Gang zurück ins MVZ und mir kam meine Onkologin schon entgegen, die gleich mit dem Satz „Sie sehen aber nicht gut aus“ begann. Man bot mir an, mich wieder ins Labor zu setzen, mich sogar hinzulegen, es war erst die Rede von Port anzapfen, Flüssigkeitsgabe usw. Mir reichte es aber schon, mich auf die Liege ins Labor zu setzen und abzuwarten. Schon kurze Zeit später kam meine Onkologin wieder zu mir. Ich scheine aktuell „durchs Tal“ zu gehen, meine Leukozyten liegen aktuell bei 8,3 (normalerweise zwischen 3,98 – 10,03). Die anderen (wichtigen) Werte lagen aber noch nicht vor und wir vereinbarten Folgendes:

Sie meldet sich auf jeden Fall noch heute, um mir die restlichen Werte mitzuteilen (hauptsächlich CRP, denn wenn dieser Wert erhöht ist, kann man von einem Entzündungsgeschehen im Körper ausgehen). Für den Fall eines hohen CRPs gab sie mir ein Unacid-Rezept (Antibiotikum) mit. Ich solle aber regelmäßig (2-3x täglich) Ibu einnehmen, um nicht immer in eine Art Fieberloch zu fallen.

Sehr erleichtert, aber platt wackelte ich Richtung Klinikeingang, rief mir auf dem Weg dorthin ein Taxi und kaum war ich vorne, düste es auch schon vor.


Hahaha, wenn man sich auf einen Rückruf verlässt… Erst schlafe ich gestern Abend mitten im Text verfassen ein(!) und kam zudem heute den gesamten Tag nicht zum schreiben. So viel andere Dinge zu tun? Hrhr, schön wäre es. Faul auf der Couch lag ich – das habe ich inzwischen sowas von perfektioniert, ihr wärt neidisch!

Heute Morgen jedenfalls um 9 Uhr rief das MVZ an, Frau Doktor habe es gestern leider nicht mehr geschafft, mich zurückzurufen (ach, wirklich?), sie sei aber heute ja auch gar nicht im Haus (ist mir bekannt). Ich scherzte noch, dass ich dann scheinbar noch nicht tot sei. Sie lachte und erklärte: Mein CRP sei niedrig, also läge keine Entzündung im Körper vor und ich brauche kein Unacid. Meine Onkologin hatte noch notiert, dass ich kommenden Mittwoch zur Blutabnahme auftauchen soll, sofern mein Körper denn weiterhin „Ruhe“ gibt.

Also drückt mir bitte weiterhin die Daumen, dass es wieder mal „nur“ eine Neutropenie war, die meinen Körper etwas umgenietet hat. Toll wäre das nun nicht, aber vielleicht flog mir dieses Mal Romys bzw. Jörns Halsschmerz-Infekt um die Öhrchen, keine Ahnung.

Jetzt habe ich auf jeden Fall ein freies Wochenende, die eigentlich für morgen geplante Chemo verschieben wir um eine Woche. Ich sag euch, mein Körper muss das Gespräch nach dem CT mitgehört haben, als Frau Dr. A. meinte, man könne bei meinem Tumorgeschehen auch mal eine ausfallen lassen… Grr!

Bis bald – Eure Che-Moooni

Autor:

Monica L., alias Chemonica, geboren und wohnend seit 30.11.1982 in Braunschweig. Glücklich verliebt seit 2001 und verheiratet seit 2010 mit Jörn (lordlaui), zudem fast vor Stolz platzende Mami von Romy (*19.09.2012) und Mick (*12.07.2016).

3 Kommentare zu „17.06./18.06.2020: Dem KH vorerst von der Schippe gesprungen!

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