Morgen scheint Tag X zu werden…

Hallo ihr Lieben!

Seit 04.08. bin ich hier in der Klinik Celler Straße, MHO2. Und soeben kam Schwester x (ich und Namen…!) zu mir: Das Hospiz (Am Hohen Tore) hat ein Bett frei, ich ziehe also morgen um…

So schnell ist Tag x schon da. Und das Schlimme ist: Ich fühle mich bisher weiterhin eben nur ab Bauchnabel abwärts kaputt, habe ja einen Querschnitt, der bis einschließlich heute bestrahlt wird. Betroffen ist eine Stelle in Höhe Brustwirbel, die andere höher (hatte ich, soweit ich weiß, auch schon mal geschrieben).

Ihr müsst euch das weiterhin echt „stressig“ vorstellen. Also ihr seid krank, sehr krank, unheilbar krank. Und dennoch geht hier – auch verständlich – täglich die Tür zig Mal auf. Ob Liege-Rad-Training, psychologische Gespräche, Gespräche mit dem sehr netten Herrn M., der Mitte September wieder da ist (er arbeitet im KH Celler Straße, aber eben auch mit dem Hospiz zusammen, mal sehen, ob ich „meinen Bob Ross“ noch zustande kriege mit seiner Hilfe…), oder die beiden Ärztinnen Frau Dr. R. und Frau Dr. St., alle eben mit Tipps, erfüllen Wünsche, kümmern sich und ich ziere mich, wenn man mir zum Abendbrot oder gar zur Nacht zwei bis drei Wassereis gibt…

Ich nutze 5x täglich Mundspülungen mit Salbei wegen der Bestrahlung, es tut die letzten beiden Tage doch weh, wenn ich was esse/trinke. Generell vermeide ich Essen eigentlich, weil es eben weh tut. Aber Wassereis geht seit einigen Tagen IMMER. Es erfrischt, es schmeckt, oft angenehm kalt… Ich fühle mich schon wie der letzte Klops, liege ich hier mit meinen 100 kg (?) und würde so gerne Wassereis essen… Und ich sage euch, würde ich den Mund aufmachen, hätte ich hier vermutlich Unmengen an buntem Wasser in Plastik ^^ Aber – wie immer – übt man sich in Verzicht, wobei ich ja genau DAS abstellen soll!

Ich spüre in mir selbst aber auch so eine ewige Ungeduld, ich kann sie euch nicht mal erklären. Es ist so ein „nein, ich will noch nicht gehen“. Ob dieses Gefühl (bald?) eintreffen wird? Ich meine, ich habe seit gestern Abend nach Monaten (!) mal wieder das Bedürfnis zu stricken, oder den Laptop zu nutzen – der steht hier sogar doof herum! Aber es sollte mir doch nun eigentlich schlechter gehen statt besser? Also dieses Gefühl werde ich nicht los. Bzw. habe ich Angst „loszulassen“. Loslassen = aufgeben. Und ich will irgendwie noch nicht aufgeben. Mensch, ICH habe doofe Gedanken, ne? Ich weiß… Vielleicht spielt da auch das Dexamethason wieder mit rein, da hatte ich dieses Gefühl auch immer, dass immer noch etwas fehlt – aber WAS, das kann ich nie sagen. Hm, bescheuert bin ich, jawohl!

So, ich mache nun das, was ich am besten kann: Aufs Mittagessen warten. Auch so ein Ding: Hier sage ich „Menü 1 bitte“ und im Hospiz? „hm, ach, neee, ach lassen Sie mal, ich will keine Umstände machen.“ Diesen Gedanken muss ich echt jagen lernen…

Bis vielleicht später – ihr wisst ja, die Frau auf der MHO2, die nie Zeit hat 😎

Bis bald!

Ach so, ich wollte immer noch mal meine aktuelle Medikation posten, aber sind wir mal ehrlich: Nehmen muss ich den Kram sowieso und ob ich morgens Tablette A, B, C… nehmen muss, mittags zwingend dies und das, aber mit 30 Minuten dazwischen, weil sonst Nebenwirkung xy, und abends dies und jenes, da aber auch ne halbe Stunde Pause, weil sonst Nebenwirkung, ich kann es ja selbst kaum kapieren… Dafür haben sie ja ihre Pflegedokumentation und schlucken muss ich den Mist eh ^^

Autor:

Monica L., alias Chemonica, geboren und wohnend seit 30.11.1982 in Braunschweig. Glücklich verliebt seit 2001 und verheiratet seit 2010 mit Jörn (lordlaui), zudem fast vor Stolz platzende Mami von Romy (*19.09.2012) und Mick (*12.07.2016).

13 Kommentare zu „Morgen scheint Tag X zu werden…

  1. Liebe Moni,
    ich wünsche dir sehr, dass man dir im Hospiz noch ganz viele Wünsche erfüllen kann/darf und dass man sich dort liebevoll deiner annimmt. Aber in dieser Hinsicht scheinen Hospize ja auch super aufgestellt zu sein.
    Auf dass du dort die Unterstützung bekommst, die du benötigst – sei es in Form von Lieblingsessen, Gedankensortieren usw.usf.!
    Ich denke ganz feste an dich.

    Dicke Knuddler schickt dir

    Katja

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  2. Liebe Moni,
    im Hospiz sind sie viel besser personell aufgestellt, die haben dort mehr Zeit für jeden Einzelnen, das ist ja ganz anders als im Krhs. Die freuen sich sicherlich darauf, so einer netten, lieben Patientin gerne ihre Wünsche zu erfüllen. Lass es bitte zu, genieße die Momente des kleinen Glücks.

    Fühle dich lieb gedrückt

    Anja

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  3. Liebe Monica es ist wie es ist und dein Gefühl wird wissen wenn der Zeitpunkt da ist.
    Ich habe schon einige Menschen in deiner Situation begleitet und so komisch wie es tönt, es gibt den richtigen Moment zum Loslassen.Was klar in deinen jungen Jahren nicht einfach ist.
    Sei gut begleitet und iss was du magst und wenn es Tonnen Eis sind.Alles was dir gut tut ist erlaubt.
    Nun mm Hilfe an.Alle welche in Pflegeberufen arbeiten Sind genau dafür da.Für die meisten wird es ein gutes Gefühl sein wenn du ihre Hilfe annimmst, wenn du dies brauchst und möchtest.
    Verbote sind tabu!
    Alles Gute auf deinem Weg wünsche ich dir und deinen Lieben.Trudi

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  4. Liebe Monica, ich glaube fest daran, dass im Hospiz Menschen nur aus Leidenschaft und mit vollem Herzenseinsatz arbeiten und es ihnen eine Freude sein wird, dich mit Wassereis glücklich zu machen! Ich wünsche dir, dass du dich dort wohl und geborgen fühlst, insofern das möglich ist. Ich denke ebenfalls jeden Tag an Dich! Bist du die Tage noch zum Stricken gekommen? Liebe Grüße, Carolin

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  5. Liebe Monica, ich denke sehr oft an Dich … Du bist eine so unglaublich starke Frau mit einer so großartigen Familie. Ich bewundere sehr, wie Ihr mit Eurer Situation umgeht! Dir und Deiner Familie ganz herzlich aus der Ferne alles Liebe!

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  6. Hallo,
    meine liebe Tochter Moni !
    So hart dies klingen mag, aber nun bist Du von den Qualen und Schmerzen erlöst.
    Gott hat Dir Dein Leben geschenkt und nun viel zu früh genommen.
    Von Anfang an haben wir Deinen so tapfer und toll verfassten Blog verfolgt, haben für Dich gebetet und Kraftkerzen entzündet – und wie Du gebangt und gehofft.
    Du wirst zwischen Oma und Opa einen ganz schönen Platz im himmlischen Reich bekommen !
    In Gedanken sind wir bei Deinem lieben Mann und den bezaubernden Kindern.
    Gott möge Ihnen sehr viel Kraft geben um die kommende schwere Zeit zu bewältigen.
    Sei gewiß – wenn sie Hilfe brauchen, wir sind immer für sie da !!!
    So, mein liebes Töchterchen wünschen wir Dir für alle Zeiten : Liebe, Licht und Frieden !

    Dein Papa & Rine

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