Donnerstag, 10.07.2019: Da bin ich – und da bleibe ich vorerst auch…

Hallo allerseits!

Allem voran sei mal eins gesagt: Mein großes Hauptziel war es immer, zum 12.07.2019 entlassen zu werden. Ich machte große Fortschritte, fühlte mich gut, Medikamente wurden reduziert… Ich war ja lange Zeit davon ausgegangen, dass ich am 04.07.2019 operiert wurde. Aber durch Jörn weiß ich heute, dass dem ja gar nicht so war.

Der 10.07.2019 kam und man beschloss bei der Visite, dass mein ZVK, also zentraler Venen Katheter, gezogen kann. Wenn man in seinem Leben einem Menschen die Verantwortung dafür geben lassen will, dann wäre es so. Aber ich möchte NIEMANDEM die Schuld geben. Es hätte aber nichts, ü-ber-haupt nichts an meinem Zustand geändert, es hätte mir lediglich den neuen ZVK und den Pneumothorax erspart. Aber das Staging, das Plattenepithel, die schier endlose Suche nach dem großen unbekannten X, oder eher K wie Krebs, wäre ohnehin geblieben.

Der ZVK wurde also entfernt. Es war recht schmerzhaft (Pflaster abrupfen bei meinen Plüschhäärchen am Hals, aaaah!…) und unangenehm, aber – so what. Alles ging recht schnell und ich war wieder ein Stück freier, juchuuuuh!

Dann wurde noch beschlossen, dass Frau R., die 63-jährige Bettnachbarin mir gegenüber, und ich ins nächste Zimmer (Nr. 68) wechseln. YES!
DENN: Von Anfang an hatte ich ein so riesiges Ziel, denn ich wollte meinen Möhrchenkopp am Geburtstag von Mick wieder zuhause haben. „Möhrchenkopp“ ist eine stupide Erfindung meinerseits: Ich erinnere mich an ein CT oder MRT vom Kopf, und ich erinnere dunkel, dass da eine Art Ausschnitt fehlte, deren Umriss mich an eine aus der Erde gezogene Möhre erinnerte.

Der Plan stand – wir zogen um. Kamen zu Frau P. ins Zimmer, 78 Jahre alt, hatte irgendwie eine relativ harmlose Operation und erlitt eine Art Notfall, musste erneut operiert werden, lag letztlich gute drei Wochen.
Zu dieser Frau kann ich leider nur sagen: Jemand kann noch so krank sein, aber sich nie die Hände waschen nach dem Pott, Berliner Kodderschnauze deluxe, ewig das gleiche Nachthemdan, natürlich ohne Schlüpper unterwegs und nur am telefonieren mit Sätzen über eine scheinbar ihr sehr unsympathische Person wie „dann kann se ja gehn. Ick schwindel ja“, also einfach ewiges Lästern… Uff! Übrigens wusch sie sich die Hände immer nur, wenn sie in Schwesternbegleitung war. Sonst schnappte sie sich ihren Rollator und sah zu, dass sie kurzatmig wieder ins Bett huschte. Soll jemand anderer die Kackspuren wegwischen, nech? Schon klar, urghs!

Die Welt schien aber ansonsten in Ordnung – dachte ich. Denn etwa zwei Stunden nach Verlegung hörte die Welt wieder mal einen Moment auf, sich zu drehen, als Frau B., Ärztin, unser Dreibettzimmer betrat und mir „mal eben“ mitteilte, was los ist.

Der 10.07.2019 ist der Tag, an dem wir erfuhren, dass im meinem Körper noch irgendwo ein Auslöser ist. Stichwort Plattenepithel.

Ich sah sie nur an und war fassungs- und sprachlos, konnte kaum zuhören. Ich hatte die ganze Zeit an eine verhunzte WSR gedacht und diese Frau eröffnet mir gerade, dass ich Krebs habe. Schon wieder. Mindestens einen.

Muss… Jörn… anrufen…

Autor:

Monica L., alias Chemonica, geboren und wohnend seit 30.11.1982 in Braunschweig. Glücklich verliebt seit 2001 und verheiratet seit 2010 mit Jörn (lordlaui), zudem fast vor Stolz platzende Mami von Romy (*19.09.2012) und Mick (*12.07.2016).

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