Keine Nachrichten sind auch mal toll…

Guten Abend, ihr Hasen!

Heute war ein ruhiger Tag. Und das meine ich komplett wertfrei. Warum? Weil ich heute „nur“ ein erneutes Röntgen vom Thorax hatte. Und die restliche, eigentlich viele freie Zeit habe ich mit meinem geliebten Mann genossen. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass mir meine Kinder so unheimlich fehlen, oder? Aber die Zeit hier MUSS ich einfach für mich und die Regeneration nutzen. Und da müssen wir alle vernünftig sein – also Augen zu und durch!

 

Soll ich euch den schönsten Moment verraten, auf den ich so unendlich lange gewartet habe? Die Sonne ploppte vorhin hinter den Wolken hervor und plötzlich war es einfach nur noch traumhaftes Wetter. Und so schnappten wir, also Jörn und ich, uns einen Sonnenschirm und verplauderten den Nachmittag. Zwar mit einer großen Portion Wehmut dabei, aber an diesen Zustand müssen wir uns wohl langsam gewöhnen, ob wir wollen oder nicht.

Und so hätte ich vor lauter Übermut fast vergessen zu erwähnen, dass das Röntgen vom Thorax ohne Befund blieb. Also alles heile bei mir!

 

Gute Nacht, meine Lieben!

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FREIHEIT!

Guten Abend ihr Hasen,

da bin ich wieder – auferstanden von den, ja, ihr wisst schon…

Der Tag heute hatte es mal wieder in sich. Waschen (lassen), anziehen (lassen), essen mit Lätzchen und halb im Liegen, Toilette ausschließlich „Pott untern Hintern“, dazu stündlich Messung von Blutdruck, Sättigung, bla bla bla. Muss man nämlich betonen, dass ich BETTRUHE verordnet bekommen habe. Also kein Aufsetzen im Bett, kein Sitzen auf Bettkante, Trinken aus dem Schnabelbecher, für jegliche Toilette den Schieber erbitten, weil man ja nicht aufstehen darf…

Mein Zustand wurde mürber. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass man nach schätzungsweise 30 Stunden nicht nur seelisch an seine Grenzen kommt. Nein, mir tat einfach inzwischen alles weh. Körperlich. Seelisch. Verwundet. Ich habe noch nie so extreme Rückenschmerzen gehabt. Wieder so auf Anfang gesetzt zu sein ist so unglaublich hart, dass ich es auch hier überhaupt nicht in Worte fassen kann. Aber nix neues für euch, das weiß ich sehr zu schätzen.

Um 15 Uhr kam die Visite und man erklärte mir das weitere Vorgehen: Röntgen Thorax auf Station, dann Abklemmen der Bülow-Drainage, sechs Stunden warten (um zu schauen, ob noch Luft gezogen wird sozusagen), Kontroll-Röntgen. Wenn optimal, dann noch heute Zug vom „Gartenschlauch“, ansonsten frühestens morgen. Die Ärztin erklärte aber gleich ihren Unmut, dass „die Diensthabenden“ das gar nicht lustig finden werden, SIE das Vorgehen eh nicht unterstützen würde, weil die Drainage gestern erst gelegt wurde, sie aber nichts dazu sage.

Ich fühlte Wut in mir aufsteigen. WIEDER einmal wird etwas versaut, durch wen oder was auch immer, aber ich soll weiterhin nett und freundlich bleiben und noch dankbar sein, wenn man mir überhaupt helfen wird. IST DAS EIGENTLICH EUER SCHEISS ERNST?

Komm. Bleib ruhig. Aber ab diesem Zeitpunkt war bei mir dann out of control. Diese Mischung bei mir aus Angst, Zweifel, dass man sich wieder grundlos freut, möchte nicht enttäuscht werden, aber endlich wieder mobil werden… Einfach ein Zustand, den ich mit Worten wieder mal nicht so beschreiben kann, weil er gar nicht tragbar ist für die Außenwelt.

Nachmittags kam Jörn zu Besuch und er hat, denke ich, sehr mit mir gelitten. Jedenfalls brachten wir auch das hinter uns, ich vergnügte mich mit dem Abendbrot (so gut ich es alleine so halt kann, nech) und die Gedanken waren immer bei „der Drainage“. Sollte das heute noch wirklich klappen? Nein. Oder? Was mache ich nur? Ach, lass das mit dem Kopp machen, führt ja zu nix.

21:00 Uhr. Endlich! Und pünktlich kam ich zum Röntgen. Alle waren sehr nett, wir machten zwei Aufnahmen (in zwei Ebenen) und dann begann erneut das Warten für mich. Dafür durfte ich sogar kurz aufstehen. Ein TRAUM!

Stellt euch vor, es ist Weihnachten. Nur auf eine extrem widerliche Weise. Spielt sich hier gleich – MAL WIEDER – die extreme Enttäuschung ab, oder schlägt das Glück endlich mal zu?

Ich vegetierte anschließend hier vor mich hin und die Minuten schlichen. Letztlich reden wir hier von schätzungsweise einer weiteren Stunde, die ins Land zog. Dass diese aber die pure Hölle ist, brauche ich euch nicht zu erzählen.

Gegen 22:00 Uhr kam dann der Weihnachtsmann. Nur in Gestalt der Ärztin – die das ganze „OP-Zeug“ bei sich trug. Ich würde nun meine Drainage los bekommen! Ja. JA! JAAAAAAAA!

Ich ließ den Eingriff über mich ergehen, es tat teilweise weh, was aber auch sicher meiner Angst geschuldet war. Aber die Ärztin machte ihre Sache super, nähte „das Loch“ vom Schlauch und dann – dann war ich FREI! FREI! FREI!

Ich kann mich nicht erinnern, ob ich mich jemals mehr gefreut habe in meinem Leben. Endlich ist mal etwas geglückt, gut gegangen, hat funktioniert. Meine Freude über diesen unbeschreiblichen Abend – führte meine erste Amtshandlzng auf die Toilette! – wurde leider von meinem geliebten Mann komplett abgebremst, der schlichtweg „zu früh“ eingeschlafen war. Dafür kann er nichts, ihn trifft auch überhaupt keine Schuld, aber er war einfach bei diesem monumentalen Augenblick meines Lebens nicht bei mir. Wir haben aber inzwischen kurz geschrieben und alles ist in Ordnung. Ich bin mit meiner Welt im Reinen. Schlichtweg selig.

Ich habe keine Ahnung, ob ich heute verlegt werde – und es ist mir auch egal. Klar, nun mit einem Mann zusammen liegen zu müssen, ist nun nicht mein Traum, aber ehrlich gesagt ist es mir immer noch scheißegal. Weil die Freude so ungebremst ist, dass ich wieder mobil(er) sein darf. Da ertrage ich zur Not noch einen Mann 😉 (bei meinem Glück sogar zwei, haha).

Liebe Freunde der Nacht. Das war mein ausführlicher Bericht eines sehr langen Tages. Der aber auch irgendwie endete – und heute so un-fucking-fassbar glücklich! Ich danke für euer Ohr. Bis bald!

Ach so, fast vergessen: Mammo- und Sono sind laut Schwester noch nicht bestätigt, ÖGD läuft auch noch nicht. Aber ich bin zuversichtlich und habe im großen Notfall einfach einen Tag frei.

P. S.: Man sucht ja doch nach jeder Fehlerquelle (klar, in meinem Fall müssen wir das ja ohnehin, höhö), aber vorhin setzte wieder meine Periode ein. Aber Sorgen mache ich mir darüber keine, führt ja eh zu nichts.

Werde ich hier bald sterben?

Guten Abend, meine Lieben!

Ja, ich weiß, wir waren bei der werten Leserschaft. Aber ich dachte in Anbetracht aller Umstände…

Der Tag heute Früh startete gut. Ich ging zum Waschen, zog mich an, fragte später die Schwester nach Bettzeug, überzog mein Bett selbst, und kippte ab 09:00 Uhr einen Liter Wasser fürs CCT runter, zu dem ich zu 10:00 Uhr abgeholt werden sollte. Frühstück fiel für mich aus.

Zwischenzeitlich besuchte mich die liebe Susanne H., die hier im Krankenhaus arbeitet, und wir erzählten etwas. Leider war ich nur halb bei der Sache, da mich einfach die Sorge nicht los ließ, weil ich nicht abgeholt wurde.

Schließlich gingen Susanne und ich zum Dienstzimmer und ich wurde endlich abgeholt. Frohen Mutes wurde ich zum CCT „gerollstuhlt“ und legte mich auf die Liege. Mein ZVK wurde angestöpselt und dann ging es auch schon los. Schließlich ertönte die Stimme „Kontrastmittel wird gespritzt“ und ich wurde vorher aufgeklärt, dass dabei ein warmes Gefühl entsteht. Alles klar, nicht wild, kannte ich schon vom Brustkrebs.

Das Mittel schoss also ein – plötzlich machte es PLOPP und ich dachte nur „hm? Was war das nun?“. Kurz darauf meinte ich, etwas feuchtes zu fühlen. Hm, ne, Quatsch, reiß dich zusammen, du siehst Gespenster… Dazu sei gesagt, dass ich mich auch nicht bewegen durfte, musste auch auf Ansage des Gerätes immer die Luft anhalten.

Schließlich waren wir fertig und ich durfte aufstehen. Da bemerkte die Schwester meinen nassen Rücken. Ich fragte, ob überhaupt genug Kontrastmittel IN mir gelandet sei – konnte man mir nicht sagen. In dem Moment, als ich aufstand, plumpste ein Stück ZVK ab.

Euer Ernst? Grr! Ja, nun, blöd gelaufen. Man stopfte mir eine Unterlage unters Shirt und meinte, dass ich bitte duschen solle.

Ich wurde auf mein Zimmer zurück gefahren und berichtete dort von meinem Unglück. Fragte, ob mir vorher die Fäden gezogen würden – nein, ohne Haare waschen. Na gut.

Ich trottete aufs Zimmer und berichtete fta Riedel, meiner netten Bettnachbarin, vom weiteren Unglück. Frau P. war kurz vor meiner Abholung entlassen worden.

Ich ging ins Bad und dusche, kurze Zeit später klopfte es plötzlich. Ich band mir ein Handtuch um und öffnete. Schwester Lea stand vor mir, ich solle mich anziehen und ins Bett. Ich habe (seit Freitag (!) bei der ZVK-Legung) einen Pneumothorax, also mir strömt Luft in den linken Lungenflügel.

Ich sah sie an, guckte hinunter und meinte nur, dass das nicht wahr sein darf. In diesem Moment kam auch schon der Arzt und dass ich nach dem Eingriff aufs IMC verlegt werde.

Ich schloss wieder ab und mir kamen zum ersten Mal seit all der Zeit die Tränen. Ich kann nicht mehr! Wie viel Scheiße kann ein Mensch ertragen? Werde ich hier noch lebendig herauskommen? Was passiert als nächstes? Wird es immer schlimmer?

Ich trocknete mich ab, zog mich an und kletterte ins Bett. Ich hatte also DOCH recht gehabt. Dieses Gefühl, dass etwas nicht stimmt, dieses Herzklopfen, dieses, ja, dieses ungute Gefühl. Das man mir als „wird schon, gönnen Sie sich Ruhe“ usw. abgetan hatte, und ich spürte Wut in mir.

Ich informierte Jörn, meine Schwester und meine Mutter und dann ging es auch schon los.

Das Team war sehr nett und der Eingriff selbst war teilweise recht unangenehm, aber da spielte sicher meine Angst auch viel mit, aber der ZVK-Eingriff war einfach noch viel zu präsent.

Schließlich hatte ich den Eingriff überstanden und das Röntgenbild am Ende zur Kontrolle zeigte einen unauffälligen Befund. Tja, so muss ich das hinnehmen. Wie immer.

Ich landete schließlich wieder im IMC, wo heute alle anderen Damen ihre OP hatten. Die eine spuckte eben das dritte Mal (und ganz merkwürdigerweise empfinde ich das als nicht angenehm, aber dann ist auch gut), die eine spricht kaum deutsch und die dritte kam als letzte aus dem OP.

Leider musste ich noch zweimal eine Bedarfsmedikation Schmerzmittel anfordern, aber ich wollte mich schlichtweg nicht weiter quälen. Für wen auch?

Am Nachmittag kam Jörn, der mir berichtete, den Arzt (wen auch immer) ziemlich angeschissen zu haben, was noch alles passieren müsse usw. Ich empfand es fast als etwas unangenehm, aber dachte mir dann letztlich „ach komm er hat eigentlich recht.“

Er blieb ca. eine Stunde und verschwand kurz vor 18 Uhr. Das Abendessen kam – na ja, leider nicht meins. Ja, richtig. Niemand weiß, wo mein Essen ist. Jedenfalls nicht hier. Auch im Zimmer nebenan, wo ich bis vorhin lag – nicht aufzutreiben.

Nach einer Weile gab ich mich mit einer Klapp-Käsestulle geschlagen, besser als nix, und versuche nun, den Abend langsam zu beenden. Wieder mal komplett daneben gegangen, der 15.07.2019.

Na ja, EINE gute Sache gab es noch: Dr. Ortiz kam zum Fäden ziehen. Merkwürdiges Gefühl, so als würde jemand Haare ziehen. Aber das ging vorüber und ich bekam für die Nacht noch ein Pflaster. DAS wird morgen spaßig, wenn das runter kommt, hrhr. Na ja, nehme ich auch noch mit.

Nun ist es 20:00 Uhr und ich werde noch den Schieber anfordern, in mir steckt ja noch das getrunkene Wasser vom Morgen. Ein Schieber ist im Grunde ne Bettpfanne. Komischer Gedanke? Allerdings. Aber das ist nun für die nächste Zeit wieder mein Alltag.

So, liebe Leute. Ein Tag geht zu Ende.

Bis bald!

Der Sonntag…

Guten Abend, meine werte Leserschaft!

So langsam füllt sich die Bude – wie toll, danke!

Ich wollte nur kurz über den Sonntag berichten: Nach meinem Tavor-„Unglück“ (womit ich sagen will, dass ich dahingehend keine weitere Medikation wünsche, weil echt ne Nummer zu abgefahren für mich) ließ ich den Tag ruhig angehen. Ihr kennt das vielleicht – an Wochenenden passiert hier wenig bis gar nichts. Eine für mich völlig neue Erfahrung. Also klar, heute ist Tag 10, aber fairerweise war ich ja einige Tage davon gar nicht wirklich existent.

Jedenfalls gab es das übliche Prozedere. Ich ging ins Bett zurück und beschloss, dass dieser Tag einfach komplett unnötig war.

Dachte ich – musste ich aber nicht. Weil nach dem Mittag Schwester Claudia zu mir kam, sie habe mich zur Mammo- UND Sonographie angemeldet für beide Seiten, zudem käme noch heute die Dermatologin. Meine Güte, was war ich glücklich!

So kam es dann auch – leider kam Jörn zwischenzeitlich, der aber glücklicherweise die Kinder bei der Schwester geparkt hatte, und wartete dann im Aufenthaltsraum, während ich auf dem Zimmer die Untersuchung hatte.

Fazit: Hier kann Entwarnung gegeben werden, keine Auffälligkeiten gefunden.

Wir, also meine Liebsten und ich, sind ja leider noch in diesem Angst-was-noch-kommt-Schockmodus. Aber nach dem heutigen Tag und mit ein paar Stunden Abstand sage ich: In Ordnung. Danke!

Mit diesen Worten verabschiede ich mich auch schon in den Sonntagabend. Morgen Früh ist CCT, das heißt 08:00 Uhr einen Liter Wasser kippen, 09:00 Uhr CCT. Da der ZVK ja nun endlich liegt und kaum mehr wehtut, starte ich also morgen Früh hungrig, aber munter in die neue Woche und erquicke mich an meinem guten Gesundheitszustand.

Bis bald, meine Lieben!

Was ist hier los?

Ich höre Stimmen neben mir. Mehrere. Bin aber zu müde, um die Augen zu öffnen. Werde geschoben. Höre leise Wortfetzen wie „darf ECHT nicht wahr sein“… Türenklappern. Ich liege im meinem Zimmer.

Arzt mit Papier im der Hand, DIN-Normen. Schriftstücken. Ich liege noch im Bett. Hm? Aber ich liege hier doch alleine? Ich werde unruhig. Was war hier passiert? Dafür bin ich aber noch zu dusselig. Wieso liege ich hier und man hatte geschimpft? Hä? Was ist denn hier wieder los? Ich warte mal ab. Augen geschlossen halten. Warten. Aber niemand scheint mehr zu kommen. Ist für die das jetzt schon durch? Unruhe kommt bei mir hoch. Was ist diesmal daneben gegangen wofür ICH nichts konnte?

Die Zeit verging nun. Halbe Stunde nun etwa her. Gekommen ist niemand mehr. Und ich überlege wie eine olle Kuh, ob das, was ich alles für echt hielt, nichts weiter war als ein ganz naiver, nur in meinem Kopf existierender Film, wie man dazu so schön sagt.

Ich beginne, mich wie der letzte Trottel zu fühlen. Bin es wohl auch langsam. Fühle mich von mir selbst verarscht. Elendes Tavor.

Keine Dermatologie heute und dazu schiebe ich nen Film von etwas, das es so nie gab.

Der Horror geht weiter. Jemanden nach der Wahrheit fragen werde ich wohl nie, zu große Scham.

Chemonica 2.0, 3.0,…?

Hallo, meine treuen Leser… *Grillenzirpen*,

nun gut. Aller Voraussicht nach bin ich hier wohl alleine. Egal.

So, wo beginne ich? Am besten am Anfang, ne wahr? Gut.

Ach so: Die unter euch, die noch nicht im Bilde sind – ich hoffe, die kommenden Beiträge verwirren nicht. Sonst nehmt euch doch noch mal ein wenig Zeit und stöbert gerne. Ich spendiere auch Plätzchen und Tee…

Wie alles genau begann, kann ich nicht mehr sagen. Ob „zu viel“ Kopfschmerz irgendwann ein Anzeichen war? Rauschen im Ohr? Ich bin ja generell der Mensch, dem mal der Kopf dröhnt, wenn sich das Wetter ändert. Garantiert gab es schon viel länger Anzeichen, die ich ja doch nie alle werde zuordnen können. Also auch egal.

Ich erinnere mich an das Wochenende vom 21.06.2019. Das war nämlich DAS Wochenende, an dem meine Schwester nach fast einem Jahr mit ihren beiden Söhnen zu Besuch kam. Ich hatte zwar, wie eben seit dem Brustkrebs so üblich, Angst, all dem nicht gewachsen sein zu können, aber es war ein tolles Wochenende und wir hatten alle sehr viel Spaß! Klar war ich abends müde, hatte auch nicht viel Hunger und Durst, aber ich kann ja auch nicht vor jedem Pups Angst haben oder hinter allem und jedem was vermuten. Wäre ja suboptimal. Und Jörn – das Essen WAR auch mies 😛

Jedenfalls zogen die Tage weiter ins Land, die Ferien von Romy begannen und ich wurde leider ein bisschen krank. Na ja, es war vermutlich ein weiteres Voranschreiten einer Sache, die man zu dem Zeitpunkt schon lange nicht mehr hätte aufhalten können. Auf jeden Fall bemerkte ich in den ersten Ferientagen von Romy eine Lichtempfindlichkeit. Leicht unangenehm, aber alles machbar. Die wurde dann aber leider relativ schnell stärker. Aber auch da dachte Chemonica an… Tja, an was dachte ich eigentlich genau? Im NACHHINEIN war alles so vorhersehbar.

Jedenfalls konnte ich am, ja, ich meine es war der 04.07.2019, leider kein Home Office arbeiten und entschuldigte mich. Ich lag auf der Couch und, ja, was machte ich? Meine Augen wollten geschlossen sein, aber dann und wann hatte ich dennoch etwas TV an. Meinem Mann fiel auf, dass ich so extrem wenig trank, und DAS bei den Temperaturen (da hatten wir so etwa 35 Grad draußen). Also karrte er alles an Getränken an und ich süppelte meine Capri Sun und genoss die Ruhe, die man sonst selten hat.

Ich erinnere mich, dass ich meinen Mann einen Tag später bat, dass er Home Office mache, da es mir etwas schlechter ging. Er kam heim und murrte und meckerte etwas, aber er machte alles – anstandslos und einwandfrei.

Aber wirklich gucken wollte ich trotzdem nicht. Weil ich mich krank fühlte. Und ahnte nicht, dass ich es auch sowas von extrem bin…

Am Morgen zum 06.07.2019 wurde ich wach. Keine Ahnung wie spät es war, aber es ging mir nicht gut. Gar nicht gut. Aber ich lag dort. Wie lange? Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass ich sehr froh war, als Romy ihre Nase zur Wohnzimmertür hinein steckte und ich sie bat, Papi bitte sofort zu wecken und ihn zu mir zu schicken. Ich hatte ihn irgendwann angerufen, aber er ging nicht ran, rufen konnte ich ihn auch nicht. Gehört hätte er mich aber auch nicht. Männer und ihr seliger Schlaf hrhr…

Glücklicherweise erkannte er aber den Ernst der Lage sofort und rief den Notarzt. Ich soll ihm wohl gesagt haben, ich wolle ins Marienstift Krankenhaus, daran habe ich aber keine Erinnerung. Ich wollte irgendwohin. Rettung. Hilfe.

Kurze Zeit später trafen die Sanitäter auch schon ein. Sättigung, Blutdruck, Nachfragen… Beim Aufstehen wurde mir so übel, dass ich mehrmals in den Papierkorb würgte. Es kam aber nichts. Puh! Das wäre es ja noch – vor Jörn kotzen. NEIN! NEVER!

Jetzt. Schnell. Zum Auto. Wie ich da rein kam? Ich weiß es nicht mehr. Vermutlich Trage? Keine Erinnerung MEHR. Doch, zu Fuß… glaube ich wenigstens.

Im Auto selbst ging es mir wieder etwas besser. Übelkeit verschwand leicht, lichtempfindlich weiterhin. Ich redete mit dem Sanitäter hinten, der andere fuhr. Ohne Blaulicht. Also alles schick.

Wir kamen im Krankenhaus Salzdahlumer Straße in Braunschweig an und mir fehlen da wohl wieder Details, weil ich ab da immer und immer mehr Erinnerung verlor.

Als nächstes… Tja, was? Ich erinnere:

Ich war im Vorraum vom OP. Man scherzte mit mir, dass „hier alle kotzen“ und ich sagte noch „sagen Sie doch nicht sowas“ und lachte. Dass sie aber die Wahrheit sagte, wusste ich wenig später. Und soll ich euch etwas verraten? Von allem, das ich bis zum heutigen Tag des 13.07.2019 erlebt habe – hey, da war das Erbrechen auch nicht mehr das große Problem. Ja, das von mir. Eurer ollen Chemonica. Die Frau mit der absolut panischen Angst vor dem Erbrechen. 18 Jahre spuckfrei.

Mein OP-Tag war im Übrigen der, ja, gute Frage. Eventuell der 06.07.2019. Denn am 05.07. wurde ich eingeliefert. Ja. Merkt ihr was? Genau.

Was noch? Ich erinnere eine Art Schiebesystem. Wo diverse Angehörige ihre Leute in Empfang nehmen können, sofern sie denn „tapfer genug“ sind. Sind sie es? Oder sieht man mich gleich spucken? Scham macht sich breit. Ich möchte nicht, dass Jörn mich spucken sehen muss. Höre Erbrechen. Würgen. Manche höre ich ablehnen. Geruch? Unangenehm. Aber ich werde weiter gefahren. Und irgendwann sind wir durch damit und ich bin wieder weg. Was das alles war? Ich kann es euch nicht sagen. Wirklich nicht. Was Fiktion und Fantasie, Realität und Wahrheit war – ich weiß es leider nicht. Vielleicht bringe ich es während meines Aufenthalts hier noch heraus, aber versprechen kann ich leider nichts.

Die nächsten Tage… Tja. Sollte ich diese beschreiben. Bunt. Gummibärchen. Die sich zu (schönen!) Knochen wandeln. Große Hallen, freundlich. Nichts bedrohlich. Friedlich. Ich weiß, dass ich sehr oft dachte „Hauptsache, meinen drei Mäusen geht es gut. MIR geht es nämlich gut. Sie brauchen sich nicht sorgen. Alles toll hier.“ Die andere Seite der Geschichte könnt ihr sicher bei meinem Mann erfragen. Dem ging es natürlich beschissen.

Vom meiner Schwester erfuhr ich, dass sie wohl noch eine Schwester abends unter Tränen angerufen hatte und viele Grüße ausrichten ließ. Davon weiß ich leider nichts, unterstelle den Fehler aber alleine mir.

Dann erinnere ich mich an Herrn Heitmann. Er lag im gleichen Raum wie ich, Trennwand. Sie redeten, manchmal war er alleine und ich hörte ihn zu seiner Freundin sagem „… Ich war noch Karzial… holen“, dieser Wortlaut war wieder weg. Irgendwann Türen öffnen, Diagnose, Lungenkrebs. Ich hörte ihn spucken. Harte… Würste? Hörte „Teer-Erbrechen“, wurde (wie ich heute weiß vermutlich) automatisch raus gefahren. Erinnerung verschwimmt.

Herr Heitmann lag dann eine Nacht, Tag irgendwas im gleichen Zimmer wie ich. Er schnarchte so extrem und ich weiß, dass mich das wahnsinnig machte. Es war keine Ruhe da. Ruhe. Keine Ruhe. Oder waren es zwei Tage? Erinnerung weg.

Ich erinnere wieder unglaublich viel „Fahrerei“. Rein, raus, weg. Erinnere, dass Frau Bergmann gespuckt hat, „Schwester“, ja, Name weg. Die „echten“ Schwestern nannten sie so. Ob sie wirklich eine ist? Im Nachhinein vermutlich eher nicht, aber ich weiß es nicht. Da war ich auch schon immer irgendwie draußen. Einmal ums Zimmer. Wobei auch hier: ICH weiß vom IMC. Ob es noch ein Zimmer davor gibt? Ich passe.

Ich erinnere, dass „die Schwester“ in ein Einzelzimmer kam. Dafür kam Frau Philipp. Eine Frau, vermutlich 55. Ob sie das wirklich ist? Keine Ahnung. Also gab es Frau Riedel, 63 Jahre, und Frau Philipp, ggf. 55. Und mich.

Die Tage krochen zurück zu mir. Ich wurde gebadet. Genau. Immer wie vermummt? Fahrerei. Angenehm. Wohlig.

Übrigens:

Ich traf Frau Philipp gestern auf dem Flur und sie nannte mich Frau Wasserburg. Sie hatte noch mit neurologischen Aussetzern zu tun. Sie liegt, soweit ich weiß, noch im IMC, ich ein Zimmer weiter.

Die Zeit zog ins Land, ich wurde fitter. Was echt gelinde gesagt gar nichts heißt, weil ich nichts, aber auch nichts konnte. Ich konnte alles bewegen. Arme, Beine, etwas Kopfschmerzen, aber alles gut soweit. Ich bekam Zäpfchen zum abführen, hatte einen Urinbeutel, Lätzchen zum Essen. Aber ich hatte so für mich das Gefühl, es gut zu meistern.

Diagnose der Ärzte: Kraniotomie.

Richtig. Ich hatte eine Operation am Hirn erhalten. Meine Diagnose. Bumm. Nimm. Schluck das, du Luder, hrhr. Aber – wohl meinem Drogenhirn geschuldet, es war halt so. IST halt so. Ich meine, es ist ja nun so gewesen und Punkt.

Die Tage zogen weiter ins Land. Die beiden netten Damen von der Physiotherapie kamen, hielten mich, wir gingen. Wackeln. Ich durfte auf die Toilette zum abführen, ich durfte an die Bettkante. Alles nach und nach, aber für meine Begriffe doch zackig.

Ich versuchte – Ach, was sage ich? Bis heute noch versuche ich mir hier alle Namen zu merken, schaue schnell hin, gucke später nochmals, vergesse es an anderer Stelle und so weiter. Das Namenspiel und ich fangen an uns zu lieben. Mein Mann hat mich inzwischen mit Notizzetteln versorgt und seitdem nutze ich diesen ausgiebig für alle Namen der Ärzte und Schwestern, Fragen für die Visite. Nicht einfach nach einer Kraniotomie, DAS lssst euch gesagt sein.

Der 10.07.2019 kam und man beschloss bei der Visite, dass mein ZVK, also zentraler Venen Katheter, raus kann. Wenn man in seinem Leben einem Menschen die Verantwortung dafür geben lassen will, dann wäre es so. Aber ich möchte NIEMANDEM die Schuld geben.

Der ZVK wurde entfernt. Es war recht schmerzhaft (Plüschhäärchen…), unangenehm, aber – so what. Alles ging recht schnell und ich war wieder ein Stück freier.

Dann wurde noch beschlossen, dass Frau Riedel und ich ins nächste Zimmer wechseln. Läuft. DENN: Von Anfang an hatte ich ein so riesiges Ziel, dass ich dolle meine (nun nicht mehr existente, da – plopp, gezogene) Möhre mächtig einziehen müsste, bevor mir jemand die Chance stehlen und mich am Geburtstag meines Sohnes nicht heim lassen würde. Der Plan stand. Wir zogen um. Kamen zu Frau P. ins Zimmer. Vorab? Jemand kann noch so krank sein, aber sich nie die Hände waschen nach dem Pott, Berliner Kodderschnauze deluxe, das gleiche Nachthemd ohne Schlüpper und nur am telefonieren a la „dann kann se ja gehn. Ick schwindel ja“ und Konsorten – nein danke! 78 Jahre alt und echt, umpf. Egal.

Etwa zwei Stunden nach Verlegung hörte die Welt wieder mal einen Moment auf, sich zu drehen, als Frau Dr. Bernhard unser Dreibettzimmer betrat und mir mitteilte, was los ist.

Der 10.07.2019 ist der Tag, an dem wir erfuhren, dass im meinem Körper noch irgendwo ein Auslöser ist. Plattenepithel heißt es.

Geplant:

11.07.2019 ÖGD (Gastroskopie)

12.07.2019 CCT

15.07.2019 Dermatologie

16.07.2019 Gynäkologie

Ich brauche nicht zu erwähnen, dass unser gekitteter Brustkrebs-Scherbenhaufen mit einem SO lauten Knall zerflog, dass man nichts, aber auch nichts mehr hätte retten können.

Jörn und ich gingen in den Aufenthaltsraum, in dem eine Frau saß, die ich mit einigen Tagen Abstand so unglaublich gerne verprügeln möchte. Und das meine ich – toternst! Zu verlieren habe ich ja nun eh nichts, aber auch rein gar nichts mehr. Jedenfalls hörte sie mir sehr kurz zu und dann klagte sie, als Jörn zur Toilette ging, und auch als er wiwderkam, ihr Leid. Jaaahaaa, ihr müsst nun sehr, sehr tapfer sein, meine Lieben. Aber diese Frau, Ende 60 vielleicht, hatte eine „Stinalkanalstenose“. Jaaaa, richtig. Und die tat seeehr weh. Man könne nichts machen, alles tue so weh… Jörn drückte dauernd meine Hand und ich versuchte, ihn ruhig zu halten. Wir hielten tapfer durch.

Gefühlte Jahre später nahm sie sich endlich ihr Heft und beschloss – natürlich auch laut – zu rätseln. WIR WAREN FREI! ENDLICH! Wir, ja, wir waren durch. Rängen mit den Tränen, Gedankenkreisen, Notfallplan, Kinder aufwachsen sehen = größter Wunsch… Alles und noch mehr. Während Madame Mim ihr Rätsel löste. Irgendwann kam endlich ihr Typ dazu und vermutlich war eine Äußerung von Jörn und/oder mir dann genug. Aber man verabschiedete sich höflich und Jörn und ich schlichen Richtung Frau Dr. Bernhard, die wir auf dem Flur trafen und die Jörn nochmals in Kurzform erklärte, wie es weitergeht.

Kurz darauf verabschiedete sich Jörn dann und ich, ja was? Ich blieb zurück. Jörn auch. Wir wollten füreinander da sein, geht aber nicht mit zwei Kindern.

Ich ließ mir eine Tavor Tablette geben, ich war durch. So traurig. Verzweifelt. Verletzt. Schon wieder. Dritter Jahrestag Brustkrebs – nächster Tag.

Der Tag begann und ich sollte zu 12:15 Uhr bei der ÖGD auftauchen. Hieß: Kein Frühstück, kein Mittag, weil ganz doofe Uhrzeit. Toll. Danke. Aber auch egal. Die Enttäuschung vom Vortag war ja auch viel zu präsent, also egal.

Es wurde 12:45 Uhr, es wurde 13 Uhr, ich meine sogar 13:15 Uhr. Zwischenzeitlich hatte ich schon angefragt, weil nix passierte. Doch, doch, käme sofort jemand. Und endlich öffnete sich die Tür und der Fahrdienst brachte mich unten zur Gastroskopie (im Bett).

Dort lag ich eine Weile und endlich kam ich dran. Man stellte schnell fest, dass ich meinen ZVK mehr habe. Ach so? Hm. Hm. Nun gut. Der Arzt – sein Name fehlt leider auf meiner Agenda noch – war sehr nett, und so brachten wir ungelogen etwas mehr als eine Stunde damit zu, Blut aus mir, nein, eigentlich sogar „nur“ etwas Spray in mich hinein zu bekommen.

Er. Folg. Los.

Komplett enttäuscht schickte man mich wieder hoch. Wir waren alle genervt, traurig, scheiße alles. Eine Schwester, blonder, Brille, draller, fühlte sehr mir mir mit, sagte, man würde alles tun beim nächsten Mal. Diese Schwester war es auch, die bevor ich dran kam, einen Fahrdienst angeschissen hatte, da dieser den Rollstuhl der anderen Patientin einfach hatte stehen lassen. Darüber regte sie sich in seinem Beisein auf – zurecht!

Und dann gab es noch eine Schwester, die zu mir kam und mir versprach, mich auf jeden Fall dazwischen zu schieben, komme was wolle.

Ich kam wieder zur Station hoch und man erfuhr von der Enttäuschung. Kurz darauf musste ich mir anhören, dass“die Dame SO pissig am Telefon gewesen sei und den Termin gecancelt habe und man garantiert nicht noch mal dort angerufen werde.

Ich stand da und brachte nur ein. „ja, sie haben es versucht. WIR haben es versucht“ usw. Aber ich merkte, dass ich ja nicht der Auslöser war.

Ich legte mich ins Bett und beschloss, dass dieser Tag auch scheiße war. Nix gegen den 10.07., aber die Schmerzen, die man bei jedem Stich hat. Ja, Babynadel, ich weiß, aber trotzdem unnötig, schmerzhaft, einfach scheiße. Und niemand kann was dafür. Immer größer werdende Angst, weil nix klappen will, Angst vor ÖGD, aber muss ja sein…

Wenig später erhellte sich das Zimmer noch, weil Schwester – folgt noch – zu mir kam. 12.07. CCT um 08:15 Uhr. Ab 07:30 Uhr einen Liter Wasser trinken bitte. Alles klar, alles wird gut.

12.07., 7:30 Uhr, Chemonica trinkt. Falls ihr es noch nicht wisst – ich HASSE es, viel zu trinken. Wi-der-lich! Aber komm, Arschbacken zusammenkneifen und los. Hast schon ganz andere Sachen geschafft! Visite kam herein. Ein Arzt und Frau Bernhard. Als ich dran bin (Bett Nr. 3), kommt von mir die Frage nach dem Vigo, Viko?, also das ist sozusagen ein Zugang, den man fürs CCT braucht. Frau Bernhard will das machen und kommt kurz darauf mit ihrem Kram angestampft.

Wir gaben alles. Er. Folg. Los.

Ich meine, man hat wohl die Kompetenz bezweifelt? Kollegen belächelt? Die Lage unterschätzt? Keine Ahnung.

Das CCT wurde abgesagt.

Meine Enttäuschung kann ich kaum mehr fassen. Aber wie immer: Kopf hoch. Und warum? Weil MEIN SOHN AM HEUTIGEN 12.07. GEBURTSTAG HAT!

Wenige Zeit später kam Dr. Schaper (?) zu mir, ich bekomme noch heute den ZVK.

Euphorie! Jubel! Geil!

Na ja, abwarten.

Aber es ging tatsächlich los. Okay. Angst, aus dem Weg, ich muss da hin.

Ich wurde zur Intensivstation gebracht.

Shirt aus, Kabel, Schläuche. Schwester Lisa, Tochter heißt Finja, 9 Monate alt, die kleene. Kurzzeitig war noch eine andere Schwester dabei, die aber irgendwann weg war. Ich hatte Lisa.

Der Arzt stellte sich vor, sein Name ist mir entfallen. Kolumbien. Wie ich später erfuhr.

Viel kann ich euch über den Eingriff nicht sagen. Vielleicht später mal. Es hat so wehgetan. SO wehgetan. So höllisch wehgetan. Der ZVK wurde clavikuär, also unters Schlüsselbein gelegt. Auch dieser Arzt war sehr nett, sauber, erklärte alles usw. Ich habe so gestöhnt, geflucht, merkte Nässe am Rücken, verkrampft dauernd, es tat einfach nur so – sorry – verf*ckt weh! Lisa versuchte mich abzulenken. Erfolglos. Ich bekam Sauerstoff und ich hörte „Dr. Rösler, ja ok“. Der kam auch und der nähte auch noch mal herum und ich dachte, dass das alles scheiße ist. Und ich meine ALLES. Irgendwann griff Lisa meine Hand und wir zogen und es tat so weh und überhaupt…

Irgendwann endlich sprach der Kolumbianer von „nähen wir jetzt noch zu“ und ich war nur damit befasst, nicht plötzlich mit der Atmung zu stoppen. Es fühlte sich falsch an. Alles. Schon wieder. Komme ich hier nicht mehr raus?

Ich hörte, dass der Kolumbianer diesen Eingriff noch nicht oft gemacht hatte. Möge jeder selbst definieren. Ich kann – mit nun inzwischen gerade zwei Tagen Abstand – sagen, dass ich Mi zwei Eingriffen rechne. Hey – vielleicht waren es auch 50? Keine Ahnung. Aber ich hatte mal wieder eine Wagenladung Scheiße an Bord, ohne Witz.

Ich weiß noch, dass ich Lisa fragte, ob Sauerstoff und 30 Minuten warten für Röntgen Standard seien und sie bejahte. Aber ein Gefühl in mir denkt da heute schon anders darüber. Diese 30 Minuten jedenfalls wollten GAR NICHT vorüber gehen. Ehe der Kolumbianer Dr. Rösler telefonisch konsultierte, war ich so am Ende. Vor allem tat immer alles noch so weh. Ja, ne, alles gut, das sei ja so empfindlich und der ZVK säße bei mir ja auch sehr tief. Angst. Tief. Darum tut das so weh? Fuck. Die 30 Minuten checkt man, ob sich Luft in der Lunge bildet (Embolie), hieße dann Drainage in die Lunge.

Ich weiß, dass ich dort lag. Ewig. Und DANN erfolgte der Anruf. Check. Alles prima.

Okay. Freunde. Wer sagt das meinem Körper? Ich lag dort immer noch komplett oben ohne (dann mit Shirt), und wollte mich nicht bewegen.

Damit ich nicht noch extra auf den Fahrtransport warten musste, brachte mich Lisa-Engel persönlich zurück. Deine Finja bekommt einen dicken Kuss, hörst du?

Schwester – bald – nahm mich in Empfang, mein Mann habe schon angerufen und ob sie los können. Ja. Bitte. Kommt. Sofort!

In der Zeit halfmir Schwester – bald – beim anziehen. Verflucht. Alle. Scheiße.

Gefühlte Jahrhunderte später ging dann endlich die Tür auf und meine drei liebsten Menschen auf der ganzen weiten Welt kamen zu mir. Alle sehr schüchtern, ängstlich, komisch. Ich konnte nicht mehr anders und weinte kurz. Der Tag war so…

Wir gingen in den Aufenthaltsraum, ich hatte nicht viel Hunger, war durch. Glücklich. Fertig. Alles. Mick total Papi-affin, Romy leicht ängstlich, legte sich glücklicherweise. So viel Zeit hatten wir leider nicht mehr, der Tag war fast vorbei. Die Kinder mappelten Gurke, ich drückte die Hand von Jörn ohne Ende und wir „feierten“ so, wie man nur konnte.

Sie fuhren wieder und ich kroch ins Bett und war wieder einfach nur durch. Wirklich.

Am 13.07. passierte erstaunlich wenig. Samstag, das merkt man auch im Krankenhaus. Und unsere drei-Bett-Zimmer-Stimmung auch. Egal. Nachmittags kamen meine drei Süßen, aber ich wurde die Trauer heute nicht mehr los. Inzwischen Tag 9 und wir haben noch nicht ein verschissenen Termin geschafft! Schuldgefühle. Jörn hat Mick dauernd geschimpft, ich musste Romy irgendwann erklären, dass mir die Wörter bei „ich sehe was, das du nicht siehst“ ausgehen. Frust. Nix kriege ich hin. Während Jörn am Rande der Verzweiflung dümpelt.

Sooooooo. Und nun? Tag 9. Die Dermatologin ruft heute oder Montag an. Heißt: Warten aufs Warten. Die Nachtschwester sagte mir aber eben (natürlich……