Tiefer Herbst – oder auch: Meine MD-Panik

Hallo, liebe Leser!

Es ist wieder soweit: Mein alljährliches Zittern beginnt. Ich habe ja leider diese saudoofe Emetophobie, also die Angst, mich übergeben oder andere dabei sehen zu müssen. Ich weiß schon, dass man sich eine Magen-Darm-Grippe jederzeit und überall holen kann (und wenn ich es mir genauer überlege, sollte ich vielleicht nie wieder das Haus verlassen…). Aber mit einem Kindergartenkind ist die Gefahr, sich anzustecken, ja leider etwa 759 Millionen Mal wahrscheinlicher.
Romy hatte ja seit dem Wochenende (teilweise hohes) Fieber und ist daher diese Woche eh bei uns daheim. Und in der kommenden Woche kann sie niemand vom  Kindergarten abholen, also muss sie erst ab 05.12. wieder los. Vorgestern schrieb mir ihr Erzieher eine WhatsApp-Nachricht, es hätten sich mehrere Kinder im Kindergarten übergeben, aber es sei wohl nicht so schlimm – was für ein Optimist! Ich bin natürlich sehr froh, dass Romy eh zuhause ist und von dort – vorerst – keine Gefahr zu erwarten ist. Aber überall lauern diese gemeinen, nicht sichtbaren Viecher, die dafür sorgen, dass es einem im schlimmsten Fall wie aus einem Hydranten schießt. Mein größter Alptraum und die Gefährdung schlechthin für die kommende Chemo-Runde.

Also bitte, bitte, drückt mir die Daumen, dass uns dahingehend nichts trifft 😦

Vorhin war ich zur Blutbildkontrolle, Leukozyten sind von 2,6 (Montag) auf 2,3 gefallen. Montag muss ich erneut zur Kontrolle. Es kann natürlich sein, dass die Werte gestern noch schlechter waren und heute bereits wieder am steigen sind. Aber man weiß es nicht genau. Meine Mundschleimhaut ist jedenfalls ziemlich im Eimer, ich habe Bläschen an der Lippeninnenseite, meine linke Zungenseite sieht aus, als hätte ich mir draufgebissen, dem ist aber nicht so. Und meine linke Wangeninnenseite ziert auch wie eine Art Kratzer. Ich mag schon gar nix „Hartes“ mehr essen, tue ich auch nicht. Adieu, geliebtes Brötchen am Abend, vorerst können wir uns nicht mehr treffen. Aber zumindest die Übelkeit wird langsam ein klein wenig besser. Reicht ja auch langsam mal.

So, nun werde ich die Beine wieder etwas hochlegen, mich trifft gerade mal wieder die volle Müdigkeitswelle. Extrem nervig.

Bis bald, meine Lieben!

Eure Chemonica

Autor:

Monica L., alias Chemonica, geboren und wohnend seit 30.11.1982 in Braunschweig. Glücklich verliebt seit 2001 und verheiratet seit 2010 mit Jörn (lordlaui), zudem fast vor Stolz platzende Mami von Romy (*19.09.2012) und Mick (*12.07.2016).

2 Kommentare zu „Tiefer Herbst – oder auch: Meine MD-Panik

  1. Hey Moni! Deine Panik kann ich wirklich verstehen! Wir schrieben ja schon mal über die verhasste Seuche! Ich bin jedenfalls dafür, dass es ja wohl ausreichen muss, dass ich hier halb gestorben bin und seit heute Morgen wieder, wie Phönix aus der Asche, auferstanden bin.

    Na sag mal, was macht deine Mundschleimhaut denn da mit dir?! Kommt das echt von den Medis?

    Und Porti dein kleiner Freund soll mal das Geschmachte an deinen Gefäßen lassen. Ich hoffe, das Spülen tut nicht so arg weh 😦

    Hach…ich bin auch noch ein bisschen schlappi und werde meinen 30. wohl etwas ruhiger angehen lassen 😛

    In Gedanken schau ich Sonntag wieder Bibi und Tina mit Dir 🙂

    LG

    Gefällt 1 Person

    1. Wie schön, dass es dir besser geht Franzi! Wollte dir schon schreiben, dachte aber ich lass dich in Ruhe genesen. Verzeih mir, es war nicht böse gemeint!

      Ich klinge immer noch wie ein Bauchredner, nuschele vor mich hin. Braucht leider seine Zeit, bis die angemischte Lösung von der Apotheke hilft. Und natürlich habe ich jetzt nur Appetit auf harte Sachen, habe aber mit Buttertoast schon meine liebe Not, das zu essen. Und ja, es kommt von der Chemo, ist eine häufige Nebenwirkung.

      Das Spülen bei Porti tut übrigens gar nicht weh. Man merkt das gar nicht, außer man spritzt wirklich sehr schnell, dann merkt man den Druck, aber das kennt man vielleicht auch, wenn einem schon mal was injiziert wird (vor einer OP zum Beispiel). Pervers ist es, wenn man so eine „vorgefertigte“ Spülung bekommt. Also normalerweise wird eine Spritze mit Kochsalz aufgezogen und gespritzt, also gespült. Im Krankenhaus gab es aber so Fertigspritzen, die wurden ausgepackt und gespritzt. Und in dem Moment, wo gespritzt wird, hat man einen total perversen Geschmack im Mund. Warum das genau so ist, konnte mir bisher keiner beantworten, aber es ist widerlich. Manche Patienten halten sich da wohl die Nase zu 😀 Na ja, Luxussorgen.

      30. Hach schön wäre es noch mal, da war noch alles tutti. Und ab Mittwoch hab ich die Vier an hinterher(!) Stelle, wäh.

      Au ja, lass uns Sonntag hier über sie neueste Folge philosophieren 😀
      Viele Grüßlis!

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